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Sollen Drucker ihre eigenen Druckmaschinen bauen?

Als der Offsetdruck noch keine Inkjetdruck-Alternativen kannte, stellte sich niemand die Frage, ob Druckereien ihre Druckmaschinen selbst bauen sollen. Offsetdruckmaschinen sind so komplex, dass kein Drucker auch nur daran denken konnte.

Die Zahl von mehr als 30 Herstellern von Large-Format-Druckmaschinen auf der letzten Fespa zeigte indess, dass Inkjetdrucksysteme deutlich einfacher zu konstruieren und zu bauen sind. Nun überrascht uns die größte Akzidenzdruckerei der Welt mit selbstgebauten Hochleistungs-Inkjetdruckmaschinen für den Farbdruck von Direct Mails, Trans­aktionsdruck und Book-on-Demand.

Das Problem war, es gab keine geeigneten Inkjetdruckmaschinen zu kaufen, begründet RR Donnelley die Entwicklung des Proteus-Jet, der ganz auf die Bedürfnisse der eigenen Druckereien ausgerichtet ist. Das betrifft vor allem die Druckbreite von 30 Inch, die es damals noch nicht gab. Ebenso relevant war der Wunsch, dass man die Inkjettinten und Druckpapiere zu vergeichbaren Preisen einkaufen kann wie im Offsetdruck. Inkjetdruckanwender möchten Farben und Substrate direkt beim Hersteller einkaufen und zwischen verschiedenen Lieferanten wählen können.Die Vorteile des Digitaldrucks gegenüber dem Bogenoffsetdruck sind klar: keine Druckformherstellung, keine Anlaufmakulatur und die Möglichkeit, den variablen Datendruck zu fertig zusammengetragenen Prospekten, Broschüren und Büchern zu produzieren. Diese rationelle Einzelproduktion von Druckprodukten müsste eigentlich viel höhere Auflagen als heute ermöglichen. Dafür aber ist der Digitaldruck immer noch viel zu teuer.

Der Digitaldruck bei Grossauflagen wäre viel wirtschaftlicher, wenn die Preise für Tinten und Papiere sinken würden. Dem steht entgegen, dass die Kosten durch den Abnahmezwang von Tinten und Substraten durch die Maschinenhersteller und ihre Distributeure beeinflusst werden. Deshalb wünschen sich nicht wenige Digitaldruckanwender, dass die Drucksystemehersteller ihr Geld mit dem Bau, dem Vertrieb und dem technischen Service ihrer Maschinen verdienen und nicht mit den Verbrauchsmaterialien ihrer Kunden. Ansonsten müsste die Frage, ob Drucker selber ihre Druckmaschinen bauen sollen, deutlich bejaht werden. Wie das Beispiel RR Donnelley zeigt, werden manche diesen Weg gehen, wenn sie hohe Auflagen im Inkjetdruck kostengünstiger produzieren möchten.

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