Weiterempfehlen Drucken

Prinovis: Medienbruch im Proofprozess gehört der Vergangenheit an

Softproof-Freigabeprozess an der Druckmaschine: Nicht nur das Druckservice-Team am Pilotstandort Dresden, woe die Softproof-Kabine sogar mit Umhausung gebaut werden konnte, hatte noch bis Mitte 2009 mit der noch nicht ausreichenden Qualität des "Kontrollmedium Monitor" (damals noch keine H-IPS-Panel) zu kämpfen.

Der Konzern Prinovis hat an seinen fünf Standorten durch die Installation von Softproofing-Stationen an den Leitständen der Tiefdruck-Rotationen die Voraussetzungen für durchgängig digitale Abmusterungs- und Freigabeprozesse geschaffen. Nun gilt es, die Kunden vollends von den modernen Farbproof-Abläufen zu über-zeugen und technisch vergleichbar aufzustellen, damit sich die mittlere sechsstellige Investition schnell auszahlt.

Durchgängig digitalen Freigabeprozessen zur Farbabstimmung von Drucksachen gehört die Zukunft, keine Frage. Zu groß sind mittelfristig die Vorteile für Druckerei und Kunde, sowohl monetär als auch zeitlich. Um nur einige zu nennen: Proofzeiten entfallen, Transportzeiten/-kosten sowie Materialkosten von Hardcopys entfallen ebenfalls, Proofs sind allen Partnern gleichzeitig verfügbar, es gibt die Möglichkeit digitaler  Korrekturvergleiche und alle Zu- und Eingriffe werden in einer Historie dokumentiert, was für eine klarere und verifizierbare Kommunikation zwischen den Partnern sorgt.
Dies gilt nicht nur für den Offsetdruck, wie das jüngste, standortübergreifende Beispiel „Softproofing in der Zeitungsproduktion bei Axel Springer“ zeigt (vgl. DD Nr.18, S. 12ff.), sondern auch für den Tiefdruck mit seinen wesentlich höheren Anforderungen. Die Überarbeitung des Tiefdruckstandards (2009) und die neuen ICC-Profile PSR_v2 haben hier für mehr Kompatibilität zwischen Hard- und Softproof gesorgt; kombiniert mit den verbesserten Möglichkeiten der aktuellen Monitor-Technik sind die Voraussetzungen für eine technisch einwandfreie Umsetzung am Leitstand der Druckmaschine gegeben – so sieht das auch der europäische Branchenprimus Prinovis.

Vorerfahrung durch Kundensystem. Schon seit 2006 wickelt Prinovis Liverpool sämtliche Aufträge (neun Publikationen) des Kunden News International ohne Medienbruch über eine kundenindividuelle Softprooflösung mit dem Namen „Karma-System“ ab (allerdings ohne standardisierte Profilierungen!). Doch seitens Prinovis war eine konzernübergreifende Standard-Lösung gefordert, gleichermaßen für die Standorte Nürnberg, Dresden, Ahrensburg und Itzehoe, um mit Jobs jederzeit auch auf andere Produktionsstandorte „ausweichen“ oder evtl. auch gesplittet produzieren zu können – bei identischen Freigabeprozessen und mit derselben Farbsicherheit. So setzte man sich ab 2008 kontinuierlich mit am Markt verfügbaren Hard- und Softwarelösungen und ihren Anbietern auseinander und entwickelte parallel einen Anforderungskatalog für eine Gesamtlösung auf Basis der unterschiedlichen Standortbedingungen. „Geprüft werden musste vor allem, wie man unter den Rahmenbedingungen, die man im Drucksaal vorfindet, am Ende eine farbliche Umsetzung hinbekommt, die vom Ergebnis her mindestens gleich gut ist wie der Hardcopyproof“, berichtet Dr. Hans Wulf vom Prinovis-Prozess-Entwicklungsteam in Dresden, zugleich Projektleiter Softproofing Gesamtkonzern Prinovis. „Knackpunkt ist hier der Balanceakt zwischen dimmbarem Normlicht, Monitorleuchtkraft und den Umgebungslichteinflüssen. Wir mussten wirklich einige verschiedene Be­leuchtungsszenarien durchspielen, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.“
Und dieser Nenner entspricht natürlich den Regularien der ISO-Norm 12646. Abgemustert wird also künftig in Just-Kabinen bei „dunklen“ 500 Lux Normlichtumgebung und maximaler Leuchtkraft des Monitors. Zum Einsatz kommen 30-Zoll Eizo-Monitore, auf denen im Querformat jeweils eine Doppelseite aus der Tiefdruck-Strangproduktion abbildbar ist. Abmusterungstests mit Hardcopyproofs bei gleicher Lichtumgebung ha­ben gezeigt, dass sich die Wahrnehmung gegenüber dem Softproof kaum verschiebt – alles also nur eine Sache der Akzeptanz bei den Druckern, wie Dr. Wulf meint. Wobei interessanterweise bei Prinovis zunächst gar nicht der Drucker selbst, sondern vielmehr eine spezielle Abteilung für die Grundabstimmung der Druckmaschine zuständig ist. Die speziell geschulten Leute des „Druckservice“ übernehmen generell die Farbsteuerung an der Maschine, das Abnehmen der Farb-OK-Bogen und das Freigeben für den Fortdruck.

