Diese Prominenten hatten Jobs in der Druckindustrie


 

Im ersten Leben war sie Typografin: Doro Pesch feierte 2014 ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum.

Von der Typografie zur Rockmusik

„Solange ich denken kann, wollte ich Sängerin  werden“, so beginnt die in Düsseldorf geborene Rocksängerin Doro Pesch ihre Erzählung. „Ich hatte ein Lieblingslied, das ich als kleines Mädchen auf dem Plattenspieler gefühlte 100000-mal abspielte. Gleichzeitig zeichnete und malte ich sehr gern und daraus entwickelte sich mein Berufswunsch, etwas Künstlerisches zu machen. So habe ich mich damals für den Beruf der Typografin entschieden.

Mein damaliger Ausbilder war Künstler, Maler und Bildhauer und hat mir sehr viel beigebracht. Neben seiner fachlichen Kompetenz war er mir auch menschlich ein sehr großes Vorbild. Denn als ich aufgrund einer Erkrankung meine Lehrzeit für ein Jahr unterbrechen musste, warteten mein Ausbilder und die gesamte Satzabteilung auf ‚den Stift, mit dem man so gut auskommt.‘
Als ich wieder gesund war, wollte ich unbedingt die Anforderungen der Lehre erfüllen und den Menschen, die an mich geglaubt haben, durch gute Arbeit etwas zurückgeben. Gleichzeitig fühlte ich mich aber auch sehr zur Musik hingezogen. Und hier war es wieder mein Lehrmeister, der mir die Möglichkeit gab, meine Ausbildung und meine Proben und Auftritte mit meiner ersten Band ‚Snakebite‘ unter einen Hut zu bringen. Somit ­entwickelte ich den Ehrgeiz, meine Ausbildung sehr gut abzuschließen und gleichzeitig nach Herzenslust zu singen und auf der Bühne zu stehen. Am Ende meiner Lehre meinte mein Ausbilder: ‚Wollen wir uns nicht selbständig machen, so eine Künstlersache aufziehen?‘. Dieses Angebot hat mich sehr geehrt, doch fast gleichzeitig rief mein Manager an und fragte mich, ob ich mit der Heavy-Metal-Band Judas Priest und meiner damaligen Band ‚Warlock‘ auf Welttournee gehen wolle.

Da musste ich nicht lange überlegen. Ich dachte mir: Komm, ich versuch’s mit der Musik. Und ich hatte Recht, die Tour wurde ein Megaerfolg, und danach ging meine Karriere echt steil bergauf. Das, was ich damals in der Ausbildung gelernt habe, kann ich heute noch gut anwenden. So diskutiere ich mit meinem Grafiker jedes Plattencover, jedes Booklet und Plakat so lange, bis visuell alles stimmig ist. Ich bin immer noch vom alten Schlag, ich mag Printprodukte in den Händen halten, lese gerne Musikmagazine, habe ein sehr gutes Gespür für Design und Ästhetik. Doch mir fällt oft auf: Kaum jemand achtet noch auf wunderschöne Typografie?! Meine Ausbildung war auf jeden Fall ein Fundament für das Erlernen der guten alten Werte: Disziplin, Verlässlichkeit, und auch das Aushalten von Zeitdruck. Denn in der Druckbranche drängen Abgabetermine, auf der Bühne muss man funktionieren, auch wenn es einem mal nicht so gut geht.

Gerade auf meinen Tourneen in Amerika ist mir aufgefallen, dass Printmedien, wie Tageszeitungen oder Magazine, einen echt schweren Stand haben. Doch ich wünsche mir, dass die Druck­erzeugnisse, die gut und wertvoll sind, weiterhin Bestand haben und dass die Leute das auch zu schätzen und zu würdigen wissen."

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Leserkommentare (1)

U | Dienstag, 29. Juli 2014 08:56:02

Karl Dall

Auch Karl Dall ist gelernter Schriftsetzer, hat in Leer, Ostfriese. gelernt!

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