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Smart Automation: Auch die „Kleinen“ sind gefordert!

Editorial aus DD8/2017

Digitale Transformation, Print 4.0, autonome Printproduktion, Internet of Things, Big Data ... All diese Begriffe kennzeichnen angeblich die Zukunftsfähigkeit der Druckindustrie. Wer sich als Geschäftsführer einer Druckerei mit diesen Entwicklungen intensiv auseinandersetzt und die Weichen richtig und schnell stellt, wird eine Zukunft haben im „Content Publishing“ – die anderen wohl eher nicht. Das gilt letztlich auch für kleinere Betriebe, wenn auch nicht unbedingt in dieser Ausprägung. Doch um die „Mindestanforderung“ Smart Automation kommen selbst diese Unternehmen nicht herum. Schließlich will man als Mittelständler auch künftig für die „Großen“ der Branche als Zulieferer und Dienstleister attraktiv bleiben. Und das geht eben nur schlank und flexibel. Doch leider ist der „Drucker von nebenan“ längst noch nicht so weit ...

Das Pferd von hinten aufzäumen. Laut Robert Zacherl, Mitgesellschafter bei der Impressed GmbH, sind in der Branche intelligent automatisierte und standardisierte Daten-Workflows auch heute noch längst nicht gang und gäbe. Unglaublich sei immer noch das Optimierungs- und Einsparpotenzial allein in den Bereichen automatisierte Datenprüfung, Preflighting, PDF-Korrektur, Color Management per Farbserver und automatische Mail-Benachrichtigung. Dabei sei dies doch die Grundlage für weiterreichende Automatisierungen im Sinne von Smart Automation. Erst dann könne man etwa darüber nachdenken, ob die Drucksysteme im Haus überhaupt optimal ausgenutzt werden, ob es Sinn macht, immer nur sortenrein zu produzieren und immer nur Jobs zu vernutzen (bei sinkenden Auflagen) – oder nicht gleich über automatisch und sogar dynamisch erstellte Sammelformen nachzudenken ...

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„Unglaublich, wie groß das Einspar- und Optimierungspotenzial in der Branche im Bereich intelligente Workflow-Automatisierung noch immer ist.“

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Weckruf für die „Kleinen“. Impressed beobachtet an der Basis leider immer wieder dasselbe: 70% der Kunden interessieren sich zum Beispiel weiterhin für Produkte wie Pitstop Pro. Allein dies lasse Rückschlüsse auf ein gewaltiges Potenzial in Sachen Basis-Automatisierung zu. Denn selbst wenn nur ein bis zwei Pitstop-Lizenzen im Betrieb im Einsatz wären, so würde doch längst ein Pitstop-Server Sinn machen, anstatt an zwei Arbeitsplätzen immer wieder die gleiche Arbeit mit einer Acrobat-Plugin-Version von Pitstop zu verrichten. Dies sei ineffizient und stelle auch nicht sicher, dass Mitarbeiter bei denselben Ausgangsdaten auch dasselbe tun (etwa das richtige Preflight-Profil auswählen). Und dies sei nur ein Beispiel von vielen!
Anscheinend sind es vor allem die Entscheider, die den Schalter nicht umlegen können. Es mangelt oftmals am Wissen und Vorstellungsvermögen um die heutigen Möglichkeiten. Und auch das Optimierungspotenzial durch eine effizientere Arbeitsablaufgestaltung bleibt häufig unerkannt. Die Initialkosten werden total überschätzt, da es clevere, mitwachsende Einsteigerlösungen auf Mietbasis abseits der großen Workflowanbieter gibt (lesen Sie mehr hierzu im kommenden DD Nr. 8/2017). Vor diesem Hintergrund mag man den Unternehmenslenkern nur zurufen: „Worauf wartet Ihr? Zur Automatisierung gibt es keine Alternative!“ [295]

(Lesen Sie hier: Was sind die größten „Bremsen“ auf dem Weg zu mehr Workflow-Automatisierung in der Druckindustrie?)

→ Ihre Meinung? info@print.de

Der Autor 

Michael Schüle (46) ist Redakteur für das Fachressort Druck- und Medienvorstufe beim Onlineportal „print.de“ sowie beim Fachmagazin „Deutscher Drucker“.

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