Durch persönliche Kontakte gut auf die Branchen vorbereitet


Im Drucksaal können Studenten wie Hannah Putz, Eva Semmet und Stefan Weigold (v. l.) – betreut durch Professor Andreas Berchtold – ihre Kenntnisse auch praktisch vertiefen.

Auch für Eva Semmet und Stefan Weigold gehört die Tätigkeit als Werkstudenten zum Studienalltag. Semmet gestaltet freiberuflich neben ihrem Studium Webseiten und arbeitet zusätzlich als Werkstudentin zehn Wochenstunden bei Océ in München. „Es ist zwar wichtig, Geld zu verdienen und Kontakte zu knüpfen, aber wöchentlich 20 Stunden jobben verursacht hin und wieder stressige Arbeitsspitzen”, erläutert die Studentin. Als Werkstudent bei Océ hat auch Weigold seine Studentenkasse aufgebessert. „Im Einkauf bin ich gestartet, heute arbeite ich im Marketing.” Er empfiehlt Studenten bei der Jobsuche nicht allzu wählerisch zu sein, sondern auf ein Unternehmen zu achten, das ihnen zusagt. „Man fängt in der Firma an, wo man gebraucht wird und arbeitet sich dahin vor, wo man hinmöchte.”

Fit für die Zukunft. Die typischen Arbeitgeber der Druckingenieure sind Druckunternehmen, Mediendienstleister, Werbeagenturen, Zulieferindustrie, Verlage, Forschungseinrichtungen und Beratungsunternehmen. „Unsere Absolventen werden bereits während des Studiums umworben”, so Luidl, „aktuell haben sie ab dem fünften Semester beste Aussichten, sich den Arbeitsplatz in dem Marktsegment zu sichern, das sie favorisieren.” Mit der technischen Ausstattung sind die Professoren zufrieden, eine Vierfarben-Offsetmaschine wäre eine wünschenswerte Neuanschaffung, wie Berchtold bemerkt. Rund 500000 Euro kostet die Maschine. „Ein Antrag dafür ist in Arbeit, bis darüber entschieden wird, können zwei bis drei Jahre vergehen”. Die Zulieferindustrie hält zwar günstige Angebote parat, ein Sponsor hat sich bislang aber nicht gefunden.

Technische Ausstattung. Doch bereits der bestehende Maschinenpark bietet den Studierenden beste Möglichkeiten, ihre erworbenen Kenntnisse auch praktisch zu vertiefen. Für die Druckformherstellung stehen ihnen unter anderem ein Du-Pont-Howson-Alpha-64-Belichter sowie der CtP-Plattenbelichter Kodak Creo Trendsetter 3244 zur Verfügung. Der Vorstufenbereich ist außerdem mit den Proofdruckern Epson Stylus Pro 7600 und Epson Stylus Pro 4800, einem HP-Scanjet-C7710-A-Flachbett-scanner, einer Just-Normlichtkabine, der gängigen Office-, Desktop-Publishing- und Color-Management-Software sowie Farbprofilierungswerkzeugen ausgestattet.

Drucken können die Studierenden an der Hochschule München auf einer EinfarbenHeidelberg GTO und einer Zweifarben-Heidelberg MZOP, die mit Steuerungspult und Farbmessanlage ausgestattet ist. Auch eine Prüfbau-Probedruckmaschine und eine MHM-Tiefdruck-Labormaschine sind vorhanden. Der Digitaldruckbereich ist mit dem Farbdrucksystem Xerox DC 12 mit EFI-Fiery-RIP und einem Prisma-Workflow-System von Océ ausgestattet. Neben Zusammentragmaschinen, Heft- und Falzapparaten von Horizon befinden sich in der Weiterverarbeitung auch eine Stielow VAC 100, eine Stielow SPF-11 / FC 11 sowie eine Polar-Mohr-Schneidemaschine 76 SD-P. Verschiedene Densitometer, Spektralfotometer, digitale und analoge Mikroskope sowie ein Rasterelektronenmikroskop stehen im Messlabor bereit.

