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Kurs auf Düsseldorf – die Drupa 2016 steht vor der Tür

Insider-Kolumne von Bernd Jürgen Matt aus DD5/2016

Wenn diese Ausgabe des Deutschen Druckers erscheint, steht die Eröffnung der Drupa 2016 kurz bevor. Fraglos nach wie vor ein Ereignis von großer Strahlkraft, eine beeindruckende Präsentation von Technologien und Systemen. In der Vergangenheit gingen von dieser Leitmesse immer wichtige Impulse für die Druckindustrie aus. Das ist auch dieses Mal zu erwarten.

Das Angebot ist breit, es reicht von Komponenten zur Verbesserung der Produktionseffizienz bestehender Prozesse über Exponate zur Steigerung der Produktwertigkeit bis hin zu den „großen Zukunftsthemen“ wie die Individualisierung und Automatisierung in der Druck- und Medienproduktion. Die Geschichte der Messe dokumentiert den Wandel in der Branche und deren Innovationsfähigkeit.

Standen zunächst rein technologische Themen im Mittelpunkt, so hat sich das grundlegend geändert. Bereits im Jahr 2004 ging es unter anderem um die Vernetzung der Prozesse auf der operativen, der planerischen und der strategischen Ebene. Damals sprach man über die „Vernetzte Druckerei“, basierend auf dem CIM-Konzept, „Computer Integrated Manufacturing“ für die Druckindustrie. Bereits um das Jahr 1990 wurden dafür die theoretischen Ansätze geschaffen. Schon damals ein Thema mit erheblichem Rationalisierungspotential, gerade auch für die mittelständischen Betriebe der Druckindustrie.

CIM kann als gedanklicher Vorläufer der heute diskutierten Industrie 4.0 gelten, eine Wortschöpfung eines gleichnamigen Forschungsprojektes, das ursprünglich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt wurde. Dahinter verbirgt sich ein hochkomplexes Modell mit dem Ziel, Produktentwicklung, Produktion, Logistik und Kunden intelligent zu vernetzen. Technologische Basis sind cyber-physische Systeme (CPS). Es bleibt abzuwarten, ob, gegebenenfalls wie und mit welchem Nutzen ein solches Konzept für die, die Branche prägenden, kleinen und mittleren Unternehmen umsetzbar ist. Das Thema verdient eine kritische Begleitung auch in unserer Industrie.

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Die Geschichte der Drupa dokumentiert den in der Branche und deren Innovationsfähigkeit.

Bernd Jürgen Matt

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Neben der Präsentation von Maschinen und Dienstleistungen haben Messen eine weitere, zunehmend wichtiger werdende Funktion als Plattform für den Austausch von Erfahrungen und Meinungen auf der persönlich-fachlichen Ebene. Aufgrund tiefer Marktkenntnisse können Systemanbieter wichtige Hilfestellungen bei der Standortbestimmung ihrer Kunden und deren Ausrichtung geben. Bei aller Faszination, die von modernen Technologien zweifellos ausgeht, darf nicht vergessen werden, dass es sich um „Werkzeuge“ zur Erfüllung aktueller oder zukünftiger Marktanforderungen handelt.

Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg sind ein tragfähiges Geschäftsmodell, optimierte Prozesse und maßgeschneiderte Technologie. Zum Ziel ist es oft ein langer, manchmal steiniger Weg. Externe Impulse  als Resultat eines gut geplanten Messebesuchs sind dabei hilfreich.

Ihre Meinung? → insider@print.de

Der Autor 

Bernd Jürgen Matt (66) ist emeritierter Professor für Planung und Steuerung in der Druckindustrie an der Hochschule der Medien in Stuttgart.

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