Druckingenieure aus Leipzig: In der Industrie gefragt


Dipl.-Ing. Henning Nagel war selbst Student der Drucktechnik an der HTWK Leipzig und arbeitet heute an selbiger als Laboringenieur.
Zu seinen Aufgaben gehört auch die Betreuung der Studierenden an den Druckmaschinen im Drucksaal, hier unter anderem die Roland 302.

Einblick in die Wirtschaft. Die Exkursionen am Beginn eines jeden Wintersemesters zu vier Unternehmen der Druckbranche haben seit mehr als 15 Jahren Tradition. In diesem Jahr stand beispielsweise das Unternehmen Rako Etiketten in Hamburg auf der Ausflugsliste. „Das Angebot wird meist von rund 40 Studenten angenommen”, sagt Herzau-Gerhardt. Für Studenten der Drucktechnik ist es ebenso ein beeindruckendes Erlebnis, wenn die Maschinen des größten europäischen Tiefdruckkonzerns Prinovis, ein Gemeinschaftsunternehmen der Medienkonzerne Bertelsmann und Axel Springer, in einer halben Stunde eine zwei Tonnen schwere Papierrolle verarbeiten. Zurück in Leipzig ist natürlich die Werksbesichtigung der Zeitungsdruckerei Leipzig ein Muss. Zur Pflichtkür eines jeden Studenten gehört der Besuch der Print Media Academy in Heidelberg – die Schulungseinrichtung der Heidelberger Druckmaschinen AG.

Gute Berufsaussichten. Ein Zuwachs der Drittmittel von etwa 40 Prozent in den vergangenen fünf Jahren spricht für einen guten Draht zur Branche. Ebenso die 90 Prozent der Studenten, die ihre Diplomarbeit für und in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen erarbeiten. Der rege Austausch mit der Druckindustrie trägt bereits Früchte. Rund 70 Prozent der Absolventen findet direkt im Anschluss an das Studium eine Stelle in der Druckbranche. „Sicher verlassen die meisten unserer Abgänger die Region Leipzig Richtung Westen, die angespannte Lage des Arbeitsmarktes in Sachsen ist kein Geheimnis”, stellt Herzau-Gerhardt fest. Die Studiendekanin geht davon aus, dass sich in den nächsten beiden Jahren die Situation des Arbeitsmarktes der Branche nicht verändern wird. „In einigen Segmenten wird es schwieriger werden. Gute Perspektiven haben unsere Studenten im Verpackungsdruck, aber auch in Sachen Spezialverfahren von Druckanwendungen.”

Was kostet das Studium? Warum sich Interessenten der Drucktechnik für Leipzig als Studienstadt entscheiden? Der Freistaat Sachsen ist eines der wenigen Bundesländer, die den Vorzug eines gebührenfreien Studiums bieten. „Für Studenten der HTWK wird lediglich ein Semesterbeitrag von rund 156 Euro fällig”, berichtet Student Christoph Müller und fügt hinzu, „dieser Beitrag enthält das Semesterticket für die Leipziger Verkehrsbetriebe und gestattet die kostenfreie Nutzung der regionalen öffentlichen Verkehrsmittel.”

Individuelle Betreuung. Anreiz könnte auch der Numerus clausus von 2,6 sein, der für die meisten Abiturienten keine Hürde sein dürfte, sowie die fast familiäre Arbeitsatmosphäre, die ein Studiengang mit rund 100 Studenten und acht Professoren bietet. „In Vorlesungen mit bis zu 45 Studenten und Seminaren mit etwa 20 Studenten, ist es möglich, im Gespräch zu unterrichten und auf Frontalunterricht zu verzichten”, so Herzau-Gerhardt. Dieser Rahmen macht es möglich, Studenten mit Familie und Quereinsteiger speziell mit Sonderstudienplänen zu unterstützen.  Auch ausländische Studenten, derzeit allerdings nur fünf im Studiengang Drucktechnik, werden mit Sonderstudienplänen beim Lernen unterstützt.

Kurz und knapp: Die HTWK Leipzig 

Zahlen und Fakten. Die HTWK Leipzig wurde 1992 aus der Technischen Hochschule Leipzig gegründet. Diese war 1977 durch den Zusammenschluss der Hochschule für Bauwesen und der Ingenieurhochschule entstanden.
Der Studiengang Druck- und Verpackungstechnik mit dem Abschluss Diplomingenieur (FH) wurde 1995 eingeführt. Zum Wintersemester 2008/09 wurde der Stu-diengang im Zuge des Bologna-Prozesses auf Bachelor umgestellt.
Die HTWK zählt rund 470 Mitarbeiter, darunter 170 Professoren. In Leipzig leben  mehr als 33000 Studenten, davon sind rund 6200 an der HTWK eingeschrieben. Die Hochschule bietet derzeit 21 Bache-lor-, zehn Master- und noch zwei Diplomstudiengänge an. Die Studiengänge sind sieben Fachbereichen zugeordnet: Bauwesen, Elektrotechnik und Informationstechnik, Informatik, Mathematik und Naturwissenschaften, Maschinen- und Energietechnik, Medien sowie Sozialwesen und Wirtschaftswissenschaften.

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