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Negative Schlagzeilen werden Print nicht gerecht

Kein schöner Tag war der 25. November 2011. Nur vier Wochen vor Weihnachten ereilte die Branche eine derjenigen Nachrichten, auf die man getrost verzichten könnte: Mit Manroland schlitterte einer der großen deutschen Druckmaschinenhersteller in die Insolvenz. Wir erinnern uns: 2009 bereits war Heidelberg nur durch staatliche Hilfe vor einem ähnlichen Schicksal bewahrt worden.

Wohl keine Branche ist durch die internationale Finanzkrise so arg gebeutelt worden wie der Druckmaschinenbau. Erschwerend kommt hinzu, dass die Produktivitätssteigerungen von Offsetmaschinen die Überkapazitäten am Markt verstärkt haben. Druckereien finden sich in neuen Wettbewerbssituationen wieder und investieren eben nicht mehr so häufig in neue Druckmaschinen. Dass der A3-Markt zunehmend durch Digitaldrucksysteme erobert worden ist, hat den Offsetspezialisten ebenfalls nicht geholfen. Im Endeffekt haben Heidelberg, Manroland & Co. damit zu kämpfen, dass aus Mittelserienfertigungen Kleinserienproduktionen werden, während frühere Kleinserienfertigungen unter die Rentabilitätsschwelle fallen.

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Das Ach und Weh der Druckmaschinenhersteller lässt Print derzeit ziemlich alt aussehen.

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Aufgrund der enormen wirtschaftlichen Bedeutung des deutschen Druckmaschinenbaus beherrscht dessen ökonomische Misere seit drei Jahren die Berichterstattung der Wirtschaftspresse. „Der Siegeszug der Online-Medien hat den weltweit drittgrößten Druckmaschinenhersteller Manroland in die Pleite getrieben“, lautete einer der aktuellen Kommentare. Für Druckereien und das Image der Printmedien ist es nicht förderlich, in einen Topf mit der Druckmaschinenindustrie geworfen zu werden. Zweifellos ist die räumliche Nähe zu den großen Druckmaschinenherstellern für deutsche Druckereien oft ein Vorteil, schließlich sind auf dem Heimmarkt die neuesten Technologien zu allererst verfügbar. Das öffentlich disktutierte Ach und Weh der weltmarktführenden Druckmaschinenhersteller lässt allerdings Print derzeit ziemlich alt aussehen.
Dabei hat der Druck so unendlich viel zu bieten. Mediabuyer haben mittlerweile gelernt, dass es nichts bringt, ausschließlich auf digitale Medien zu setzen. Onlinekanäle sind dermaßen impulsstark, gleichzeitig aber auch fragmentiert, dass sie sich selbst kannibalisieren. Print ist eindeutig das Medium der Differenzierung, das Medium der nachhaltigen Aufmerksamkeit. Das sollten wir auch angesichts der Probleme des Maschinenbaus nicht vergessen und in allen Kundenkontakten selbstbewusst und wirkungsvoll herausstreichen.

Herzlich, Ihr

Bernhard Niemela

Erschienen in DD37/2011

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