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Druckmaschine: Abgebrochene Schraube „speichert“ die Schadensursache

REM-Aufnahme der Schwingbruchfläche mit Schwingbruchlinien.

Ein Gutachter berichtet aus der Praxis (65). Am Druckwerk einer Bogendruckmaschine kam es zu einem kapitalen Maschinenschaden. Unser Sachverständiger sollte im Auftrag der Versicherung den Schaden vor Ort begutachten und schriftlich den Schadenshergang festhalten. Dabei ist es für die Maschinenbruchversicherung wichtig, ob der Schaden durch mögliche Fehlbedienung des Druckpersonals oder durch Konstruktionsfehler entstanden ist.

Im letzteren Fall, also wenn ein konstruktionsbedingter Fehler vorliegt, wäre die Versicherung nicht regulierungspflichtig. Bei Maschinenbrüchen ist es grundsätzlich wichtig, dass die Begutachtung sehr schnell nach dem Schaden erfolgt. Nur dadurch ist gewährleistet, dass möglichst viele Spuren noch erhalten sind, die auf den Schadenshergang zurück schließen lassen. Auch in diesem vorliegenden Fall war unser Sachverständiger innerhalb von zwölf Stunden vor Ort. 

Spurensicherung. Durch gezieltes Befragen der beim Schaden anwesenden Personen und die Begutachtung des Schadensortes mit benachbartem Umfeld gelangt man normalerweise schnell zum Ursprung der Schadensentstehung, so auch in diesem Fall. An einem Druckwerk war eine Greiferleiste ausgebrochen und zwischen die Druckzylinder gewalkt worden, sodass diese mit ihren Lagerungen so stark zerstört wurden, dass das komplette Druckwerk ausgetauscht werden müsste. Da sich die kalkulierten Reparaturkosten auf eine Größenordnung von etwa 220000 Euro belaufen, liegt der Maschinenbruchversicherung sehr viel an einer detaillierten Aufklärung der Schadensursache. Am Schadensort fand sich auf dem Fundament eine abgebrochene Schraube, welche sich unzweifelhaft als eine Schraube zur Befestigung der Greiferleiste bestätigte. Dieser abgebrochene Schraubenkopf wurde vom Sachverständigen sofort als Beweismittel sichergestellt.

Schraubenkopf. Die Bruchfläche des Schraubenkopfes eignet sich nach Begutachtung mit dem unbewaffneten Auge für die rasterelektronenmikroskopische (REM) Detailanalyse der Bruchfläche. Hieraus werden Aufschlüsse zur Schadensursache erwartet. Ob dem wirklich so ist, kann jedoch erst nach Auswertung der REM-Ergebnisse eindeutig beantwortet werden.

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