Zwölffarben-Drucker: Für Fineart, Fotografie und Proof


Beeindruckend: Der Farbraum deckt neben ISOcoated auch viele Sonderfarben ab.

Handhabung: Hierin unterscheidet sich der iPF 6350 kaum von seinen Brüdern und punktet mit vielen positiven Eigenschaften. So ist der Drucker bequem von vorn bedienbar. Ein informatives Display hilft beim Einlegen und der Auswahl des Druckmediums, der Kontrolle der Tintenstände oder dem Durchführen von Wartungsarbeiten. Viele dieser Statusmeldungen zeigt die Software zusätzlich an, was eine Fehlbedienung fast ausschließt. Für erfahrene Anwender mag diese Sicherheit etwas zu viel sein, doch Canon kann es nicht allen recht machen. Stimmen beispielsweise die Einstellungen des Papiers in Drucker und Software nicht überein, wird die Ausgabe verweigert, was bei Materialien von Fremd-anbietern schnell passieren kann.

Materialfrage: Dieses Problem hat auch Canon erkannt und liefert mit dem »Media Configuration Tool« die passende Lösung. Mit der Software kann man neue Druckmedien definieren, die anschließend in den Treibern bereitstehen. Die Einstellungen umfassen neben dem Namen auch die Grammatur, die Druckkopfhöhe oder den maximalen Farbauftrag. Dadurch lassen sich auch exotische und teure Materialien ohne Experimente in den Workflow einbinden. Auch sonst lädt der iPF 6350 zum Einsatz verschiedener Medien ein. Der Materialtransport verarbeitet in unserem Test problemlos alle Medien. Diese sollten jedoch eine Mindestgröße von A4 und eine maximale Stärke von 1,5 mm haben. Mit diesen Vorgaben ist man aber für die meisten Druckjobs gut gerüstet.

Fotodruck: Für Fotografen dürfte die Druckqualität an erster Stelle stehen, da heute viele Bilder »nur« gedruckt werden und dem Vergleich mit fotografischen Belichtungen standhalten müssen. Hier kann der Drucker mit der hohen Auflösung von 2.400 x 1.200 dpi punkten. Entscheidender ist jedoch das kleine Tropfenvolumen von 4 pl, das auch bei niedrigeren Auflösungen die Inkjet-typische »Körnigkeit« unterdrückt. Dies kommt gerade bei Schwarzweiß-Fotos zum Tragen, die der iPF 6350 sehr gut umsetzt. Dabei profitiert der Drucker auch von der Tintenkonfiguration mit zwei zusätzlichen Grauabstufungen. Weiterer Pluspunkt ist das Ausgabe-Plug-in für Photoshop, das dem Anwender auch ohne RIP volle Kontrolle über den Druck ermöglicht. Die Einbindung des Farbmanagements funktioniert sehr gut und die Möglichkeit der direkten Ausgabe von 16-Bit-Daten erzeugt feine Farbverläufe.

Grafik & Proof: Der iPF 6350 eignet sich auch für andere grafische Anwendungen, bei denen wir aber den Einsatz einer RIP-Lösung empfehlen, da die Möglichkeiten des Treibers die Anforderungen nicht immer erfüllen. Neben der sehr guten Druckqualität spielt hier auch das Umsetzen von Sonderfarben eine wichtige Rolle – eine Aufgabe, die der Drucker gut löst. Dazu kommt, dass die Lucia-EX-Tinte kaum Bronzing aufweist und ein gutmütiges Metamerieverhalten hat.

Posterjet: Den RIP von Eisfeld Datentechnik testen wir als Beta in der Version 8.5, die in diesem Stadium sehr stabil läuft. Posterjet ist für den Client-Server-Betrieb ausgelegt und somit auch für die Verwaltung mehrerer Drucker von verschiedenen Arbeitsplätzen geeignet. Die Konzentration des Herstellers auf die Drucker von Canon, Epson und HP garantiert eine gute Treiberanbindung und Kommunikation zwischen RIP und Drucker. In Sachen Funktionsumfang und Bedienung gibt es viele Gemeinsamkeiten zu anderen RIPs. Zu den Besonderheiten zählt die hohe Geschwindigkeit, da Posterjet nicht erst die ganze Datei verarbeitet, bevor der Druckjob startet. Weiterer Pluspunkt ist der hohe Automatisierungsgrad durch flexible Voreinstellungen, die stets modifizierbar sind. Zusammen mit dem guten Farbmanagement ist Posterjet 8.5 ein komfortabler RIP für produktionsorientierte Anwender.

Fazit: Der Imageprograf iPF 6350 geht mit hochgesteckten Zielen ins Rennen um einen vorderen Platz unter großformatigen Foto- und Proofdruckern. Mit dem praxisnahen Paket aus guter Handhabung und sehr guter Druckqualität zeigt Canon, wie man diesem Anspruch gerecht werden kann. Posterjet 8.5 hat sich als RIP in unserem Test ebenfalls bewährt.

Imageprograf iPF 6350 

Hersteller: Canon
Internet: www.canon.de
Technische Daten: Inkjet-Drucker mit 12 Farben (CMYK, mK, lc, lm, Gr, lGr, RGB), maximale Medienbreite 61 cm, Auflösung bis 2.400 x 1.200 dpi, Netzwerk- und USB-2.0-Anbindung.
Systemempfehlung: Mac: Mac OS X; PC: Windows XP/Windows 7; 2 GB RAM beim Direktdruck, sonst abhängig vom verwendeten RIP.
Vorzüge: Sehr gute Druckqualität, hohe Geschwindigkeit, funktionale Software. Nachteile: Kleine Kartuschen (130 ml).
Preis: 3749 Euro Drucker, 428 Euro Standfuß (inkl. MwSt.)
Vertrieb: Fachhandel
Wertung: +++++

Bewertungskriterien:
Alle von der Redaktion getesteten Produkte erhalten eine eindeutige Wertung. Die Anzahl der Passerkreuze schlüsselt sich wie folgt auf:

++++++ Herausragend
+++++  Sehr gut
++++  Gelungen
+++  Brauchbar
++  Ungenügend
+  Finger weg!

Autor: Oliver Digeon von Monteton

Erschienen in PUBLISHING PRAXIS 5–6/2010

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