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Hochschule der Medien bietet Technik für alle Druckverfahren

An der Walzengravur-Anlage: Philip Horn und Björn Heise studieren im dritten Semester Druck- und Medientechnologie, Hanna Stronk im deutsch-chinesischen Studiengang.

Hochschulporträt. Was vor mehr als 500 Jahren mit beweglichen Lettern begann, hat sich zu einer komplexen Wissenschaft entwickelt. Deutscher Drucker stellt in einer Serie sieben Hochschulen und Universitäten vor, die im Bereich der Drucktechnik qualifizierte Fachkräfte ausbilden. Folge zwei: Die Hochschule der Medien in Stuttgart.

Dass es sich mit Spaß an der Sache leichter lernen lässt, ist landläufig bekannt. Auch, dass Pluspunkte beim späteren Arbeitgeber sammelt, wer Praxiserfahrung vorweisen kann. Beides zusammen sind wichtige Bausteine der Studiengänge im Bereich der Drucktechnik an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Da kann es vorkommen, dass die Kneipe in Büsnau, unweit vom Campus, Studierende, Alumni, wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren zum Druckerstammtisch einlädt, bei dem Vertreter der Industrie in ungezwungener Atmosphäre über aktuelle Themen informieren. Oder man sieht Studenten über Gesellschaftsspielen mit den Titeln „Workflowpoly” oder „Print Sharks” brüten. Projekte, wie die Konzeption, Kalkulation und Umsetzung von (Lern-) Spielen, Büchern oder Karten mit integrierter gedruckter Elektronik sind laut Professor Hoffmann-Walbeck nicht nur für die Studenten die Highlights, sondern auch für die Lehrenden. „Das macht am meisten Spaß”, erklärt der Dozent, der für den Bereich Druckvorstufe mitsamt der Druckformherstellung verantwortlich zeichnet.

Projekte. Vier bis sechs solcher Projektarbeiten werden pro Semester in den Bachelorstudiengängen Druck- und Medientechnologie sowie Print-Media-Management angeboten. Je nach Umfang sind bis zu zwei Semester für die Realisierung eingeplant. „Das erste gilt der Konzeption, das zweite der Umsetzung”, erklärt Philip Horn, Student im dritten Semester Druck- und Medientechnologie. Eine Herausforderung ist es, so Sebastian Riegel, wissenschaftlicher Mitarbeiter, wenn die Projekte so komplex sind, dass nicht alle Arbeitsschritte „inhouse” erledigt, sondern an externe Unternehmen gegeben werden müssen. Die Kontakte zu den Unternehmen motivieren die Studierenden  zusätzlich, schließlich handelt es sich dabei um potenzielle spätere Arbeitgeber. Für ein Projekt, bei dem die Studenten in Teams zusammen- arbeiten, werden je nach Studiengang zwischen sechs und zwölf ECTS-Punkte (European Credit Transfer System) vergeben. Ein solcher Leistungspunkt entspricht einer Arbeitszeit von 30 Stunden. „Aber die meisten Studenten machen mehr”, erklärt Hoffmann-Walbeck „denn damit haben sie etwas in der Hand, das auch bei Bewerbungen als Referenz dient”. Im gesamten Studium müssen mindestens 180, höchstens 190 ECTS-Punkte erbracht werden.

26 Wochen Praxis. Aber nicht nur über die Projekte an der Hochschule können die Studierenden praktische Erfahrungen sammeln, sondern auch direkt in den Unternehmen. Zu diesem Zweck ist im Studienplan eine integrierte Praxisphase vorgesehen, die im Studiengang Druck- und Medientechnologie im vierten und im Studiengang Print-Media-Management im fünften Semester stattfindet. Sie umfasst 26 Wochen und eine schriftliche Hausarbeit zu dem innerhalb des Unternehmens bearbeiteten Projekt. 40 Prozent der Studierenden absolvieren die Praxisphase nach Angaben von Gunter Hübner, Studiendekan im Studiengang Druck- und Medientechnologie, im Ausland. „Rund 50 Prozent kehren nach abgeschlossenem Studium sogar in den Praktikumsbetrieb zurück”, ergänzt Hoffmann-Walbeck. Zur praxisnahen Ausbildung an der HDM gehört auch eine sechstägige Exkursionswoche, die für die Studierenden Pflicht ist und Messen oder Maschinenhersteller wie die Heidel­berger Druckmaschinen AG oder KBA in Radebeul zum Ziel hat. Auf freiwilliger Basis hingegen können Studenten auch Seminare in der Industrie besuchen, die die Firmen meist in der ersten oder vorletzten Woche eines Semesters veranstalten. Im Umkehrschluss halten Vertreter aus der Branche auch Vorlesungen an der Hochschule der Medien. „So geht der Nachwuchs nicht nur raus, um Kontakte zu knüpfen, sondern die Industrie kommt auch zu uns”, so Hoffmann-Walbeck.

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