Weiterempfehlen Drucken

Zwölffarben-Drucker: Für Fineart, Fotografie und Proof

Kompakt: Der Canon Imageprograf iPF 6350 bietet große Leistung im handlichen Gehäuse.

Canon präsentiert eine neue Druckerfamilie für bildorientierte Anwendungen. Im Praxistest muss der Imageprograf iPF 6350 zeigen, was er kann.

In den letzten Jahren hat sich die Arbeitsweise von Fotografen stark verändert. Bildrauschen, Farbmanagement und Druckauflösung haben Begriffe wie Filmkorn oder Dunkelkammer nahezu verdrängt. Was bleibt, ist die Suche nach dem optimalen Bild. Diesem Anspruch hat sich Canon verschrieben und bietet Lösungen für den kompletten Workflow an. Wir zeigen, wie gut sich der neue Imageprograf iPF 6350 im Fotostudio macht und für welche Anwendungen der Drucker sonst noch geeignet ist.

Im Zeitalter digitaler Fotografie prallen zwei Welten aufeinander: Einerseits sind viele Fotografen in erster Linie kreativ und wollen sich nicht mit Technik beschäftigen, andererseits schafft diese Technik die Grundlage zur optimalen Umsetzung gestalterischer Ideen. Deshalb konzentrieren wir uns im Test nicht nur auf Technisches, sondern hinterfragen auch Bedienung und Praxistauglichkeit, Punkte, die in keinem Datenblatt zu finden sind.

Hardware: Rein äußerlich unterscheidet sich der Imageprograf iPF 6350 kaum von seinen Vorgängern (siehe Ausgabe 1-2/2009, iPF 6000 s). Der Drucker arbeitet mit zwei permanenten Bubble-Jet-Druckköpfen, die der Anwender selbst tauschen kann, was sehr servicefreundlich ist. Das Gerät bietet mit USB 2.0 und Gigabit-Lan zeitgemäße Schnittstellen und ist einfach in fast jede Arbeitsumgebung einbindbar. Beim Aufstellen hat man die Wahl zwischen Tisch- oder Standgerät. Mit 80 kg Gewicht ist sogar der Einbau in ein Regal denkbar. Eine Rollenaufwicklung für unbeaufsichtigtes Drucken sucht man vergebens, sie ist aber bei 61 cm Arbeitsbreite auch nicht unbedingt nötig. Fertige Drucke landen somit in einem Auffangkorb: Im Test haben wir keinen einzigen geknickten Bogen zu beklagen. Für höhere Produktivität ist unser Testgerät mit einer 80-GB-Festplatte ausgestattet, die Nachdrucke und schnelleres Spoolen ermöglicht. Wer darauf verzichten kann, erhält mit dem iPF 6300 den gleichen Drucker ohne diese Option.

Software: Wie bei Canon üblich, befinden sich auf den mitgelieferten CDs nicht nur Treiber für alle gängigen Betriebssysteme, sondern auch viele Dienstprogramme, die die Einrichtung des Druckers vereinfachen und den Anwender bei der Arbeit unterstützen. Will man den Drucker ohne RIP ansteuern, profitiert man davon. Besonders für Fotografen bietet Canon mit einem Photoshop-Ausgabe-Plugin ein Bilderdruck-Werkzeug, das weitere Programme fast überflüssig macht. Jedoch können Anwender von Indesign, Illustrator und Co. von diesen Funktionen nicht profitieren und müssen sich deshalb eventuell nach geeigneter RIP-Software umsehen. Zur Drucker-Markteinführung soll es für alle gängigen Programme bereits entsprechende Treiber geben. Wir haben uns deshalb exemplarisch die RIP-Lösung Posterjet angesehen, da Canon diese Software in Deutschland als Option für den Produktionsdruck anbietet.

Lucia EX: Canon hat die neuen Drucker meist im Detail verbessert. Dazu gehört auch eine neue Tinte, deren Eigenschaften in vielen Bereichen weiter optimiert sein sollen. Der Farbraum ist erneut erweitert und übertrifft auf vielen Medien die Referenz ISO-coated. Dazu tragen die modifizierte Tintenchemie und die Zusatzfarben RGB bei. Im Proofdruck profitiert man so vom verbesserten Umsetzen von Sonderfarben wie Pantone, HKS oder RAL. Selbst auf texturierten Fineart-Papieren oder Canvas sind gesättigte Farben und hohe Kont­raste realisierbar. Bei diesen Anwendungen gewinnt man weiterhin durch verbesserte Trocknung und – durch Polymere in der Tinte – erhöhte Kratzfestigkeit. Auch die Lichtbeständigkeit der Drucke ist weiter entwickelt und vom Testinstitut »Wilhelm Imaging Research« bestätigt. Hier attestiert man ­– abhängig vom verwendeten Druckmedium – 75 Jahre Haltbarkeit für Farb- und 200 Jahre für Schwarzweiß-Drucke.

