Geeichte Spektralmessung


Messverfahren und -bedingungen:

  • Alle Messungen wurden in Übereinstimmung mit den ISO-13655-Normen durchgeführt.
  • Alle Messungen wurden auf demselben schwarzen Untergrund durchgeführt.
  • Alle Messungen wurden in einem klimatisierten Raum mit Temperaturüberwachung und -steuerung (23°C, +/-1°C) durchgeführt. Die Luftfeuchte wurde konstant auf 65% gehalten.
  • Der Medienkeil wurde mit jedem Instrument in Abständen von vier Sekunden zwischen den einzelnen Messungen im filterlosen Modus (M0) gemessen.

Datenanalyse:

  • Die farbmetrischen Berechnungen wurden für die Lichtart D50 und Normalbeobachter 2° durchgeführt.
  • Die farbmetrischen Abweichungen zwischen jeweils zwei Instrumententypen wurden für jedes einzelne Farbfeld des Medienkeils anhand der Formeln 1976 CieL*a*b (dE*ab) berechnet.
  • Beim Instrumentenvergleich wurden der Mittelwert und das 95-Prozent-Maximum der farbmetrischen Abweichungen für alle Farbfelder berechnet.

Probleme zu erwarten. Aus Gründen der Übersichtlichkeit beschränkt sich dieser Artikel auf die gemessenen Daten bei einem Drucksubstrat: High-Quality-Fotopapier für Digitaldruck. Die Messergebnisse erwiesen sich jedoch als nahezu unabhängig vom jeweiligen Substrattyp, sodass dies nur eine geringfügige Kürzung der Messergebnisse darstellt. Die vollständigen Ergebnisse stehen auf Anfrage bei X-Rite zur Verfügung.
Die Daten belegen eine sehr gute Übereinstimmung zwischen den jeweils herstellerspezifischen Gruppen, also zwischen früheren X-Rite-Instrumenten (530, 938 und 939) und früheren Gretag-Macbeth-Instrumenten (i1Pro, Spectro­lino, Spec­troeye). Die Modellübereinstimmung über Kreuz ist im Vergleich dazu nicht so gut. Diese Unterschiede verdeutlichen die Auswirkung der von den früheren Unternehmen verwendeten unterschiedlichen Kalibrierungsstandards. Bei drucktechnischen Anwendungen können somit Probleme beim Austausch von Farbdaten zwischen Betrieben verursacht werden, wenn Instrumente der beiden früheren Unternehmen zum Einsatz kommen.

Neuer X-Rite-Standard XRGA. Die bei der Untersuchung der Modellübereinstimmung gewonnenen Daten quantifizieren die systematischen Abweichungen zwischen den früheren X-Rite- und Gretag-Macbeth-Kalibrierungsstandards. Auf Grundlage dieses Wissens und nach Überprüfung interner Abläufe sowie der derzeit befolgten besten Vorgehensweisen und Standards, hat X-Rite einen neuen einheitlichen Standard für drucktechnische Anwendungen (XRGA) entwickelt, der die folgenden Zielsetzungen erfüllt:

  • Verbesserte Kalibrierungsmethoden
  • Rückverfolgbarkeit zum American National Institute of Standards and Technology (NIST)
  • Optimierte Implementierung unter Berücksichtigung der vorhandenen Standards
  • Verbesserte Modellübereinstimmung zwischen vorhandenen Instrumenten
  • Gute Übereinstimmung zwischen früheren X-Rite- und früheren Gretag-Macbeth-Instrumenten
  • Einheitlicher Standard für alle zukünftigen Farbmessungsinstrumente von X-Rite.

