Druckingenieure aus Leipzig: In der Industrie gefragt


Studiendekanin Prof. Ulrike Herzau-Gerhardt: Trotz der Jahre, die die älteren Maschinen zum Teil bereits auf dem Buckel haben, bieten sie doch den Vorteil, dass die Studierenden leichten Zugang zu allen Bauteilen haben.

Technische Ausstattung. Wie sehr praktische Erfahrungen von Seiten der Hochschule gefördert werden, machen der umfassende Maschinenpark und die Ausstattung der Laboratorien deutlich. Die Druckmaschinen und Geräte in den Übungsräumen decken den gesamten Workflow ab. Damit sich die Studierenden im Arbeitsfeld der Druckvorstufe in der Praxis üben, stehen mehr als 70 PC- beziehungsweise Mac-Arbeitsplätze zur Bilddatenerstellung und –bearbeitung mit aktuellen Programmen wie Adobe Indesign oder Photoshop zur Verfügung. Außerdem sind die Rechner mit Branchensoftware ausgestattet. Ebenso gehören eine Ausrüstung für digitale Fotografie,  Proof- und Messtechnik zur Qualitätskont­rolle und Profilierung zum Equipment. Für die Herstellung von Druckformen kommen für den Offsetdruck Technologien von Fujifilm,  für den Flexodruck von Dupont und Asahi, für den Siebdruck von Sericol und den Tampondruck von BASF zum Einsatz.

Für die Produktion sind eine Zweifarben-bogenoffsetdruckmaschine Roland 302 mit Pecom-Anbindung, eine Zentralzylinderdruckmaschine von Windmöller & Hölscher, eine Etikettendruckmaschine von Somaflex, ein Halbautomat von E.S.C. für den Siebdruck sowie eine Océ-Digitaldruckmaschine und eine Zweifarbenmaschine der Firma Tampoprint angeschafft worden. „Beachtlich sind unsere Messgeräte in den Labors und die Maschinen, die für eine industrielle Buchbinderei zum Standard gehören”, hebt Herzau-Gerhardt hervor und meint damit nicht nur die Schneid-, Falz-, Draht- und Fadenheftmaschinen sowie den Klebebinder von Müller Martini, sondern auch den UGRA-Scheuerprüfer, den Karboniertester, den Pull- und Flextestautomaten von Sigloch oder das Biegesteifigkeitsmessgerät RMO2 zur Qualitätskontrolle in der Bedruckstoffverarbeitung. An den Maschinen wird die Theorie der Vorlesung praktisch untermauert und verschiedene Wirkprinzipien demonstriert.

Werkstoffe unter der Lupe. Das Werkstofflabor inklusive der Farb-, Papier- und Lackprüftechnik von Herstellern wie Physika, IGT, Emtec, Fibro, Zwick oder Cobb-Unger betreut Kathrin Mandler, ehemalige Studentin und inzwischen Laboringenieurin an der HTWK. Hier prüfen Studenten Papier und Pappe, Kunststoffe und Druckfarben auf Eigenschaften der Benetzung, Penetration oder Trocknung. Mandler ist Ansprechpartner für die Unternehmen, die sich mit Aufträgen an das Werkstofflabor wenden und unterstützt die Studenten bei Versuchsarbeiten. Beispielsweise, wenn diese testen, ob sich ein Festkörper bedrucken lässt. „Dafür wird untersucht, ob sich das Material von Flüssigkeit benetzen lässt”, erklärt Mandler. Ein Standardexperiment ist die Prüfung des Papiers auf Masse, Dicke, Holzgehalt und Ölaufnahme. Im Falle von Reklamationen beauftragen Unternehmen die HTWK Leipzig gerne mit Papiertests. „Fällt die Qualität des Drucks mal schlechter aus, müssen Auftraggeber beweisen, dass dafür beispielsweise zwei unterschiedliche Papier-Chargen ursächlich sind”, so Kathrin Mandler.

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