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Lentikular im Einsatz

Doppeldeutige Botschaften
 

Ein Plakat, das Blicke auf sich zieht

Mit einer ganz speziellen Nutzung eines Wackelbilds überrascht der spanische Ableger von Grey. Die Werbegentur entwickelte für die spanische Hilfsorganisation Anar ein Plakat mit zwei Lesarten.

„Sometimes child abuse is only visible to the child suffering it“ – „Manchmal ist Kindesmisshandlung nur sichtbar für die Betroffenen“. Das können Erwachsene lesen, wenn sie auf das Plakat schauen, das die Hilfsorganisation Anar kürzlich von Grey Spanien  entwickeln ließ. Zu sehen ist das Gesicht eines Jungen, der dem Betrachter ernst entgegenblickt.

 
 

Kinder lesen eine andere Botschaft.

Das an sich ist nichts Besonderes. Dazu wird das Plakat erst, wenn es kleine Leute anschauen – also in der Regel Kinder, die unter zehn Jahre alt und nicht größer als 1,35 Meter sind. Denn sie sehen etwas anderes. Zwar das gleiche Gesicht, aber aus der Kinderperspektive ist plötzlich eine aufgeplatzte Unterlippe zu erblicken und zudem eine andere Botschaft zu lesen: „If somebody hurts you, phone us and we’ll help you“ – „Wenn dich jemand misshandelt, ruf uns an und wir helfen dir“.

Möglich macht die doppeldeutige Botschaft das Lentikularverfahren, durch das ein Plakat zwei Motive zeigen kann – je nachdem, aus welchem Blickwinkel der Betrachter auf das Plakat schaut. Laut Youtube-Video soll das Plakat betroffene Kinder ermutigen, die Nummer des Nottelefons von Anar zu wählen. Auch wenn ihr erwachsener – und größerer – Peiniger direkt neben ihnen steht.

Gut gemeint, aber vielleicht doch verfehlt? Diese Frage diskutiert derzeit die Community auf dem Familienportal „Nido“, wo die Kampagne ebenfalls vorgestellt wird. Schließlich könne genau diese Technik auch missbraucht werden – beispielsweise von der Süßwarenindustrie. Der Gedanke liegt natürlich nahe, aber letztendlich sollte nicht übersehen werden, dass das Youtube-Video, das die (angebliche?) Kampagne beschreibt, einem ganz anderen Zweck dient. Wer den Begleittext liest, erfährt, dass Anar mit dem Video für das Thema sensibilisieren und Spendengelder einsammeln will – über eine Paypal-Seite.  Aber ein Schelm ist natürlich auch, wer trotzdem Böses denkt: Denn die Agentur Grey macht damit gleichfalls darauf aufmerksam, wie sich der Effekt der Lentikulartechnik werblich raffiniert einsetzen lässt ...

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