Durch persönliche Kontakte gut auf die Branchen vorbereitet


Da der Markt alle Bachelor-Absolventen braucht, stellt sich die Frage, wer sich von den Abgängern lieber der Wissenschaft widmet, als Geld zu verdienen. „Andererseits gibt es vielleicht Diplom-Druckingenieure, die nach zehnjähriger Berufstätigkeit eine wissenschaftliche Weiterbildung suchen, um sich als Führungskraft zu qualifizieren”, so Klaus Kreulich. Der Master baut in drei Semestern auf das Bachelor-Studium auf, im ersten und zweiten Semester wird ein technisches und ein betriebswirtschaftliches Projekt angeboten. Etwa 30 Prozent der Wahlpflicht- und Pflichtmodule werden in Englisch unterrichtet. Das Aufbaustudium schließt mit der Masterarbeit ab, die in Kooperation mit einer Firma erarbeitet werden soll.

Global Denken. Kosten für das Studium Druck- und Medientechnik fallen für die Semestergebühren (465 Euro pro Semester), das Studentenwerk (42 Euro pro Semester) und den Verwaltungskostenbeitrag (50 Euro pro Semester) an. Wer Geld für einen Auslandsaufenthalt übrig hat, kann mit Unterstützung der Hochschule rechnen. Bei Auswahl und Kontaktvermittlung ist der Bereich International Affairs behilflich. Eine regelmäßige Zusammenarbeit besteht mit dem Dublin Institute of Technology (DIT)in Irland, der Technical University of Warsaw in Polen, der Hellenic Open University in Griechenland und der Adama University, Nazret in Äthiopien. „Der wachsenden Internationalität des Wettbewerbsumfeldes versuchen wir auch als Mitglied im International Circle of Educational Instituts for Grafic Arts gerecht zu werden”, konstatiert Kreulich. Die Infrastruktur der Metropole München ist nicht nur für den Binnenmarkt der Branche interessant, die bayerische Landeshauptstadt bietet zudem viele Anknüpfungspunkte für den Ausbau eines internationalen Netzwerkes.   

Enge Kooperation mit der Industrie 

Stefan Weigold

DD: Herr Weigold, was zeichnet für Sie als Student den Aufbau des Studiengangs Druck- und Medientechnik an der Hoch-schule München aus?
Für mich ist besonders wichtig, vor allem aus jetziger Sicht, kurz vor dem Diplom, dass wir mit den zwei Praxissemestern und zahlreichen Vorträgen und Projekten sehr eng mit den Unternehmen der Branche kooperiert haben. Durch die Kontakte zu den Unternehmen haben wir gelernt, inwiefern sich Theorie und Praxis mit der Realität decken beziehungsweise auseinanderklaffen. Dieser Aufbau des Studiums hilft, sich thematisch zu orientieren und verschiedene Gebiete für sich zu entdecken und zu vertiefen. Man muss an dieser Stelle jedoch anmerken, dass sich dies auf den Diplomstudiengang bezieht. Mit dem kommenden Bachelor- und Mastersystem ist im Verlauf des Bachelorstudiums nur noch ein Praxissemester geplant. Den künftigen Studenten Druck- und Medientechnik ist zu wünschen, dass dieser wichtige Aspekt der Praxisorientierung und der Kooperation mit der freien Wirtschaft nicht leidet und dass Wege gefunden werden, die Firmen der Branche möglichst nah zu erleben. Vor allem, weil sich München mit einem sehr reichhaltigen Angebot an Firmen aus der grafischen Industrie dazu optimal eignet.

DD: Wie beurteilen Sie die Betreuung durch die Lehrkräfte?
Da wir ein sehr kleiner Studiengang sind, ist die außergewöhnliche Situation gegeben, dass man direkt mit Fragen und Problemstellungen zu den Professoren und Lehrbeauftragten gehen kann. Im Verlauf des Studiums gibt es oft Praktika, die in kleinen Gruppen von maximal zehn Studenten stattfinden. So ist eine fachlich optimale Lernatmosphäre gegeben. Insgesamt bewerte ich die Be-
treuung sehr positiv, zudem werden in naher Zukunft noch mehr Professuren in unserem Studiengang besetzt und somit ein noch breiteres Angebot an Lehrveranstaltungen geschaffen.
DD: Was macht neben dem Studium das Studentenleben in München aus?
München ist aufgrund seiner Lage nahe der Alpen und zu Italien die Stadt Deutschlands mit der höchsten Lebensqualität. In diesen Genuss kommen auch Studenten, allerdings ist das Leben damit auch erheblich teurer als in anderen deutschen Städten. Das heißt, keiner von uns kommt während des Studiums drum herum, nebenbei zu jobben. Ähnlich schwer ist es für ankommende Studenten,
eine Wohnung zu finden, denn die Mietpreise gehören zu den höchsten in Deutschland und vor allem zu Semesterbeginn werden günstige Alternativen wie Wohnheime oder Wohnungen des Studentenwerks sehr knapp. Was das Studentenleben in München jedoch noch ausmacht, lässt sich in einem der vielen schönen Biergärten schnell herausfinden …

