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Big Data und Print: Kommunikation neu denken

Insider-Kolumne von Ernst Gärtner aus DD20/2017

Printmedien haben ein Profil. Sie übernehmen Kommunikationsaufgaben und entstehen in der Zusammenarbeit zwischen Kreativwirtschaft und Druckindustrie. Sieht man jedoch auf die aktuelle Diskussion zum Thema Industrie 4.0 in unserer Branche, vermeint man wieder einmal zu hören, dass Druckprodukte ihre Existenzberechtigung vorwiegend aus den Bedürfnissen der Maschinenbauer beziehen, aus Sensortechnik und menschenloser Ablaufvernetzung. Hoppla, da war doch was.

Sollten wir nicht einmal alle crossmediale Dienstleister werden und JDF gesteuerte Produktionslinien errichten? Dann ginge alles gut? Erweisen wir uns als lernfähig und vermeiden den gleichen Fehler. Denn damals wie heute geht es im Kern doch darum, welchen Platz und welche Funktion Printmedien im Orchester der Kommunikationsvielfalt einnehmen. Auf diese Fragestellung gilt es, unsere Kräfte zu konzentrieren. Internet und elektronische Medien haben vor 25 Jahren das Monopol der Printmedien auf Information und Kommunikation gebrochen. Big Data und Soziale Medien läuten heute die zweite digitale Revolution in der Medienwelt ein. Individualisierung und Dialog sind die neuen Paradigmen der Kommunikation.

Banal, denken Sie ganz spontan? Aber was können Soziale Medien und Internet hier leisten, wir Drucker hingegen nicht? Dialog-Kommunikation in Echtzeit, virales Verbreiten von Botschaften in Windeseile, individuell gestaltete und jederzeit veränderbare Benutzeroberflächen … Keine Bange. Der USP der Printmedien ist unverrückbar. Sie sind haptisch, kommunizieren nachhaltig und erzählen Geschichten über Marken in einer Art und Weise, wie es kein anderes Medium kann. Hinzu kommen müssen lediglich Individualisierung und Dialogfähigkeit.

Blickrichtung Maschinenhersteller:

Die Vorzüge unterschiedlichster Individualisierungstechniken, egal ob im Druck, in der Veredelung oder der Verarbeitung, müssen jederzeit kombiniert werden können. Das heißt Schaffung eines einheitlichen Formatstandards, Schaffung einheitlicher Kupplungs- und Transportmodule zwischen Aggregaten verschiedener Hersteller und herstellerübergreifende Zurverfügungstellung von benötigten Materialien.

Blickrichtung IT und Maschinenbau:

Big Data liefert mittlerweile jeglichen nur denkbaren Individualisierungsinput. Trotzdem gibt es bis heute keinen vernünftigen Ansatz, zum Beispiel individualisierte Stanzteile sicher zu einem Endprodukt zusammenzuführen. Gleiches gilt für Druckprodukte, die unterschiedliche Materialien und Herstellungstechniken kombinieren.

Blickrichtung Druckereimanagement:

Individualisierung wird über IT gesteuert. Ideen für individuelle Druckprodukte liefert die Kreativwirtschaft. IT- und Kommunikationskompetenz gehört ab sofort in jede Geschäftsleitung einer Druckerei, die in der zweiten digitalen Medienrevolution gewinnen will.

Soziale Medien und Big Data eröffnen uns neue Möglichkeiten. Die Druckbranche wird eine Transformationsleistung zu erbringen haben. Wenn wir es nicht tun, machen es die anderen.

→ Ihre Meinung?  insider@print.de

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