Komplett digital abgewickelte Freigabe-Prozesse über Softproof: Die Anzahl der Prinovis-Kunden, die während der gesamten farblichen Abmusterung auf das Kontrollmedium Monitor setzen und somit einen Medienbruch vermeiden, liegt derzeit im oberen einstelligen Prozentbereich – Tendenz steigend.

Seite 1 | 2 »
Anzeige

Firmen-Suche

Leserkommentare

Noch keine Kommentare. Geben Sie den Ersten ab!

Medienvorstufe

Download: "Die Pixelmacher 2: CTP-Marktübersicht 2016"

CTP-Systeme und ihre Leistungsmerkmale

Die Druckformherstellung für den Akzidenz-Offsetdruck ist mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Umso wichtiger ist die Wahl der passenden Computer-to-Plate-Systeme. 2013 listete bereits die erste CTP-Marktübersicht über 100 Systeme und deren technische Daten auf. Seitdem hat sich der Markt stark verändert, chinesische Hersteller wie Amsky und Cron sind neu dazugekommen, andere Anbieter sind vom Markt verschwunden.

» mehr

IT meets Print – Jetzt Tickets ordern!

CHIP-Logo

Deutscher Druck- und Medientag 2017

Jetzt NEU

Die print.de-Karte der wichtigen Branchenkontakte

Mehr Details zu den einzelnen Anbietern in Ihrer aktuellen Ausgabe des Deutschen Druckers unter Service/Das Branchenverzeichnis A-Z
mehr

Top-Themen

Geschäftsführer Christian Aumüller (Aumüller Druck) hinterfragt den ökologischen Sinn von Forstwirtschaftszertifikaten für Druckereien.

"Fürs FSC/PEFC-Zertifikat werden Druckereien ordentlich gegängelt!"

Am Rande eines Interviews mit „print.de“ über das Engagement der Industriedruckerei Aumüller Druck in Regensburg in Sachen betrieblicher Umweltschutz berichtete Geschäftsführer Christian Aumüller über seine jahrelangen Praxiserfahrungen mit der FSC/PEFC-Zertifizierung und hinterfragt deren Sinnhaftigkeit für die Druckindustrie.
mehr

Ganz so unbedeutend ist die Druckbranche gar nicht

Wenn das Geschäft einer Druckerei nicht mehr auskömmlich ist, hört man immer wieder dieselben Begründungen: „Das Internet macht uns das Leben schwer.“ Oder: „Wegen des ruinösen Preiskampfes haben wir keine Chance.“ Warum solche negativen Statements der Printbranche nicht gerecht werden und warum Zeitschriften als Premiumprodukte auch häufiger als alle zwei Monate erscheinen können, erläutert Bernhard Niemela, Geschäftsführer Deutscher Drucker.
mehr

Aktuell bei Top 10

Die 10 besten Schriften 2016

Das sind die 10 besten Schriften des Jahres 2016 – zumindest wenn es nach der britischen Type Foundry "HypeForType" geht. Das britische Versandhaus für Schriften hat die aus seiner Sicht besten Schriften des vergangenen Jahres gekürt.
mehr

Ganz großes Kino für Print: Wie die Creatura-Initiative begeistert

CGI – So sieht die Zukunft der Bildbearbeitung aus

Umfrage

Wie informieren Sie sich über Ihren Urlaubsort?

Jetzt abstimmen

Kommentare

Services

Bitte warten...