„Made in Berlin” – breites Wissen für internationale Jobs


Prof. Dr. Helmut Peschke ist unter anderem für das Vorstufenlabor verantwortlich.

Berufsalltag. Nicht nur die Drucktechnik praktisch anwenden, sondern auch den Berufsalltag kennen zu lernen – dafür haben die Bachelor-Studierenden das gesamte fünfte Semester Zeit. Auch Patrick Davidt, Gordon Weidler und Jana Pihan absolvieren momentan ihr Praktikum. Immer Freitag vormittags sind sie an der Hochschule, um ihren Kommilitonen in einer Lehrveranstaltung von ihren Erfahrungen zu berichten und sich auszutauschen. An diesem wöchentlichen Seminar nehmen auch die Studenten des dritten Semesters teil: „Es ist schön, die Arbeit der Studierenden in der Firma zu sehen. Und die Drittsemester können durch die jetzigen Praktikanten bereits profitieren”, berichtet Prof. Peschke, der die Veranstaltung betreut. Dass der Studiengang breit aufgestellt ist, spiegelt sich auch in den unterscheidlichen Praktikumsplätzen der Studierenden wider. Während Gordon Weidler das Semester ganz klassisch im mittelständischen Druckhaus Schöneweide verbringt, arbeitet Patrick Davidt im Bereich der Neuen Medien beim Online-Marketingnetzwerk Zanox, und Jana Pihan schnuppert bei Scholz & Friends Agenda ins Agenturleben. Am Ende der Praktika steht dann ein Bericht, der bereits auf das Verfassen einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit vorbereiten soll. Zwei Chancen sieht Prof. Peschke im Praxissemester: „Man hat die Möglichkeit in einen Bereich hineinzuschnuppern, den man so noch nicht kennt, um dann zu entscheiden: ist das etwas für mich, oder nicht?”

Forschergeist. „Forschung an einer Fachhochschule passiert ja sowieso dauernd”, meint Prof. König. So testen die Studierenden in Zusammenarbeit mit dem Hersteller CDO und einer Agentur die Web-to-Print-Software I-Brams in der täg-lichen Anwendung auf Herz und Nieren. Außerdem wurden vor Kurzem zwei Forschungsprojekte angestoßen: Gemeinsam mit der Hochschule München und weiteren Partnern entsteht derzeit die „Mediencommunity 2.0”, eine zentrale Lernplattform für die Druck- und Medienindustrie in Deutschland. Unter dem Titel „4C for Media” erforscht der Studiengang in Zusammenarbeit mit der Hochschule der Medien Stuttgart außerdem die Themenfelder Conception, Coordination, Calculation und Controlling für den Bereich der Medienproduktion. Resultieren sollen daraus unter anderem Software-Module, Planspiele sowie ein modulares Kalkulationssystem.

Projekte. Bei der Erstellung von Projekten können sich die Studierenden im sechsten Semester dann kreativ „austoben”. Durchgeführt werden die Arbeiten in Teams von zwei bis fünf Studierenden, wahlweise als Animations- oder Druckprojekt. „Die Idee für ein Projekt muss von den Studierenden kommen”, betont Prof. König, „sie müssen sich schließlich damit identifizieren und stolz darauf sein.” Das Beispiel des Projekts „Workaholic” zeigt, dass die Wirkung auch weit über die eines Übungsprojekts hinausgehen kann. Das von drei Studenten konzipierte Gesellschaftsspiel belegte beim diesjährigen „Innovationspreis der Deutschen Druckindustrie” in der Kategorie Absolventen­publikationen den dritten Platz.

Weltweit. „Berlin ist eine Weltstadt und darum sollen unsere Studierenden auch in der Welt denken”. So formuliert Prof. König ihre Einstellung zum Thema Auslandsaufenthalt. Knapp 10 Prozent der Druck- und Medientechnik Studierenden nutzen pro Jahr die Chance und absolvieren ihr Praktikum oder Auslandssemester an einer internationalen Hochschule. Im Bachelorstudium kann das Auslandssemester allerdings nicht angerechnet werden – entsprechend verlängert sich das Studium dadurch um sechs Monate. Wer dagegen sein Praktikum im Ausland absolviert, der kann seine Leistungsnachweise nachreichen und verliert keine Zeit. Anders auch beim Master: „Künftig sollen Masterstudierende das dritte Semester komplett an einer internationalen Hochschule verbringen können, ohne dass sich das Studium dadurch verlängert”, so Prof. König. Hierfür prüft sie derzeit die Lehrpläne der unterschiedlichen Hochschulen, um sicherzustellen, dass dort dieselben Inhalte wie an der TFH vermittelt werden.

Kurz und knapp: Die TFH Berlin 

Zahlen und Fakten. Die am 20. August 1823 von Friedrich Wilhelm dem III. gegründete Gärtnerlehranstalt zu Schöneberg und Potsdam sowie eine Landesbaumschule am Wildpark waren die Vorläufer der heutigen Hochschule, die 1971 als Technische Fachhochschule (TFH) Berlin mehrere Ingenieursakademien in sich vereinigt. In acht Fachbereichen und 72 Studiengängen studieren im Winter-semester 2008/2009 2 552 Studentinnen und 6 652 Studenten gemeinsam mit 1 074 internationalen Studierenden aus 69 Ländern. Betreut werden sie von 292 Professoren, 944 Lehrbeauftragten und 409 Mitarbeitern. Im Sommersemester 2008 haben insgesamt 886 Studierende ihr Studium abgeschlossen.
Der Studiengang Druck- und Medientechnik an der TFH wurde 1995/96 unter Beteiligung des Verbandes Druck und Medien Berlin gegründet. Er resultiert aus Studiengängen, die es zuvor bereits an der Hochschule der Künste gab.

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