Info: Wilhelm Research 

In der Forschung: Seit über 30 Jahren beschäftigt man sich bei Wilhelm Imaging Research (WIR) mit der Haltbarkeit von Bildmaterial, ob klassisch auf Film und Fotopapier oder digital gedruckt. Dazu untersucht man neben der Lichtbeständigkeit auch Einflüsse wie Ozon oder Luftschadstoffe. Die absoluten Haltbarkeitsangaben in Jahren sind nicht unumstritten, da man sie auf Basis beschleunigter Tests erhält. Da man jedoch klassisches Fotomaterial auch den gleichen Tests unterzieht und hier bereits langjährige Erfahrungen aus der Praxis vorliegen, sind die Ergebnisse miteinander vergleichbar. Dies ist auch ein Grund für die heutige Akzeptanz von Inkjet-Drucken in Galerien und Museen. Infos: www.wilhelm-research.com.

Seite 1 | 2 »
Anzeige

Leserkommentare

Noch keine Kommentare. Geben Sie den Ersten ab!

Testberichte

Softproofing: Vier Lösungen im Cross Test an zwei Arbeitsplätzen

Der neue Testbericht gibt einen Einblick in die Funktionen und technischen Möglichkeiten der Softproof-Lösungen Helios Webshare UB+, Dalim Dialogue ES, Integrated Color Solutions (ICS) Remote Director und K-Flow/Basic-Color Smartt. Dabei prüfen wir deren Praxistauglichkeit anhand von Über-Kreuz-Tests mit zwei Softproof-Arbeitsplätzen unter Verwendung der Monitormodelle Quato Intelliproof 262 Excellence, Eizo CG 243 W und NEC Spectraview 3090.

» mehr

Druck&Medien Awards 2016: After-Show-Party

Jetzt NEU

Die print.de-Karte der wichtigen Branchenkontakte

Mehr Details zu den einzelnen Anbietern in Ihrer aktuellen Ausgabe des Deutschen Druckers unter Service/Das Branchenverzeichnis A-Z
mehr

Top-Themen

Deutliche Passerprobleme und Streifenbildungen bei den Druckmustern von Landa.

Landa: viel Show um Nichts?

Wie bereits 2012 glänzt Landa Digital Printing auch auf der Drupa 2016 mit einer fulminanten Show. Die Ankündigungen, dass die Nanografie qualitativ neue Maßstäbe setzen würde, hält aber keiner ernsthaften Betrachtung Stand. An keinem der von uns besuchten Drupa-Stände haben wir schwächere Druckmuster gesehen als bei Landa.
mehr

Zukunft des Digitalen ist Print

17 neue Internetseiten gehen in jeder Sekunde online und auf jeder von Ihnen werden riesige Mengen Content veröffentlicht. Ohne Zweifel: das World Wide Web und die Entwicklung der mobilen Devices haben das Mediennutzungsverhalten grundlegend verändert und die klassischen Medien in Bedrängnis gebracht. Und trotzdem liegt die Zukunft des Digitalen im gedruckten Produkt, ist sich Andrew Davis sicher.
mehr

Aktuell bei Top 10

Die zehn schönsten Malbücher für Erwachsene

Malbücher für Erwachsene erobern derzeit weltweit die Bestseller-Listen. Spätestens nach dem Erfolg des Malbuchs "Mein verzauberter Garten"der Schottin Johanna Basford war der Trend bei Erwachsenen angekommen, die auf der Suche nach Entspannung nach dem Buntstift greifen. In unserem Ranking haben wir die zehn für uns schönsten Malbücher zusammengestellt.
mehr

Druck&Medien Awards 2016 – Get-together und Dinner

CGI – So sieht die Zukunft der Bildbearbeitung aus

Umfrage

Veranstaltet Ihr Unternehmen eine Mitarbeiter-Weihnachtsfeier?

Jetzt abstimmen

Kommentare

Services

Bitte warten...