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Die Druckindustrie im Auge der Kreislaufwirtschaft

Insider-Kolumne von Beatrice Klose aus DD12/2016

Die in Brüssel getroffenen Entscheidungen zu Umwelt-Themen sind der Mindeststandard für alle europäischen Mitgliedsstaaten. Deshalb ist es eine wichtige Säule der Lobbyisten-Tätigkeit von Intergraf, hier tragbare Bedingungen zu gewährleisten. Die Europäische Kommission überarbeitet derzeit ihr auf den Umgang mit Abfall bezogenes Regelwerk. Es trägt die Überschrift „Den Kreislauf schließen – Ein EU-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft“. Die Vorschläge, die im Dezember 2015 präsentiert wurden, beinhalten neue Ziele für das Recycling, den endgültigen Ausstieg aus der Deponie-Wirtschaft und verstärkte Mülltrennung. Die Maßnahmen werden alle Schritte des Produktzyklus betreffen: Die Produktion, den Verbrauch und die Entsorgung. Gedruckte Produkte sind da keine Ausnahme.

Im Blick auf Papier sind die vorgeschlagenen Recyclingziele noch ehrgeiziger als die heutigen. Das verstärkt getrennte Sammeln von Papier und weitere Beschränkungen bei der Deponierung werden das Papierrecycling in Europa weiter verbessern. Aber ehrgeizigere Recyclingziele sind hier keine große Herausforderung. Die Papier-Wertschöpfungskette ist bereits jetzt bemerkenswert, wenn es um Recycling geht. Im Jahr 2014 erreichte die Papierrecycling-Quote in Europa den beeindruckenden Wert von 71,7 Prozent. Das ist Weltrekord. Papier und Pappe sind auch die am meisten recycelten Verpackungswerkstoffe in Europa. Durch die Beteiligung am Europäischen Altpapierrat demonstriert Intergraf die Bereitschaft der Druckindustrie zur kontinuierlichen Verbesserung des Papierrecyclings in Europa.

Plastik, ein anderes Substrat, das regelmäßig in der Druckindustrie Verwendung findet, wird von der Europäischen Regulierungsbehörde in 2017 erhöhte Aufmerksamkeit erfahren und Gegenstand einer eigenen Strategie sein, welche die Wiederverwertbarkeit, biologische Abbaubarkeit und das Vorhandensein von gefährlichen Substanzen in bestimmten Kunststoffen betrifft.

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Jeder finanzielle Beitrag der Produzenten soll proportional zu deren Verantwortlichkeiten innerhalb der Wertschöpfungskette sein.

Beatrice Klose

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Der Vorschlag zur Kreislaufwirtschaft nimmt auch die Bestimmungen über das sogenannte Prinzip der erweiterten Herstellerhaftung unter die Lupe, was bedeutet, dass die Hersteller die finanzielle Verantwortung für das Sammeln oder die Rücknahme gebrauchter Waren, sowie für die Sortierung und Verwertung, tragen. Das Prinzip ist für verpackte Produkte in den Mitgliedsstaaten bereits gut etabliert und für Druckprodukte in einigen Ländern eingeführt.

Das Gesetzgebungsverfahren für die neuen Regeln hat gerade erst begonnen. Zwischen den Ländern, die bereits fortschrittliche getrennte Sammelsysteme besitzen und in effiziente Recyclinganlagen investiert haben und jenen Ländern, die sich nach wie vor auf die Deponierung verlassen, werden heftige Diskussionen erwartet. Intergraf wirbt für das erfolgreiche Recycling bei Papier. Wir machen uns auch stark für ein gerechtes System, das sicherstellt, dass der Anteil an der Finanzierung, den die Hersteller tragen müssen, auch ihren Rollen und Verantwortlichkeiten in der Wertschöpfungskette entsprechen.

→ Ihre Meinung? insider@print.de

Der Autor 

Beatrice Klose (41) ist seit 2003 Generalsekretärin von Intergraf, dem internationalen Dachverband der Druckindustrie mit Sitz in Brüssel. Intergraf vertritt 26 nationale Druckverbände aus 20 Ländern. 

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