Ingenieure aus Darmstadt – mit dem Master in die Industrie


Dauer und Zulassung. Wer an der TU Darmstadt Maschinenbau (Mechanical and Process Engineering) studieren möchte, kann in sechs Semestern einen Bachelorabschluss erwerben. Voraussetzung für die Zulassung ist eine bestandene Eignungsfeststellungsprüfung. Die Bewerbung erfolgt zunächst online über die Homepage der TU Darmstadt. Bewerber mit einer Abiturnote von 2,0 oder besser werden direkt zugelassen. Alle anderen Bewerber, auch mit Fachhochschulreife oder Meisterabschluss werden zu einem 25-minütigen Auswahlgespräch mit zwei Professoren eingeladen.

Für den Masterstudiengang Maschinenbau ist der qualifizierte Abschluss des Bachelorstudiengangs Zulassungsbasis. Die Bewerbungen all derer, die nicht Absolventen des Bachelorstudiengangs an der TU Darmstadt oder eines gleichwertigen Studiengangs sind, werden im Einzelfall überprüft. Gegebenenfalls müssen einzelne Vorlesungen nachgeholt werden. Die Studiengänge starten immer zum Wintersemester. Dabei sind die Lehrkräfte in Darmstadt bemüht, die Bachelorabsolventen für den Master zu gewinnen: „Der Bachelor wird derzeit in der Industrie teilweise noch nicht als Abschluss gewertet, der mit dem früheren Diplom gleichwertig ist”, so Happel. Das sieht auch Professor Dr.-Ing. Samuel Schabel vom Nachbarinstitut für Papierfabrikation und Mechanische Verfahrenstechnik (PMV) so: „Zum Zeitpunkt ihres Abschlusses haben die Studierenden zu wenig Anwendungswissen vermittelt bekommen, da das Bachelorstudium für die Vermittlung von Grundlagen genutzt wird.” Auch Eric Schunda will im Anschluss an den Bachelor seinen Master machen, da er so größere Chancen für sich sieht: „Ohne Master wäre das schon sehr dünn.”

Effektives Arbeiten in Projektteams 

DD: Prof. Dörsam, Sie sind Akdemischer Direktor am Institut für Druckmaschinen und Druckverfahren (IDD) an der Technischen Universität Darmstadt. Was zeichnet Ihrer Meinung nach die Vertiefung Drucktechnik
in Darmstadt aus?

Prof. Dr.-Ing. Edgar Dörsam

Prof. Edgar Dörsam: Die Besonderheit in Darmstadt ist die Verbindung zwischen Maschinenbau und Drucktechnik. Anders als an anderen Hochschulen konzentrieren wir uns auf die Weiterentwicklung der Maschinentechnik und der Prozesse, oft in starker Zusammen-
arbeit mit der Industrie. Das Ergebnis dieser anwendungsorientierten Forschung sind Maschinen und Verfahren, die in der Praxis eingesetzt werden. Zudem entwickeln wir mathematische Modelle, mit denen der Druckprozess beschrieben und simuliert werden kann. Die Probleme und Herausforderungen in der praktischen Anwendung von Druckmaschinen in einer Druckerei stehen dabei nicht im Vordergrund.
Im Studium wird die Drucktechnik exemplarisch gelehrt. Es wird nicht ins Detail der einzelnen Maschinen gegangen. Vielmehr sind uns die Vermittlung der Prinzipien und das übergeordnete Verständnis der Drucktechnologie wichtig.
DD: Welche Studien-Projekte sind Ihnen
besonders wichtig und warum?
Dörsam: Es ist uns besonders wichtig, die Studenten an unseren Forschungsarbeiten zu beteiligen. Dies erfolgt in Forschungsseminaren sowie in Bachelor- und Master-Arbeiten, aber auch in so genannten ADPs (Advanced Design Projects), in denen industrienahe Aufgabenstellungen in Kleingruppen erarbeitet werden.
DD: Über welche Fähigkeiten sollte ein Absolvent beim Berufsstart verfügen?
Dörsam: Ein Absolvent muss nicht alles wissen. Vielmehr sind heute Fähigkeiten für das effektive Arbeiten in Projektteams gefragt. Darauf wird bei uns schon während des Studiums sehr viel Wert gelegt.
Zu einem erfolgreichen Berufsstart gehören natürlich fachspezifisches Wissen – beispielsweise über die Drucktechnik – sowie
eine solide Maschinenbauausbildung dazu. Dies und die Fähigkeit, sich Wissen selbst anzueignen, sind eine gute Basis für Erfolg im Beruf.

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