Softproofing: Vier Lösungen im Cross-Test an zwei Arbeitsplätzen


Einfach: Helios Webshare UB+ ist einfach strukturiert und schnell zu erlernen.

Das Software-seitige Kalibrierungsprogramm öffnet sich automatisch bei Nichtbestehen der Validierung. Die Einstellungsmöglichkeiten sind auf Farbtemperatur und Helligkeit begrenzt. Weitere Kalibrierungsprogramme oder Editierungs-Tools werden nicht angeboten. Damit ist ein sicherer Kalibrierungsablauf mit den exakt identischen Vorgaben auf verschiedenen Arbeitsplätzen sichergestellt, die Frage nach Tests stellt sich hier nicht. Nach wenigen Minuten ist der Monitor hardwarekalibriert. Die visuelle Darstellung aller Monitore ist sehr gut. Nur die Ansicht auf den Eizo-Monitoren wirkt milchig und leicht rotstichig.

Vergleich zweier Arbeitsplätze. Gleiche Monitore erreichen visuell identische Ergebnisse, unterschiedliche Monitore erzeugen nur leichte Abweichungen zueinander. Die Gefahr verschiedener Darstellungen ist minimal.

K-Flow/Basic-Color Smartt. Die Lösung in der Version 2.0 ist vergleichbar mit reinen Software-RIP-Lösungen zur Ansteuerung und Validierung von Proof-Druckern. Sie ist demnach nur zur Ansicht des Daten-Inhalts am Monitor gedacht und um die – und das ist neu – Proof-Fähigkeit per Auswertung anhand des Fogra CMYK-Medienkeils_v3 zu ermitteln. Es erfolgt also nicht nur ein einfacher Monitor-Check, sondern eine wirkliche Softproof-Validierung des zu simulierenden Druckverfahrens am Monitor. An geöffneten Dokumenten transformiert man deshalb die Lab-Referenzwerte des Medienkeils per Simulationsprofil der Druckbedingung in CMYK-Werte. Diese werden dann in die RGB-Werte des Monitorprofils umgerechnet und als Farbflächen am Monitor dargestellt und vermessen. In der aktuellen Version 2.0 sind keine Text- und Kommentarwerkzeuge vorgesehen. Jedoch zeigt die Lösung die einzelnen Farbkanäle an, der Farbauftrag findet nur messtechnisch statt und lässt sich anhand einer Pipette in Bildbereichen ermitteln. Hinter der Kalibrierungs-Software verbirgt sich Basic-Color Display. Die Applikation startet aus Smartt heraus. Generell eine gute Sache. Jedoch werden die Testmonitore von Eizo und Quato nicht in der Hardwarekalibrierung unterstützt. Mit der Wahl der Planckschen Emissionskurve in Basic-Color Display für D50 (5.003 Kelvin) erzielt man mit den NEC-Monitoren visuell ein sehr gutes Ergebnis. Die Validierung ist bestanden.

Vergleich zweier Arbeitsplätze. Gleiche Monitore erreichen visuell kaum unterscheidbare Ergebnisse. Unterschiedliche Monitore erzeugen leichte bis mittlere Abweichungen zueinander. Die Gefahr verschiedener Darstellung ist gering, da man sich auf eine Kalibrierungssoftware verständigt.

Preise. Die Preisgestaltung aller vorgestellten Systeme ist sehr verschieden. Smartt wirkt sehr günstig. Aber welche Firma benötigt inhouse mehr als 2 oder 3 Proof-Lizenzen? Kundenlizenzen wären sinnvoller. Webshare UB+ wirkt teuer, allerdings können bis zu 20 unterschiedliche Nutzer täglich beliebig viele Dokumente austauschen. Dialogue ES bietet für den Leistungsumfang ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Remote Director wirkt durch die Jahresmiete teuer. Die Preisgestaltung ist deutlich anders als bei herkömmlichen Proof-RIP-Lösungen und somit insgesamt gesehen sorgfältig zu prüfen.

Fazit. Softproofing steht und fällt mit der Modul-Wahl. ICS Remote Director scheint dabei mit seinem Konzept auf dem richtigen Weg zu sein. Die Farbdarstellung unter Helios Webshare UB+ ist insgesamt gut zu bewerten, das Zusammenspiel mit Quato-Produkten ist eine Lösung. Die Dalim-Lösung ist umfangreich und bietet dem Nutzer viele Funktionen. Ein Problem ist jedoch die Bilddarstellung im Browser. Die Gefahr verschiedener Farbdarstellungen über mehrere Arbeitsplätze ist mit Helios und Dalim groß, da man sich auf zu viele verschiedene Kalibrierungswerkzeuge verlässt. Smartt ist eine Lösung, die einleuchtet. Jedoch fehlt uns die Möglichkeit, mit Textfunktionen Anmerkungen auf dem Proof zu machen. Das gehört zu jedem Proof-System dazu. Smartt 2.0 verlässt sich bei der Kalibrierung auf Basic-Color. Das ist positiv und mindert die Gefahr verschiedener Farbinterpretationen. Dabei sind jedoch zu viele allgemeine Presets im Angebot. Dies führt eher zur Verwirrung. Presets für verschiedene Monitore wären sinnvoller.