Qualifizierte Fachkräfte. Auf Übungen mit den branchenspezifischen Maschinen wird ebenso geachtet wie auf Ausbildungsziele, die sich am Bedarf der Druck- und Medienindustrie orientieren. Laut Andreas Berchtold sind die Ausbildungsziele auf folgende Qualitätsprofile ausgerichtet:

  • Ingenieure mit technischem und betriebswirtschaftlichem Expertenwissen,
  • Akademisch ausgebildete und praxisorientierte Spezialisten für den Einsatz in komplexen Anforderungsfeldern,
  • Führungskräfte für das Management und Controlling, für Strategie und Entwicklung von Unternehmen und Produkten,
  • Führungskräfte für die Konzeption und Entwicklung von branchenspezifischen Technologien, Materialien sowie von Hard- und Software.

Münchner Master. Wie sich der Master-Studiengang Druck- und Medientechnik ab dem Sommersemester 2011 entwickelt, darauf sind die Professoren gespannt. In der Regel wird der Studienbeginn zum Som-mersemester an das Bachelor-Studium anschließen. Prinzipiell ist auch der Start zum Wintersemester möglich. „Im Hinblick auf die jetzige hervorragende Marktsituation sind wir zuversichtlich”, so Kreulich. Voraussetzung für die Anmeldung ist ein Diplom- oder Bachelor-Abschluss mit der Note gut. Dekan Ziegler betont: „Um nicht mit der Sparpolitik der Hochschule in  Konflikt zu geraten, benötigen wir für den Master jeweils zehn bis 20 Anmeldungen.”

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Leserkommentare (1)

Fritz Grasedieck | Montag, 21. Januar 2013 09:26:02

"Akademie für das Graphische Gewerbe": Erfahrungen eines Absolventen

Nach der "Mittleren Reife" in München im Jahr 1961 begann ich eine Lehre als Schriftsetzer. Nach erfolgreicher Lehrabschlussprüfung sowie zwei darauf folgenden Gehilfenjahren trat ich dann 1966 zur Aufnahmeprüfung für die Münchener "Akademie für das Graphische Gewerbe - Höhere Fachschule (HTL)" an. In den sechs Semestern des 40. Jahrganges - des letzten Studienganges der konventionellen Ausbildung - erhielten wir solide fachübergreifende theoretische Kenntnisse mit entsprechender manueller(!) Grund-Unterweisung in den diversen Sparten des gesamten Graphischen Gewerbes, die uns ein leichteres Verständnis von der Praxis als hilfreiche Basis für fachübergreifende Kalkulationen innerhalb der gesamten Druckbranche vermittelten.
Allerdings sah diese qualifizierte "Einzelbranchen-übergreifende" Ausbildung den Abschluss-Titel "Ingenieur" nicht vor ... den durften erst die Absolventen des nachfolgenden 41. Jahrganges tragen - und zwar nach einer Reformation, in der die Höhere(!) Physik und die Höhere Mathematik(!) auf Kosten der branchenübergreifenden(!) praktischen Kenntnis-Vermittlung stärker in den Stundenplan eingebaut wurde.
In meinen sechsundvierzig Berufsjahren in Druckereien, Verlagen und diversen Werbeabteilungen aller möglicher Branchen, in denen ich für die Koordination der Drucksachen sowie die Print-Werbung zuständig war, passte ich meine Branchen-Kenntnisse ständig dem neuesten Stand der Technik an, um mit allen sich mit den neuen Technologien ändernden Ansprüchen mitzuhalten.
Während meiner gesamten beruflichen Laufbahn konnte ich jedoch stets auf den soliden Kenntnissen, die ich während meines Besuchs der "Akademie für das Graphische Gewerbe" in den Jahren 1966 bis 1969 erworben hatte, erfolgreich aufbauen.

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