Weiterempfehlen Drucken

Ganz so unbedeutend ist die Druckbranche gar nicht

Die Druckindustrie schlecht zu reden, geht an der Sache vorbei
 

„Wer behauptet, die Druckbranche sei zu klein für monatlich oder häufiger publizierte Magazine, müsste die Frage beantworten, welche Branchen sich dann überhaupt noch für solche Periodika eignen.“

Wenn das Geschäft einer Druckerei nicht mehr auskömmlich ist, hört man immer wieder dieselben Begründungen: „Das Internet macht uns das Leben schwer.“ Oder: „Wegen des ruinösen Preiskampfes haben wir keine Chance.“ Warum sich gleichzeitig ein Marktbegleiter im Nachbarort bester Gesundheit erfreut, sein Portfolio laufend erweitert und neue Leute einstellt, wird dann natürlich nicht thematisiert. Nachvollziehbar sind solche negativen Statements. Der Printbranche werden sie aber nicht gerecht.

Solche Nebelkerzen kennen wir auch aus Agenturen und Verlagen. Kürzlich zeigte sich ein Verleger einer Druckfachpublikation „fest überzeugt, dass die Zeit für ein 14-täglich oder selbst monatlich erscheinendes Magazin für die Druckbranche vorbei ist“. Selbstredend sollte das die Begründung dafür liefern, warum das eigene Heft nur noch alle zwei Monate publiziert werden kann. Wir mussten schmunzeln.

Zum einen erwirtschafteten deutsche Fachmedienhäuser nach Ausweis des Verbands Deutsche Fachpresse e. V. in den letzten drei Jahren ein jährliches Umsatzplus von 1,3 bis 3,4 Prozent. Auch die Zahl der publizierten Fachzeitschriften steigt beständig.

Zum anderen mutet es seltsam an, wenn ausgerechnet eine lebendige Branche wie die Druckindustrie zu klein sein soll für monatlich oder häufiger erscheinende Fachzeitschriften. Seit 2009 erzielen Deutschlands Druckdienstleister jedes Jahr ganz stabil über 20 Mrd. Euro Umsatz. Und das, obwohl in derselben Zeit Smartphones und Tablets den Markt erobert haben. Es stimmt natürlich, dass die Zahl der Druckereien zurückgeht. Das bedeutet aber nicht, dass die Druckbranche insgesamt auf dem Rückzug ist. Zählt man noch die Milliardenumsätze der deutschen Zulieferindustrie hinzu, dann haben wir es in Deutschland im Druck locker mit einem 30-Mrd.-Euro-Business zu tun. Etwas mehr Selbstbewusstsein würde da unserer Branche gut zu Gesicht stehen. Wenn nun schon die Druckbranche zu unbedeutend für häufiger publizierte Fachzeitschriften sein soll, stellt sich die Frage, welche Branchen sich überhaupt noch für monatlich oder öfters publizierte Magazine eignen.

Verlage sind heute natürlich weit mehr als reine Zeitschriftenproduzenten. Digitale Inhalte wie auf „print.de“ oder Agenturdienstleistungen durch unsere Business Unit „3co-max“ gehören genauso zum Programm wie Kampagnenmanagements und Events. Zeitschriften spielen die Rolle von Premiumprodukten –  und das geht häufiger als alle zwei Monate.

Anzeige

Firmen-Suche

Kommentar

Die Geschäftsführung muss voraus marschieren

Insider-Kolumne von Ernst Gärtner aus DD7/2017

Meine Frage war einfach: „Was er­warten Sie sich von Ihrer Geschäfts­führung, um die Umsatzziele 2017 zu erreichen?“ Die pointierte Antwort des Verkaufsmitarbeiters kam wie aus der Pistole geschossen: „Spaten schultern und voraus marschieren.“ Die Wochen zuvor hatten wir Jahresumsatzplanung gemacht, die Key-Account-Betreuung justiert und uns mit Neukundengewinnung beschäftigt. In einem Kick-Off-Meeting präsentierte jeder Kundenberater im Außendienst seinen Jahresplan. Die Eingangsfrage hatte ich allen Verkaufsmitarbeitern im Jahresgespräch gestellt. Die Antwort war mir nicht neu.

» mehr

Druck&Medien Awards 2016: After-Show-Party

Jetzt NEU

Die print.de-Karte der wichtigen Branchenkontakte

Mehr Details zu den einzelnen Anbietern in Ihrer aktuellen Ausgabe des Deutschen Druckers unter Service/Das Branchenverzeichnis A-Z
mehr

Top-Themen

Geschäftsführer Christian Aumüller (Aumüller Druck) hinterfragt den ökologischen Sinn von Forstwirtschaftszertifikaten für Druckereien.

"Fürs FSC/PEFC-Zertifikat werden Druckereien ordentlich gegängelt!"

Am Rande eines Interviews mit „print.de“ über das Engagement der Industriedruckerei Aumüller Druck in Regensburg in Sachen betrieblicher Umweltschutz berichtete Geschäftsführer Christian Aumüller über seine jahrelangen Praxiserfahrungen mit der FSC/PEFC-Zertifizierung und hinterfragt deren Sinnhaftigkeit für die Druckindustrie.
mehr

Ganz so unbedeutend ist die Druckbranche gar nicht

Wenn das Geschäft einer Druckerei nicht mehr auskömmlich ist, hört man immer wieder dieselben Begründungen: „Das Internet macht uns das Leben schwer.“ Oder: „Wegen des ruinösen Preiskampfes haben wir keine Chance.“ Warum solche negativen Statements der Printbranche nicht gerecht werden und warum Zeitschriften als Premiumprodukte auch häufiger als alle zwei Monate erscheinen können, erläutert Bernhard Niemela, Geschäftsführer Deutscher Drucker.
mehr

Aktuell bei Top 10

Die 10 besten Schriften 2016

Das sind die 10 besten Schriften des Jahres 2016 – zumindest wenn es nach der britischen Type Foundry "HypeForType" geht. Das britische Versandhaus für Schriften hat die aus seiner Sicht besten Schriften des vergangenen Jahres gekürt.
mehr

Druck&Medien Awards 2016 – Get-together und Dinner

CGI – So sieht die Zukunft der Bildbearbeitung aus

Umfrage

In welchem Produktsegment hat der Digitaldruck das größte Wachstumspotenzial?

Jetzt abstimmen

Kommentare

Services

Bitte warten...