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Durch persönliche Kontakte gut auf die Branchen vorbereitet

Gemeinsam an die Spitze – auch Teamfähigkeit wird an der Hochschule München vermittelt.

Hochschulporträt. Was vor mehr als 500 Jahren mit beweglichen Lettern begann, hat sich zu einer komplexen Wissenschaft entwickelt. Deutscher Drucker stellt in einer Serie sieben Hochschulen und Universitäten vor, die im Bereich der Drucktechnik qualifizierte Fachkräfte ausbilden. Im dritten Teil: die Hochschule München.

Noch im Jahr 2004 stand der Studiengang Druck- und Medientechnologie kurz vor dem Aus. „Von vier Professuren waren seinerzeit nur zwei besetzt", berichtet Prodekan Professor Klaus Kreulich. Eine Initiative gemeinsam mit der Industrie und dem Bundesverband Druck und Medien e.V. diente als Basis für ein Gutachten, ob die Branche die Druckingenieure der Hochschule München braucht. Das Ergebnis war eindeutig: „Die Branche hat jährlich für 80 Absolventen Bedarf", erinnert sich Kreulich an die Bilanz.  In der Tat – die aktuell rund 40 Abgänger haben beste Aussichten für den Berufseinstieg. „Bereits ab dem fünften Semester können sich unsere Studenten einen Arbeitsplatz in den Unternehmen erarbeiten", sagt Professor Andreas Berchtold, der Drucktechnik, Maschinentechnik und Methoden lehrt. Und drei Studenten im achten Semester – Eva Semmet, Hannah Putz und Stefan Weigold – bestätigen unisono: „Wir sind mehr als zuversichtlich, nach Abschluss der Diplomarbeit eine Stelle zu finden«. Semmet hat als gelernte Mediengestalterin das Arbeitsfeld Druckvorstufe im Auge, Putz und Weigold den Bereich Marketing. „Die Marktsituation ist derart gut, dass wir uns auch das Arbeitsfeld aussuchen können".

Mehr Studenten. Dekan Professor Heinz Ziegler äußert sich erfreut über diese Entwicklung: „Wir haben die Hürde vom Jahr 2004 genommen und können auf steigende Studentenzahlen verweisen." Zum Wintersemester 2004/2005 haben sich 65 Studienanfänger immatrikuliert, 2007/2008 waren es 129. Auch die Zahl der Professuren hat sich deutlich verbessert: Für den Studienbereich Druck- und Medientechnik sind aus zwei Stellen im Jahr 2004 acht besetzte Professuren und eine ausgeschriebene geworden. Hinzu kommen die zehn Professuren aus dem Studienbereich Verfahrenstechnik Papier.

Hochschule mit Tradition. Der Erhalt des Studiengangs ermöglicht nicht nur vielen Druckingenieuren eine aussichtsreiche Zukunft, auch die Tradition der Münchner Druckingenieure besteht so weiter. Die Fachrichtung Druckereitechnik im Fachbereich Versorgungstechnik, Verfahrenstechnik, Druckereitechnik ist aus der „Akademie für das Graphische Gewerbe – Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker" hervorgegangen. Diese wurde im Februar 1927 eröffnet, die Ausbildung umfasste drei Semester. Nach dem zweiten Weltkrieg und der Wiedereröffnung der Meisterschule im Jahr 1946 erfolgte der stufenweise Aufbau zu einer Hochschule für das grafische Gewerbe. Die Studiendauer an der „Graphischen Akademie im Aufbau" wird im Jahr 1952 von fünf auf sechs Semester erhöht, 1961 verlängert man die Ausbildungsdauer in der Abteilung „Gebrauchsgraphik" auf acht Semester. Bereits ein Jahr später erkennt das Kultusministerium die Akademie als eine Höhere Fachschule an. 1967 wird die Neustrukturierung der Akademie beschlossen, im Herbst beginnt die Ausbildung zum Ingenieur der Druckereitechnik. 1969 wird die Ingenieursausbildung an das Polytechnikum verlagert, die Abteilung „Wirtschafts- und Betriebstechnik mit Schwerpunkt Drucktechnik" nimmt die Arbeit auf. Aus dieser Abteilung geht im August 1971 nach Gründung der Fachhochschule die Fachrichtung Druckereitechnik hervor.

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Leserkommentare (1)

Fritz Grasedieck | Montag, 21. Januar 2013 09:26:02

"Akademie für das Graphische Gewerbe": Erfahrungen eines Absolventen

Nach der "Mittleren Reife" in München im Jahr 1961 begann ich eine Lehre als Schriftsetzer. Nach erfolgreicher Lehrabschlussprüfung sowie zwei darauf folgenden Gehilfenjahren trat ich dann 1966 zur Aufnahmeprüfung für die Münchener "Akademie für das Graphische Gewerbe - Höhere Fachschule (HTL)" an. In den sechs Semestern des 40. Jahrganges - des letzten Studienganges der konventionellen Ausbildung - erhielten wir solide fachübergreifende theoretische Kenntnisse mit entsprechender manueller(!) Grund-Unterweisung in den diversen Sparten des gesamten Graphischen Gewerbes, die uns ein leichteres Verständnis von der Praxis als hilfreiche Basis für fachübergreifende Kalkulationen innerhalb der gesamten Druckbranche vermittelten.
Allerdings sah diese qualifizierte "Einzelbranchen-übergreifende" Ausbildung den Abschluss-Titel "Ingenieur" nicht vor ... den durften erst die Absolventen des nachfolgenden 41. Jahrganges tragen - und zwar nach einer Reformation, in der die Höhere(!) Physik und die Höhere Mathematik(!) auf Kosten der branchenübergreifenden(!) praktischen Kenntnis-Vermittlung stärker in den Stundenplan eingebaut wurde.
In meinen sechsundvierzig Berufsjahren in Druckereien, Verlagen und diversen Werbeabteilungen aller möglicher Branchen, in denen ich für die Koordination der Drucksachen sowie die Print-Werbung zuständig war, passte ich meine Branchen-Kenntnisse ständig dem neuesten Stand der Technik an, um mit allen sich mit den neuen Technologien ändernden Ansprüchen mitzuhalten.
Während meiner gesamten beruflichen Laufbahn konnte ich jedoch stets auf den soliden Kenntnissen, die ich während meines Besuchs der "Akademie für das Graphische Gewerbe" in den Jahren 1966 bis 1969 erworben hatte, erfolgreich aufbauen.

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