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Die Adobe Creative Suite 6 im Detail

Software im Test
 

Mit Verläufen entlang von Pfaden können plastische Designs in Illustrator nun mit wenigen Vektoren gestaltet werden.

Optisch vereinheitlicht und im neuen dunkelgrauen Design präsentieren sich die Programme der Adobe Creative Suite 6. Schon die neuen Programmsymbole und Splash Screens weisen auf den neuen Look hin. Und auch „unter der Haube“ hat sich einiges getan für ein schnelleres Arbeiten. Deutscher Drucker nimmt die klassischen Publishing-Programme Photoshop (Extended), Illustrator und Indesign sowie die Bridge unter die Lupe.

Mercury Graphics Engine heißt die neue Technologie für die GPU-Beschleunigung. Das ist vor allem bei aufwändigen 3-D-, Muster- und neuen Filterfunktionen vorteilhaft, die in Photoshop und Illustrator hinzugekommen sind. Die 64-Bit-Unterstützung unter Mac OS und Windows verbessert die RAM-Nutzung des Arbeitsrechners. Komplexe Grafiken können so schneller dargestellt werden. Das heißt für die Systemanforderungen aber auch, dass ein Rechner mit 64-Bit-Unterstützung Voraussetzung ist. Auf dem Mac wird eine Betriebssystemversion von mindestens 10.6.8 benötigt, unter Windows soll CS6 auch noch mit XP laufen.
Die Bedienoberflächen der 14 Programme der neuen Creative Suite wurden modernisiert und weitgehend vereinheitlicht. Dunkelgrau zeigt sich der Arbeitsbereich in der Standardeinstellung, doch der Anwender kann auch auf hellere Oberflächen umschalten. Nur Indesign bleibt im ge­wohnt hellgrauen Stil. Obwohl auch die Werkzeugsymbole der Programme überarbeitet wurden, findet sich der Anwender sofort wieder zurecht.

Schaltzentrale Bridge 

 
 

Die professionelle Erstellung von Mustern macht Illustrator CS6 auch für Textil-designer interessant.

Der Dateibrowser Adobe Bridge wurde weiterhin verbessert. Als Mini-Bridge klinkt sich die vielseitige Dateiübersicht in Indesign und – jetzt besonders gut als Galerie integriert – in Photoshop ein. Digitale Bilder und andere Dokumente lassen sich so übersichtlich platzieren beziehungsweise öffnen.

Das Vektorisieren von Pixelvorlagen bekommt durch die Grafikbeschleunigung eine merklich zügigere Vorschau. Die Funktion heißt jetzt „Bildnachzeichner“ und bietet aufgeräumte Einstellparameter für die Umsetzung von Bildvorlagen in Vektoren. Ein Pluspunkt ist auch, dass man jetzt entscheiden kann, ob die resultierenden Vektoren als Ausschnittpfade oder als Stapelpfade angelegt werden sollen. Mit Stapelpfaden wird die Nachbearbeitung erleichtert, denn beim Korrigieren von Pfaden „blitzt“ nun so schnell keine weiße Hintergrundfläche mehr auf.
Die wohl größte Neuerung ist das Modul für die individuelle Mustererstellung. Illustrator CS6 ist in der Lage, aus beliebigen Formen und Gestaltungen repetierende Musterkacheln zu generieren. Position, Staffelungen und Abstände der Elemente kann der Anwender vor der Umsetzung visuell bestimmen und feineinstellen. Für Textil- und Tapetendesigner dürfte diese neue Option Grund genug sein, sich die neue Illustrator-Ver-
sion genauer anzusehen.
Eine neue Art, Elemente zu konstruieren, kommt mit den Verläufen auf Pfaden ins Spiel. So lassen sich etwa dreidimensional wirkende Objekte mit wenigen Pfaden aufbauen, die eine dickere, gegebenenfalls auch variable Konturenstärke mit Verläufen haben.

Photoshop in neuer Optik

Für diesen Test wurde die Photoshop-Extended-Version verwendet. Die Bildbearbeitung in CS6 ist noch einmal komfortabler geworden. Das modernisierte, dunkle Interface-Design kommt dem Arbeiten mit digitalen Bildern zugute. In einem Gesamtfenster sind Arbeitsdokument, Werkzeuge, Bedienfelder und optional die Bildübersicht der Mini-Bridge zusammengefasst. Der Anwender kann aber auf Wunsch auch die bisherige Fensterverteilung einstellen. Neu in der Ebenenpalette ist ein Filter, der bei Kompositionen mit vielen Einstellungs- und Bildebenen hilft, die Übersicht zu behalten. So kann man die Ebenenansicht per Filter etwa auf be­stimmte Ebenen-Modi einschränken.
Die Möglichkeiten inhaltsbewahrender Bildbearbeitung wurden erweitert. Das neue „Inhaltsbasiert-Verschieben“-Werkzeug erlaubt es, Motive vor einheitlichem Hintergrund zu verschieben (oder zu duplizieren) indem man das gewünschte Element grob auswählt und auf den neuen Platz zieht. Das Werkzeug überzeugt auf gleichmäßig strukturierten Flächen wie Gras, Stein oder Wasseroberflächen. Bei zu glatten Hintergründen mit leichtem Verlauf (z.B. blauer Himmel) zeichnet sich der Auswahlbereich jedoch meist störend ab.
Das neue „Perspektivische Freistellungswerkzeug“ ist eine wichtige Hilfe bei verunglückten Fotografien mit schiefem Horizont oder schrägen Gebäudekanten bei Architekturaufnahmen. Mit dem neuen Freistellungs-Tool mit Gitterraster und frei beweglichen Eckpunkten lassen sich solche Fotografien intuitiv korrigieren.
Auch bei den bekannten Werkzeugen hat Adobe nachgelegt. Stark überarbeitet und übersichtlicher wurde der Filterbereich, der eine neue Gruppe von Weichzeichnerfunktionen anbietet. Per Feld- und Iris-Weichzeichner sowie Tilt-Shift lassen sich Bereiche auf digitalen Bildern gezielt und mit genau kalkulierten Übergängen weichzeichnen. Das Ergebnis kann es durchaus mit der künstlerisch eingesetzten Unschärfe aufnehmen, die man mit einem Spezialobjektiv erreicht.

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Leserkommentare (1)

Old Swivel Hips | Freitag, 05. Oktober 2012 09:26:01

Creative Suite Review

...nach dem Lesen des Artikels könnte man meinen, dass die "neue dunkelgraue Optik" eine der wesentlichen Verbesserungen ist, denn die Autorin wird nicht müde darauf hinzuweisen.

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