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Neulich am Plakat

Spenden mit Links
 

Für uns nur eine Tomate, für ein hungerndes Kind viel mehr

Hier der Überfluss, dort der Hunger – wie sich die Gegensätze einer ungerechten Welt mit einer spielerischen Spende überbrücken lassen, zeigt eine Plakataktion für das UN World Food Programme an einer Bushaltestelle in Halle.

Wie es manchmal der zynische Zufall will: Da hängt ein Plakat, das um Spenden für hungernde Kinder in anderen Ländern bittet, nur ein paar Schritte daneben will uns ein Plakat zum Kauf von Delikatessen aus aller Welt verführen. Zwei Realitäten dieser Welt, die leider weit auseinanderklaffen.

 
 

In wenigen Schritten zur Spende – dank NFC

Beide Welten zu verbinden ist schwierig. Aber ein kleiner Beitrag kann ein erster Schritt zu einer besseren Welt sein. Das war vermutlich auch der Hintergedanke einer Plakataktion, die sich die Hamburger Agentur Grabarz & Partner für das UN World Food Programme, kurz WFP, ausgedacht hat: der sogenannte Food Link.

Realisiert wurde die Aktion in Zusammenarbeit mit dem Außenwerbungsspezialisten Ströer an einer überdachten Bushaltestelle in Halle. Dort hing an beiden Seiten je ein Plakat. Das eine warb mit leckerem Obst und Gemüse für einen Delikatessenversand, das andere zeigte ein hungerndes Kind vor leerem Teller. An der gläsernen Rückwand der Haltestelle, vor der Bank für die wartenden Passagiere war eine Art Packpapier angebracht, auf dem ein gemaltes Smartphone zu sehen war mit folgender Aufforderung: „Zwei Welten verbinden. Du hast es in der Hand.“

Wer wollte, konnte nun mit dem Smartphone ein Stück des Überflusses von dem einen Plakat auf den leeren Teller des anderen übertragen. Der Spender hält dabei das Handy auf ein von ihm ausgewähltes Lebensmittel des Delikatessenplakats – eine Tomate zum Beispiel. Die erscheint nun tatsächlich auf dem Bildschirm des Handys – sie steht symbolisch für den automatisch errechneten Wert der Nahrung. Dieser Betrag kann dem nur drei Schritte entfernten Kind auf dem gegenüberliegenden Plakat gespendet werden. Und nicht nur das. Direkt nach Absenden des Geldbetrages bekommt der Spender einen Videoclip mit dem Dankeschön eines Kindes auf sein Handy gespielt. Zudem erhält er nach ein paar Tagen eine virtuelle Postkarte, die bestätigt, dass die Spende angekommen ist.

Möglich wird das durch die sogenannte Near Field Communication, kurz NFC, ein internationaler Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten. Das funktioniert zwischen zwei Smartphones – aber auch in Verbindung mit sogenannten NFC-Tags. Das sind kleine, programmierte Chips, auf denen Daten gespeichert sind, die ein NFC-fähiges Smartphone auslesen kann. Der Nutzer muss dafür kein Programm installieren und keine App herunterladen. Die gängigen Handys verfügen über diese Funktion. Laut Ströer kam die Aktion gut an, sodass derzeit der Einsatz in weiteren Städten geprüft wird.

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