Webshare UB+ 

Hersteller: Helios
Internet: www.helios.de
Server: Windows, Mac OS X, Sun Solaris (Sparc & x86), Linus und AIX.
Browser: Safari, Internet Explorer, Firefox.
Formate: PDF, Tiff, PSD, PSB, JPEG2000, JPEG, PNGs und RAW-Formate, DTP-Formate von Quark Xpress und Adobe Indesign (via PXV-Plug-in)
PDF-Engine: Adobe PDF-Library 2
Preis: 11.662 Euro (inkl. MwSt.) für 20 gleichzeitige Nutzer pro Tag, beliebig viele Dokumente
Wertung: ++++

Bewertungskriterien:
Alle von der Redaktion getesteten Produkte erhalten eine eindeutige Wertung. Die Anzahl der Passerkreuze schlüsselt sich wie folgt auf:

++++++ Herausragend
+++++  Sehr gut
++++  Gelungen
+++  Brauchbar
++  Ungenügend
+  Finger weg!

Dialogue ES 

Hersteller: Dalim Software
Internet: www.dalim.com
Server: Mac OS X und Linus.
Browser: Firefox, Internet Explorer 7 oder 8.
Formate: PDF, EPS, PS, Tiff (8 und 1 Bit), JPEG, PSD, Scitex-CT, DCS 1 und 2.
PDF-Engine: Dalim-eigene Library, optional Adobe PDF Print-Engine 2 auswählbar.
Preis: ab 5.950 Euro (inkl. MwSt.) für 3 gleichzeitig angemeldete Benutzer, zusätzliche Lizenzen: 2er, 5er, 10er, 25er, 50er, 100er.
Wertung: ++++

Bewertungskriterien:
Alle von der Redaktion getesteten Produkte erhalten eine eindeutige Wertung. Die Anzahl der Passerkreuze schlüsselt sich wie folgt auf:

++++++ Herausragend
+++++  Sehr gut
++++  Gelungen
+++  Brauchbar
++  Ungenügend
+  Finger weg!

Smartt 

Hersteller: K-Flow und Basic-Color
Internet: www.kflow.de, basiccolor.de
Server: Mac OS 10.4.8 oder höher, Windows XP (SP3) mit Intel-Pentium-III oder -4-Prozessor.
Formate: PDF, Tiff, JPG.
PDF-Engine: Adobe Print-Engine 2
Preis: Einzelplatzlizenz: 1.785 Euro, Folgelizenz 2 bis 5 (am gleichen Standort): 1.178 Euro, Folgelizenz 6 bis 10 (am gleichen Standort: 940 Euro, Sitelizenz ab 10 Lizenzen (am gleichen Standort, Flatrate): 17.850 Euro, Enterprise-Lizenz (unlimitiert, Unternehmen, Kunden): auf Anfrage (alles inkl. MwSt.)
Wertung: +++

Bewertungskriterien:
Alle von der Redaktion getesteten Produkte erhalten eine eindeutige Wertung. Die Anzahl der Passerkreuze schlüsselt sich wie folgt auf:

++++++ Herausragend
+++++  Sehr gut
++++  Gelungen
+++  Brauchbar
++  Ungenügend
+  Finger weg!

Remote Director 

Hersteller: Integrated Color Solutions
Internet: www.icscolor.de
Server: Microsoft Windows Server 2003 und -XP Pro, Mac OS X 10.4.x oder 10.5.x.
Formate: Tiff, Tiff-IT, Tiff-G4, JPG, PSD, PDF, PS, EPS
PDF-Engine: Apago.
Preis: Enterprise 21.420 Euro, Proof-Flow 7.140 Euro, Creator 3.808 Euro, Image Server (zusätzlich) 17.612 Euro (alles Jahresmiete, inkl. MwSt.)
Wertung: +++++

Bewertungskriterien:
Alle von der Redaktion getesteten Produkte erhalten eine eindeutige Wertung. Die Anzahl der Passerkreuze schlüsselt sich wie folgt auf:

++++++ Herausragend
+++++  Sehr gut
++++  Gelungen
+++  Brauchbar
++  Ungenügend
+  Finger weg!

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