Nach der Vorlesung. Dass München durchaus mehr zu bieten hat, als einen erfolgreichen Fußballclub und das Hofbräuhaus, ist bekannt. Und so gibt es auch für Studierende viele Möglichkeiten, sich vom Lernstress zu erholen. Im Anschluss an die Seminare laden die zahlreichen Biergärten zur Entspannung bei einem kühlen Getränk ein. Sandburgenbauer und Cocktailfreunde sind in den Strandbars der Stadt gut aufgehoben. Und wer sich nach einer langen Nacht etwas gönnen will, der kann im Vorstadt-Cafe bis in den Nachmittag hinein gemütlich frühstücken. Entspannt plaudern, essen und trinken können Studenten auch im Cadu, dem Café an der Uni. Gemütlich ein Bier trinken und herzhaft schlemmen lässt es sich im Alten Simpl, dessen Geschichte bis 1903 zurückgeht. Und wer es etwas rockig mag oder Wortkünstlern beim Poetry Slam zuhören möchte, der wird sich im Club Substanz wohlfühlen.

Abwechslung bietet auch der Tierpark Hellabrunn. Die Bayrische Oper, die Kammerspiele sowie zahlreiche Museen und Galerien wie das Deutsche Museum, das Bayrische Nationalmuseum, die Alte Pinakothek oder auch das Lehnbachhaus stehen Kunst- und Kulturinteressierten zur Verfügung. Und wer gerne etwas Zeit im Grünen verbringen mag: die Alpen liegen vor der Tür.

Erschienen in DD 28/2008

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Leserkommentare (1)

Fritz Grasedieck | Montag, 21. Januar 2013 09:26:02

"Akademie für das Graphische Gewerbe": Erfahrungen eines Absolventen

Nach der "Mittleren Reife" in München im Jahr 1961 begann ich eine Lehre als Schriftsetzer. Nach erfolgreicher Lehrabschlussprüfung sowie zwei darauf folgenden Gehilfenjahren trat ich dann 1966 zur Aufnahmeprüfung für die Münchener "Akademie für das Graphische Gewerbe - Höhere Fachschule (HTL)" an. In den sechs Semestern des 40. Jahrganges - des letzten Studienganges der konventionellen Ausbildung - erhielten wir solide fachübergreifende theoretische Kenntnisse mit entsprechender manueller(!) Grund-Unterweisung in den diversen Sparten des gesamten Graphischen Gewerbes, die uns ein leichteres Verständnis von der Praxis als hilfreiche Basis für fachübergreifende Kalkulationen innerhalb der gesamten Druckbranche vermittelten.
Allerdings sah diese qualifizierte "Einzelbranchen-übergreifende" Ausbildung den Abschluss-Titel "Ingenieur" nicht vor ... den durften erst die Absolventen des nachfolgenden 41. Jahrganges tragen - und zwar nach einer Reformation, in der die Höhere(!) Physik und die Höhere Mathematik(!) auf Kosten der branchenübergreifenden(!) praktischen Kenntnis-Vermittlung stärker in den Stundenplan eingebaut wurde.
In meinen sechsundvierzig Berufsjahren in Druckereien, Verlagen und diversen Werbeabteilungen aller möglicher Branchen, in denen ich für die Koordination der Drucksachen sowie die Print-Werbung zuständig war, passte ich meine Branchen-Kenntnisse ständig dem neuesten Stand der Technik an, um mit allen sich mit den neuen Technologien ändernden Ansprüchen mitzuhalten.
Während meiner gesamten beruflichen Laufbahn konnte ich jedoch stets auf den soliden Kenntnissen, die ich während meines Besuchs der "Akademie für das Graphische Gewerbe" in den Jahren 1966 bis 1969 erworben hatte, erfolgreich aufbauen.

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