Zusätzlich zu der Entwicklung eines verbesserten, einheitlichen Kalibrierungsablaufs intern für XRGA-Standardinstrumente, hat X-Rite eine Reihe proprietärer Matrixtransformationen entwickelt. Diese Transformationen ermöglichen es, dass Messungen, die mit einem früheren X-Rite- oder Gretag-Macbeth-Instrument durchgeführt wurden, leicht in den neuen Einheitsstandard umgerechnet werden können. Die Transforma-tion der zuvor gezeigten Daten (Tabelle 1) belegt die beträchtliche mit XRGA erreichte Verbesserung. Tabelle 2 zeigt die verbesserten Ergebnisse.

Schlussfolgerungen:

  • Die Modellübereinstimmung ist nahezu unabhängig vom Substrattyp.
  • Die Modellübereinstimmung zwischen früheren X-Rite-Instrumenten (530, 938 und 939) und zwischen früheren Gretag-Macbeth-Instrumenten (i1Pro, Spectrolino, Spectroeye) ändert sich durch den neuen XRGA-Standard nicht.
  • Der neue XRGA-Standard gewährleistet eine gute Modellübereinstimmung zwischen allen X-Rite-Instrumenten.

Was bedeutet das für X-Rite-Kunden? Für die meisten Instrumente ergeben sich durch die Umstellung auf XRGA nur sehr geringe Unterschiede bei den Messergebnissen, sodass viele Kunden überhaupt nichts zu ändern brauchen. Oben stehende Tabelle zeigt die Unterschiede, welche bei den in die Untersuchung mit einbezogenen Instrumenten zu erwarten sind.
Die älteren X-Rite-Instrumente liegen sehr nahe am XRGA-Standard. Für Kunden, die nach der Umstellung auf den neuen Standard größere Differenzen feststellen, stellt X-Rite Werkzeuge zur nahtlosen Umstellung vorhandener Datenbanken auf den neuen XRGA-Standard bereit.
Aus der Verwendung des neuen XRGA-Standards ergeben sich für alle Kunden die folgenden Vorteile:

Unterschiede zwischen den älteren Standards und dem neuen X-Rite-Standard XRGA (Messungen bei Digitaldruck auf hochwertigem Proofing-Papier).

  • Deutlich bessere Modellübereinstimmung
  • Rückverfolgbarkeit gemäß NIST
  • Verbesserte Übereinstimmung der Druckspezifikationen
  • Verbesserter Datenaustausch.

Nahtloser Übergang. Bestimmte X-Rite-Produkte für die Drucktechnik sind bereits XRGA-konform, insbesondere Colormunki Photo, Colormunki Design und Easytrax, alle zukünftigen X-Rite-Instrumente für die Drucktechnik werden XRGA-konform sein. Während der folgenden 12 bis 18 Monate werden bisherige Gretag-Macbeth- und X-Rite-Produkte, die derzeit noch erhältlich sind, auf den neuen XRGA-Standard umgestellt. Diese Umstellung wird für die einzelnen Produkte individuell so durchgeführt, dass für die Kunden ein praktisch nahtloser Übergang gewährleistet sein soll. Falls erforderlich, werden Werkzeuge zur Verfügung gestellt, um ältere Daten auf den neuen Standard umzustellen.
Die erste Umstellung wird mit Hilfe von Colorport durchgeführt. Colorport v2.0 ist ein kostenloses Dienstprogramm, mit dem Daten sowohl im XRGA-Standard, als auch im Originalformat des jeweiligen Instruments gespeichert werden können. Auf diese Weise kann man sofort auf den neuen Standard umstellen, oder zunächst einmal die Auswirkungen des neuen Standards auf den gewohnten Workflow testen.
Folgende Instrumente werden von Colorport unterstützt: 530, 938, 939, Spectroeye, SP62/64 (nur Unterstützung, keine Umrechnung auf XRGA), i1Pro, i1iO, i1iSis, DTP20 (Pulse), DTP22, DTP41, DTP45, DTP70, Spectrolino/Spectroscan.

Tabelle 2: Modellübereinstimmung mit dem neuen X-Rite-Standard XRGA.

 Erschienen in DD28/2010

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