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Geistereffekt an Druckbögen verursacht erheblichen Schaden

Geistereffekt an Druckbögen

Der Geistereffekt ist deutlich sichtbar (rote Kreise – Quelle: Michael Kirmeier München).

Ein Gutachter berichtet aus der Praxis (24). Ein hochwertiger Druckauftrag wurde im Schön- und Widerdruck an einer Bogendruckmaschine produziert. Erst bei der Weiterverarbeitung stellte man fest, dass ein stark wahrnehmbarer Geistereffekt auf der Bogenrückseite aufgetreten war. Die geschädigte Druckerei suchte Unterstützung bei Papier- und Farbenlieferanten. Ein Mediationsgespräch und ein anschließendes Schiedsgutachten führten zu einer objektiven Wertung des Schadens.

Die Ursachen des Geistereffekts herauszufinden, ist extrem schwierig bis unmöglich. Vielfältige Faktoren spielen dabei eine Rolle. Neben dem Zusammenspiel von Druckfarbe und Papier haben auch die Verfahrensparameter während des Druckens einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss darauf. Hinzu kommt noch erschwerend, dass der Geistereffekt bei einer Druckproduktion auftritt und bei einer späteren – ohne Veränderung der Produktionsparamter – wieder verschwunden ist.

Mediationsgespräch. Auf Anraten der Rechtsanwälte der geschädigten Druckerei und nach Zustimmung des Druckfarben- und Papierlieferanten wurde der Sachverständige beauftragt, ein Mediationsgespräch zwischen den drei beteiligten Parteien zu führen.

Mediation bedeutet »Vermittlung im Konflikt« durch eine neutrale dritte Person, einen Mediator. Zwischen dem Sachverständigen  (Mediator) und den Parteien darf die Besorgnis der Befangenheit nicht gegeben sein.

Die Mediation ist darauf angelegt, den Konflikt als Ganzes zu lösen. Es werden sämtliche Ursachen des Konfliktes wie Interessen, Fakten, Wünsche, Aspekte sowie das Konfliktumfeld berücksichtigt. So können die beteiligten Parteien das besprechen und bearbeiten, was für sie wichtig ist. Es werden unter Anleitung des Mediators maßgeschneiderte Lösungen für die Parteien erarbeitet. Der Sachverständige kann sich während des Gesprächs ein umfangreiches Bild machen, welches sich mit den vorliegenden Dokumenten wie zum Beispiel dem Schriftwechsel, Aktennotizen, Untersuchungsergebnissen, Gutachten et cetera ergänzt. Zum Ende des Mediationsgesprächs unterbreitet der Mediator den Parteien einen Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise. Wegen der Komplexität des Geistereffekts und der bereits durchgeführten umfangreichen Untersuchungen der beteiligten Parteien schlägt der Sachverständige die Erstellung eines Schiedsgutachtens vor. Die Ergebnisse des Schiedsgutachtens sollen die tatsächliche Ermittlung der Schadenshöhe und die prozentuale Aufteilung unter den drei Parteien sein.

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