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Ingenieure aus Darmstadt – mit dem Master in die Industrie

Prof. Dr.-Ing. Samuel Schabel präsentiert ein Projekt, das gemeinsam mit dem Institut für Druckmaschinen und Druck-verfahren (IDD) ent-wickelt wurde (links im Bild). Im Labor des Fachbereichs Papierfabrikation und Mechanische Verfahrenstechnik steht das Thema Recycling im Vordergrund (rechtes Bild).

Hochschulporträt. Was vor mehr als 500 Jahren mit beweglichen Lettern begann, hat sich zu einer komplexen Wissenschaft entwickelt. Deutscher Drucker stellt in einer Serie sieben Hochschulen und Universitäten vor, die im Bereich der Drucktechnik qualifizierte Fachkräfte ausbilden. Folge sechs: die Technische Universität Darmstadt.

„Die meisten Ingenieure wollen ein Auto bauen. Das ist auch sicher interessant, die Frage ist aber, geht man dahin, wo alle hingehen, oder geht man eher in eine andere Richtung”, so begründet Eric Schunda seine Entscheidung, Drucktechnik zu vertiefen. Er studiert im siebten Semester Maschinenbau an der Technischen Universität Darmstadt und arbeitet gerade an seiner Bachelorarbeit im Bereich der Farbmetrik.

Schnittstelle IDD. An der TU Darmstadt ist die Drucktechnik kein eigenständiger Studiengang, sondern wird als Vertiefung angeboten. Entsprechend können Studierende aus den Studiengängen Maschinenbau, Papierfabrikation und Mechanische Verfahrenstechnik, Mechatronik oder Elektrotechnik verpflichtende Veranstaltungen auch am Institut für Druckmaschinen und Druck-verfahren (IDD) hören. Außerdem werden hier Studenten für das Lehramt an beruflichen Schulen ausgebildet. Diese wählen zur Drucktechnik eine zweite Fachrichtung und sind später für die Druckerausbildung an Berufsschulen zuständig. Organisatorisch ist das IDD im Fachbereich Maschinenbau angesiedelt – die Lehrveranstaltungen sind entsprechend wissenschaftlich orientiert.

Forschung. „Wir wollen hier niemanden an der Druckmaschine ausbilden. Unser Ansatz lautet vielmehr ›Wie muss eine Druckmaschine funktionieren, damit sie für eine Anwendung optimiert ist‹”, erläutert  Kathrin Happel das Darmstädter Modell. Die Diplom-Ingenieurin promoviert derzeit am IDD im Bereich der Farbmetrik. „Die Idee ist, langfristig ein Modell zu erstellen, mit dem man den Druckprozess modellieren und vorhersehen kann”, so Happel. Technologie und Material, Funktionales Drucken und Farbmetrik sind die drei Forschungsschwerpunkte am IDD – vor allem die gedruckte Elektronik macht einen immer größeren Anteil aus. Im engen Bezug zum Maschinenbau sieht Happel einen klaren Vorteil, „da hier das ingenieurstechnische Know-how der anderen Fachgebiete mit genutzt werden kann”.

Industriekontakte. Zum Thema Funktionales Drucken ist aktuell das Kooperationsprojekt „Forum Organic Electronics” angelaufen, ein Spitzencluster-Wettbewerb der Metropolregion Rhein-Main, an dem die TU Darmstadt als Forschungspartner beteiligt ist. Gemeinsam mit Unternehmen wie  BASF, SAP, Heidelberger Druckmaschinen oder Pepperl & Fuchs arbeiten Mitarbeiter der Universität daran, „die gedruckte Elektronik nach vorne zu bringen”, so Happel. „Das Thema war auch für mich, aus studentischer Sicht, interessant”, erklärt Eric Schunda, „von Technologien wie dem E-Paper bin ich ganz begeistert. Natürlich ist die Anwendung noch verbesserungsfähig, aber wenn man dem noch drei bis fünf Jahre gibt, dann braucht man eigentlich kein Papier mehr. Und irgendwo muss es ja hingehen – ich finde Printed Electronic ist das Optimum.” Der Kontakt zur Industrie wird auch durch verschiedenste Forschungsprojekte intensiviert, so arbeitet das IDD mit Druckmaschinen- und Farbenherstellern zusammen, „aber auch mit Unternehmen, die die Drucktechnologie als Produktionsverfahren nutzen wollen”, erläutert Kathrin Happel. Mit Baumann Maschinenbau Solms wurde beispielsweise im Rahmen eines Forschungsprojekts  eine vollautomatische Anlage zur Ausrichtung von Schneidlagen entwickelt.

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