Automatisierung heißt: Keiner muss mehr danebenstehen und kontrollieren


Inline-Density-Control von Manroland hilft beim Senken der Anfahrmakulatur.

Sicherheit

Viel Aufmerksamkeit hat das Sindelfinger Unternehmen der Prozess-Sicherheit geschenkt. Denn Personal – etwa für das manuelle Bereinigen von Staus im Postpressbereich –, gibt es ja kaum noch.
Automatisierung, sagt Rolf Schmelzer, mache nur Sinn, wenn keiner danebensteht und aufpassen muss. Vor diesem Hintergrund muss man beispielsweise die Ausstattung der Lithoman mit je zwei A3- und zwei A4-Ausgängen sehen. Hier werden die Falzlagen gesammelt und als Schuppenstrom mit je zwei Falzbogen übereinander auf die Verarbeitungsstrecke geschickt. Das bedeutet, dass die Druckgeschwindigkeit von circa 15 m/s, die Körner beim Ausfahren der maximalen Maschinengeschwindigkeit (45000 U/h) erreicht, geviertelt wird. Verbunden mit einer Schuppenstromführung über Spiralen und eine spezielle Hochförderstrecke gehören laut Sven Jauch die ärgerlichen Produktstaus der Vergangenheit an. Jede der beiden Palettierzellen verfügt über einen eigenen Knickarmroboter RS 400, um auch bei dicken Produkten, die zu einem hohen Paketaufkommen führen, noch absetzen zu können, ohne die Druckmaschine auszubremsen.

Wenige manuelle Eingriffe

Bereits beim Handling der Druckplatten wird dafür gesorgt, dass manuelle Eingriffe – die leicht zu einer Beschädigung der Platte führen können – Ausnahmen sind. Die gesamte Produktionsstrecke, beginnend am neuen Kodak-Belichter Magnus VLF mit seinen beiden Automatic Plate Loadern (für zwei Plattenformate), ist mit Sensoren ausgestattet. Die videogesteuerte Biegeeinheit gewährleistet eine Präzision, die an der Druckmaschine erst den automatischen Plattenwechsel und die automatische Hochfahrsequenz innerhalb der Autoprint-Fähigkeit problemlos nutzbar macht.

Körner ist auch die erste Akzidenz-Rollendruckerei, die den Logistack-Plattenspeicher von Nela in diesem Format einsetzt. In den 80 Fächern werden belichtete und gebogene Platten zwischengelagert, mit Auftragsnummer, Bogennummer  und Version verwaltet, dann vom Druckleitstand abgerufen und in Plattentransportwagen zu den Druckeinheiten der Lithoman befördert. An der Maschine selbst transportiert ein Plattenlift die 1915 x 1222 mm großen Aluplatten in die obere  Druckwerksebene. „Sehr produktionssicher“, urteilt Rolf Schmelzer. Der neue Autoprint-Workflow führt zu völlig anderen Abläufen als in der Vergangenheit. Man richtet am Leitstand der Lithoman nicht mehr so lange ein, bis es schließlich „Gute“ gibt, sondern der Drucker erwartet beim Anfahren der Maschine „automatisch gute Exemplare – sonst wäre ja etwas vorher schiefgegangen“, erklärt Druckereileiter Jauch.

Keine Inseln mehr

Wenig Platz: Körner hat bei der Rotationsentsorgung dennoch auf präzisen Produkttransport Wert gelegt.

Von der neuen Hiflex-Auftragsmanagement-Software verspricht sich Körner schließlich das Ende der letzten noch vorhandenen Insellösungen im Unternehmen. Sie soll unter anderem die Fremdleistungsvergabe automatisieren helfen und so die Auftragsmanager von Routinetätigkeiten entlasten.

Dass trotz aller Systembetrachtung und Automatisierung der Mensch eine wesentliche Rolle im neuen Konzept von Körner spielt, sieht man an der Verlagerung von Verantwortung direkt an die Maschine: die Maschinenbesatzungen an der 64-Seiten Lithoman verwalten und organisieren sich selbst. Eine Chance, die von den Mitarbeitern ergriffen wurde.

Erschienen in DD17/2011

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