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Die Migros geht fremd

„Plakat-Tagging“ sorgt für Aufregung
 

Da schaut der Fielmann-Mann ...

Vorigen Samstag ließ der Schweizer Einzelhändler die Plakate anderer Unternehmen mit überdimensionierten Kassenzetteln bekleben. Originell oder anmaßend? Die Meinungen sind geteilt.

 
 

Phase eins der neuen Dachmarkenkampagne

Mitte Mai hat die Migros ihre neue Dachmarkenkampagne gestartet. Die verantwortliche Agentur ist Jung von Matt/Limmat. Dass Kassenzettel dabei eine große Rolle spielen, weil sie Mini-Geschichten „mit echten Migros-Produkten“ erzählen sollen, ist an sich noch kein Aufreger. Aber wie sie das tun ...

Den ungewöhnlichen Auftakt bildete bereits die sogenannte Media-Aktion „Tagging“, die in Kooperation mit dem Medienhaus Ringier erfolgte. Dabei wurde eine Art Kassenzettel mit einer – zur Titelseite passenden –  Liste von Produkten auf Magazine wie die „Schweizer Illustrierte“ oder der „Sonntagsblick“ gepappt. So zierte letztgenanntes Medium, das die Teilnahme der „Eisgenossen“ am WM-Finale feierte, ein Aufkleber, der Crushed Ice, Schweizer Hartkäse und Hackfleisch, Herkunft USA aufführte. Schon über den Witz dieser Liste lässt sich trefflich streiten.

 
 

Ein Hingucker auch bei Regenwetter

Noch besser kam es dann vergangenen Samstag. Über Nacht waren in den großen Schweizer Städten diese – nun aber überdimensionierten – Kassenzettel auf fremde Plakate geklebt worden. So gab es neben dem Fielmann-Mann eine Liste mit Karotten, Karottensaft und Rüebli-Torte, bei Opel die Zutaten für die Autopflege oder dem Hornbach-Heimwerker wurde zur Körperpflege angeraten.

Erst gleichzeitig mit der Aktion seien die betroffenen Unternehmen informiert worden, die Aufkleber seien extra leicht zu entfernen, hieß es von Seiten der Migros. Immerhin hat es der Einzelhändler geschafft mit der frechen Aktion in die Medien zu kommen – auch, wenn die Meinungen auseinander gingen. Der Chefredakteur der „Werbewoche“ bezeichnete etwa die Guerilla-Aktion eines so großen Unternehmens als „unsympathisch“. Das meldete 20min.ch, das größte Nachrichtenportal der Schweiz. Dessen Leser konnten teilweise der Aktion aber durchaus etwas abgewinnen: „richtig gut und originell“ schreibt etwa Janosch Roth.

Nachdem so für ausreichend für – den sicher gewünschten – Wirbel gesorgt wurde, sollen die Kassenzettel bis Montag Abend wieder verschwunden sein. Die betroffenen Firmen sahen das Ganze übrigens keinesfalls negativ: „Die Aktion ist gelungen und bringt auch uns wieder ins Gespräch“, äußerte sich die Hornbach-Sprecherin gegenüber 20min.ch.

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