Epson Stylus Pro WT 7900: Großformat-Tintenstrahlerfür Verpackungsproof


Gamut: Der Farbgamut des WT 7900 auf Epson Clear-Proof-Film (rot) bietet genügend Spielraum für gute Druck- und Sonderfarbensimulation.

RIP-Lösungen: Für den Stylus Pro 7900 WT sieht Epson keinen eigenen Druckertreiber vor. Nur wenige Hersteller mit ihren RIP-Lösungen unterstützen das Gerät, dazu zählen GMG, CGS, EFI und Dinax. Im Test beschränken wir uns auf die RIP-Lösungen GMG Flexoproof 5.1 und EFI Colorproof XF 4.1 mit 1-Bit-Option. Mit diesen RIP-Lösungen lässt sich der Drucker problemlos einrichten und steuern. Von GMG stehen vorbereitete Druckerkalibrierungen, Farb-, und Rasteranpassungen für gängige GMG-Papiere und Epson-Clear-Proof-Film für den Druckstandard Fogra 39 (ISOcoated_v2) bereit. Die Kalibrierungen für Film wurden für den Rückseitendruck mit einer Auflösung von 1.440 x 720 dpi erstellt, sowohl für uni- als auch bidirektionalen Druck.

EFI bietet zwei Druckertreiber an: Contone und Halftone. Für den Contone-Treiber existieren Linearisierungen und ICC-Profile für Epson-Clear-Proof-Film und verschiedene Epson-Papiere. Für den Halftone-Treiber gibt es diese nur für die beiden Folien Epson Clear-Proof und -Crystal-Clear-Proof. Die Auflösungen betragen 1.440 x 720 dpi und 1.440 x 1.440 dpi, für Surface- und Reverse-Druck. Die Kalibrierungen sind für unidirektionalen Druck ausgelegt.

Mit GMG Flexoproof 5.1 muss vor dem ersten Druck eine Ka­librierung erfolgen. Dies führen wir durch und erreichen nach der dritten Iteration die Vorgabewerte, sodass eine bestmögliche Übereinstimmung der Farbanpassung gewährleistet ist. Die Druckerkalibrierung gilt für die Halbtonrasterung und auch für die Farbanpassung der 1-Bit-Rasterung.

Mit EFI Colorproof XF 4.1 kann man sofort drucken. Doch die Erfahrung zeigt, dass ein Proof-System nur exakte Werte per Nachkalibrierung erreichen kann. Die Nachlinearisierungsfunktion mit Colorproof XF funktioniert nur unzureichend, sodass sich die Werte nicht nennenswert ändern. EFI empfiehlt die Optimierung des ICC-Profils auf die Vorgabewerte von Fogra 39, welches dann als so genanntes 3cc-Profil im entsprechenden Workflow abgelegt wird. Die dritte und vierte Iteration ergibt keine Verbesserung, sodass wir die zweite Iteration als 3cc-Profil speichern.

Ergebnisse: Mit beiden Programmen werden die Medienkeilauswertungen, gemessen auf einer weißen Unterlage, verbessert und sogar sehr ähnliche Werte erreicht. Darüber hinaus ist es uns mit der GMG-Lösung gelungen, den Rasterproof anhand einer zusätzlichen Anpassung noch einmal zu verbessern. Mit dem EFI-RIP ist dies auch möglich, doch ist das Messchart zuvor in einem Belichter-RIP aufzurastern. Mit beiden RIP-Lösungen ist es uns nicht gelungen, die Werte für Fogra 39 auf Folie gänzlich zu erreichen. Dies liegt aber an der unterschiedlichen Farbmetrik des Weißtons zum Fortdruckpapier.

Mit beiden RIP-Lösungen sind drei Optionen für den Weißauftrag wählbar. Nur Farben (ohne Weiß), Weiß über das gesamte Druckbild, oder objektspezifisch unter die Farbanteile. Dabei wird das Weiß mit sehr genauen Verläufen gedruckt und man ist so in der Lage, den Fortdruck realitätsnah zu simulieren. Der Weißton ist zudem farblich, durch die Zugabe von CMYK-Anteilen, veränderbar. Unter EFI lässt sich die Intensität des Weißtons (Opazität) sogar noch verstärken. Folgenden Weißton haben wir ermittelt: L=91, a= –0.6 und b=1. Dabei ist der Auftrag über die Fläche mit Delta E 0,45 sehr stabil.

Fazit: Die Druckresultate und die Geschwindigkeit des Epson Stylus Pro 7900 WT sind sehr gut. Auch die Druck- und Steuertechnik funktionieren einwandfrei. Der automatische Reinigungsprozess ist etwas irritierend, da er willkürlich einsetzt. GMG und EFI sorgen für eine saubere Umsetzung der Druckdaten, als Halbton und in der 1-Bit-Rasterung. Der Weißauftrag weist eine sehr gute Gleichmäßigkeit auf, die benötigte Opazität ist jedoch zu überprüfen. Visuell und messtechnisch sind sich die Drucke mit beiden RIP-Lösungen sehr ähnlich. Die Farbanpassung mit GMG ist gegenüber EFI durch den schnellen und unkonventionellen Kalibrierungsvorgang zeitlich und messtechnisch vorteilhaft. Der EFI-RIP hat den Vorteil, auch Mac-User, gerade im Agenturbereich, für den Stylus Pro WT 7900 begeistern zu können.  

Stylus Pro WT 7900 

Hersteller: Epson
Internet: www.epson.de
Technische Daten: 24-Zoll-Tintenstrahldrucker mit Epson-Ultra-Chrome-HDR-Tinte mit White-Ink-Technologie.
Systemempfehlung: PC: Utility Software für Windows 2000/XP (32/64 Bit), Windows Vista (32/64 Bit), Windows 7. Vorzüge: Schnell, flexibel, geringer Materialaufwand, wartungsarm.
Nachteile: Qualitätseinbußen beim Drucken auf Papier, ansteuerbar nur in Verbindung mit einer RIP-Lösung.
Preis: 9514 Euro (inkl. MwSt.), Spectroproofer: 2.374 Euro (inkl. MwSt.)
Vertrieb: Fachhandel
Wertung: +++++

Bewertungskriterien:
 Alle von der Redaktion getesteten Produkte erhalten eine eindeutige Wertung. Die Anzahl der Passerkreuze schlüsselt sich wie folgt auf:

++++++ Herausragend
 +++++  Sehr gut
 ++++  Gelungen
 +++  Brauchbar
 ++  Ungenügend
 +  Finger weg!

Autor: Steffen Matt/pe

Erschienen in PUBLISHING PRAXIS 3-4/10

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