Die Adobe Creative Suite 6 im Detail


 

Das „Inhaltsbasiert-Verschieben“-Werkzeug in Photoshop CS6 funktioniert am besten bei strukturierten einfarbigen Hintergründen.

Viele Detailverbesserungen wurden in Photoshop implementiert: So wurde die maximale Pinselgröße auf 5000 Pixel erhöht. Beim Ändern der Bildgröße gibt es nun das Interpolationsverfahren „Bikubisch automatisch“, das immer zu guten Ergebnissen führen soll. Auch die Autokorrekturfunktionen (Farbe, Farbton und Kontrast) sind jetzt leistungsfähiger. Schließlich können Formen in Photoshop jetzt gepunktete oder gestrichelte Linien nebst Verlauf enthalten.
Vielleicht gibt es ja tatsächlich Anwender, die längere Texte in Photoshop verarbeiten. Für all jene ist der neue Blindtext-Generator möglicherweise eine sinnvolle Erweiterung. Ebenfalls eher über die Kernkompetenz eines Bildbearbeitungsprogramms hinausgehen dürften die neuen Film- und 3-D-Funktionen. So ist es jetzt möglich, aus Einzelbildern per Überblendung Filmsequenzen zusammenzusetzen. Die 3-D-Bearbeitung überzeugt durch eine optimierte Steuerung.

Tablet-Publishing mit Indesign

Das Layoutprogramm von Adobe hatte ja bereits in der Version CS5.5 eine ausgedehnte Modernisierung in Richtung Tablet- und E-Book-Publishing erfahren. Jetzt, mit dem „großen“ Update, sind einige der hierfür wichtigen Funktionen nochmals erweitert worden. Beim Publizieren für das iPad und andere mobile Geräte besteht eine zentrale Aufgabe darin, die Inhalte und Designs für unterschiedliche Display-Größen und -Ausrichtungen anzupassen. Dafür stellen die Entwickler die „Alternativen Layouts“ mit den „Liquid Layout“-Einstellungen bereit. Objekte beziehungsweise Rahmen können so markiert werden, dass sie entweder musterseitenbasiert, anhand von Hilfslinien oder bezüglich der Seitenränder in ihrer Position angepasst werden, wenn das Programm auf Knopfdruck ein alternatives Layout aufbaut. Das erinnert zwar entfernt an die Funktion „Layoutanpassung“ aus CS5.5, ist aber bezüglich der Möglichkeiten weit ausgereifter (allerdings ist auch die Lernkurve steiler).
Bereits beim Anlegen eines neuen Dokuments wird jetzt die Kategorie „digitale Veröffentlichung“ angeboten, inklusive der passenden Pixelabmessungen im Hoch- und Querformat für die Displays gängiger Geräte.
Erstellung und Aktualisierung von Publikationen für verschiedene Devices können jetzt viel komfortabler umgesetzt werden. Die Objekte alternativer Layouts lassen sich einfach synchronisieren. Korrigiert man im Ausgangsdokument Texte oder ersetzt Bilder, so werden diese auch in den alternativen Layouts geändert. Dafür sorgen die sogenannten „verknüpften Elemente“. Dieses Verfahren kommt nicht nur der Arbeit mit alternativen Layouts zugute, der Anwender kann Objekte jetzt sogar über Dokumente hinweg auf demselben Stand halten. Die Übersicht über die verknüpften Elemente erhält man – naheliegend – über die Verknüpfen-Palette, in der auch platzierte Bilder, Grafiken und Texte aufgelistet werden.
Im Bereich E-Book-Publishing sind weitere Details hinzugekommen, welche die automatisierte Verarbeitung – etwa über Struktur-Tags – verbessern. Der ePub-Export hat weitere Einstelloptionen erhalten, zudem wird der neue Standard ePub 3.0 unterstützt.
Endlich erlaubt es Indesign, interaktive Formulare, die später als PDF verteilt werden sollen, direkt im Layoutprogramm mit Feldern und Schaltflächen auszustatten. Das ist erheblich effektiver, als diese Arbeit nachträglich in Acrobat Pro ausführen zu müssen. Die Formularerstellung ist ähnlich wie im PDF-Programm konzipiert, sodass Anwender, die hier bereits Erfahrung haben, auf ihr Vorwissen zurückgreifen können.

Fazit 

 
 

Indesign CS6 ermöglicht mit „Alternativen Layouts“ das einfache Publizieren für verschiedene Mobilgeräte.

 

Die Integration der Adobe Creative Suite schreitet weiter voran. Das modernisierte, dunklere Design überzeugt insgesamt; warum Indesign hier jedoch außen vor bleibt, ist unklar. Viele neue Funktionen verlangen der Grafikdarstellung des Rechners einiges ab, doch die Mercury-Technologie sorgt dafür, dass weiterhin zügig gearbeitet werden kann. Einige der Neuerungen sind vor allem für spezielle Anwenderkreise nützlich. Unternehmen oder Grafikbüros, die iPad-Publishing über Indesign betreiben, dürften die meisten Neuerungen des Layoutprogramms begrüßen. Illustrator spricht immer mehr auch Mode- und Textildesigner an. Automatisierte und nutzergesteuerte Bildoptimierungen haben im neuen Photoshop nochmals eine höhere Qualitätsstufe erreicht.

Autor: Alexandra Oettler

Erschienen in DD 24/2012

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Leserkommentare (1)

Old Swivel Hips | Freitag, 05. Oktober 2012 09:26:01

Creative Suite Review

...nach dem Lesen des Artikels könnte man meinen, dass die "neue dunkelgraue Optik" eine der wesentlichen Verbesserungen ist, denn die Autorin wird nicht müde darauf hinzuweisen.

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