Geistereffekt an Druckbögen verursacht erheblichen Schaden


Die Parteien stimmen der Erstellung eines Schiedsgutachtens durch den Sachverständigen zu. Es kommt zum Schiedsgutachtenvertrag.

Schiedsgutachten. Im Protokoll zum Mediationsgespräch ist festgehalten, dass die Parteien zusätzlich zu den vorliegenden Fakten und Dokumenten noch einen angemessenen Zeitraum haben, weitere Unterlagen dem Sachverständigen zur Verfügung zu stellen. Nach diesem Zeitraum ist »Redaktionsschluss«, das heißt zur Entscheidungsfindung durch den Sachverständigen können jetzt keine weiteren Unterlagen mehr Berücksichtigung finden.

Schiedsgutachten-Ergebnisse. Nach Sachlage entscheidet der Sachverständige, dass der Schaden des aufgetretenen Geistereffektes bei 60.000 Euro liegt. Diese Schadenssumme berechnet sich aus der notwendig gewordenen zusätzlichen Dispersionsmattlackierung, um den Geistereffekt zu eliminieren. Geistereffekte lassen sich nicht immer durch Dispersionsmattlackierungen beseitigen, in diesem Fall konnte man durch eine Mattlackierung noch größeren Schaden vermeiden. Das Ergebnis der prozentualen Aufteilung unter den beteiligten Parteien erfolgte wie folgt: 15 % zu Lasten der Druckerei, 15 % zu Lasten des Farblieferanten und 70 % zu Lasten des Papierherstellers.

Im Labor wurde Geistern mit einem Vergleichspapier und einer Vergleichsfarbe drucktechnisch nachgestellt. Es zeigte sich, dass der Einfluss der beim Druckauftrag verwendeten Druckfarbe auf den Geistereffekt sehr viel geringer war als der Einfluss des verwendeten Papiers. Die Druckerei konnte den Geistereffekt auch nicht während des Druckens erkennen, da Geistern oftmals erst später im Stapel entsteht.

Resümee. Bei speziellen Druckaufträgen sollten vor Druckbeginn der Einfluss von Papier und Druckfarbe ebenso wie die Verfahrensparameter hinsichtlich des Geistereffekts untersucht werden. Tests an einer Labordruckmaschine geben nachvollziehbaren und produktionssicheren Aufschluss, um den Geistereffekt zu minimieren.

Der Autor Dr. Colin Sailer, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Druckmaschinen, Offset- und Tiefdruck, berichtet in einer fortlaufenden Serie aus der Praxis. Er betreibt ein Ingenieur- und Sachverständigenbüro in München (Tel.: 0 89/69 38 85 94, Internet: www.print-und-maschinenbau.de).

Erschienen in DD 8/2008

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