Der unbekannte Bildungsweg


 

Lernen nicht nur Theorie, sondern auch Praxis: GTA-Auszubildende binden selbsterstellte Schriften-fibeln im Buchdruck-Museum Hannover.

Qualifikationen eines GTA

Ein GTA mit dem Schwerpunkt Grafikdesign verfügt über print-relevante Kenntnisse der Typografie, des Layoutens, der Bildbearbeitung, der Illustration, der Komposition sowie der Erstellung und des Ausschießens mehrseitiger Printprodukte.
Je nachdem wie praxisnah die Ausbildung stattfand, sollte er über gute Kenntnisse der Druckverfahren, der Farb- und Papierkunde sowie der gängigen Weiterverarbeitungs- und Veredlungsmöglichkeiten von Druckprodukten verfügen. Ein sicherer Umgang mit der jeweils aktuellen Software für den PC und/oder Mac sollte vorausgesetzt werden. An anspruchsvollen Instituten wird zudem Wert auf die Themen Printworkflow, PDF-Erzeugung und PDF-Validierung sowie Colormanagement gelegt.

Länderbezogen existieren Rahmenrichtlinien bezüglich der Ausbildungsinhalte der GTA-Ausbildungsgänge. Die Umsetzung in Stoffverteilungspläne/Lernfeldplanungen bleibt jedoch weitgehend den Schulen überlassen. Hier ist also ein genaues Beachten der Schwerpunkte und Unterrichtsinhalte notwendig. Der Ersatz von Fächern durch Lernfelder hat dazu geführt, dass die individuellen Begabungen der Gestaltungstechnischen Assistenten nicht immer eindeutig zu identifizieren sind. So kann es sein, dass beispielsweise Noten aus dem Lernfeld Geschäftsprozesse mit Noten aus den gestalterischen Lernfeldern verrechnet werden (müssen).Zurecht fragt sich der Personalentscheider bisweilen, ob die Stärken des Bewerbers im gestalterischen oder eher im technisch-kaufmännischen Bereich liegen. Aufgrund der oben genannten Inhomogenitäten scheint eine ausschließliche Sichtung nach Noten wenig sinnvoll zu sein.
Ein Blick auf Arbeitsproben, ein Probearbeiten und die kritische Beobachtung während der Probezeit können aussagekräftiger über die Leistungsfähigkeit des einzelnen Gestaltungstechnischen Assistenten informieren.

GTA mit Schwerpunkt Grafikdesign

 
 

D-Sign ist eine Fachzeitschrift, die sich speziell an Gestaltungstechnische Assistenten richtet.

Die Lehrkräfte sollten vor ihrer Ausbildungstätigkeit Fachpraxis- und Lehrerfahrungen gesammelt haben. Neben der Vermittlung primärer Kenntnisse können im zweiten Halbjahr bereits lernfeldübergreifende Projekte durchgeführt werden.
Teamarbeit ist jedoch auch seitens der Schüler gefragt. So können Schüler des zweiten Ausbildungsjahres z.B. Fachzeitschriften, Styleguides und vollständig ausgearbeitete Werbekonzeptionen erstellen. Im Idealfall greift die Lehrkraft nur bei technischer Hilfe und sichtlichen Fehlentscheidungen ein, um einen hohen Identi-fikationsgrad der Schüler mit ihrer Arbeit zu gewährleisten. Zu den wenigen, jedoch unerbittlichen Richtlinien zählen die bestmögliche Leistung des einzelnen Schülers, der Gruppe sowie der Abgabetermin (was bei großen heterogenen Gruppen zugegebenermaßen schwieriger umzusetzen ist, als bei kleineren hoch-motivierten).
Manche Printbetriebe und Werbeagenturen wie beispielsweise das „Creativteam Communications“ und „Dievision“ in Hannover stellen gerne Mitarbeiter und zeitliche Ressourcen bereit, um ihre Arbeit minutiös vorzustellen bzw. Schülerarbeiten zu begutachten.
Jahrgangsübergreifende Projekte und Präsentationen helfen, den Ehrgeiz des nachfolgenden Jahrgangs zu wecken, sodass sich nach einigen Jahren eine wettbewerbsorientierte, an der Agenturarbeit ausgerichtete Eigendynamik entwickeln kann. Empfehlenswert ist auch eine frühzeitige Sicherung von Schülerdaten, um im letzten Halbjahr ein Portfolio erstellen zu lassen. Konsequente Marktorientierung durch häufige Unternehmensbesuche, ganzheitliche Workflows von der Idee bis zur Weiterverarbeitung, sowie weitgehende Schülerselbstbestimmung im zweiten Ausbildungsjahr können für alle Beteiligten eine attraktive Alternative zu dualen Ausbildungsgängen darstellen.

Autor: Volker-Andreas Wehmeyer

Erschienen in DD 21/2012

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