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Nutzen Sie die Chancen der neuen EU-Datenschutz-Verordnung

Insider-Kolumne von Beatrice Klose aus DD10/2017

Nachdem sie im April 2016 beschlossen wurde, ist die neue EU-Datenschutz-Verordnung (GDPR – General Data Protection Regulation) nun im Begriff, sich auf die europäischen Druckunternehmen auszuwirken. Sie reguliert mehr als den ordnungsgemäßen Umgang mit Daten. Darüber hinaus bietet die Verordnung den Druckern die wertvolle Gelegenheit, ihre Reputation als Experten für Datenschutz und Datensicherheit auszubauen. Personen und Unternehmen, die – online wie auch offline – persönliche Daten (einschließlich der Daten ihrer eigenen Belegschaft) benutzen, speichern oder verarbeiten, müssen dies ab dem 25. Mai 2018 in voller Übereinstimmung mit der GDPR tun. Da es sich um eine EU-Verordnung handelt, ist sie auf alle Einzelpersonen und Unternehmen anzuwenden, sowohl im B2C- also auch um B2B-Bereich.

Deswegen müssen sich Druckunternehmen umgehend damit auseinandersetzen, wie sie der neuen Gesetzeslage entsprechen können. Zunächst wird sich die EU-Datenschutz-Verordnung auf diejenigen Unternehmen auswirken, die regelmäßig mit persönlichen Daten arbeiten – wie beispielsweise die Direktwerbung – aber auch andere Firmen werden in ihren Geltungsbereich geraten. Intergraf hat einen Leitfaden erstellt, der auch spezifische Fallbeispiele sowie eine Checkliste für Druckereien enthält, um sie bei der Vorbereitung auf die geänderte Gesetzeslage zu unterstützen. Die Anleitung steht Unternehmen, die Mitglied in den Druck- und Medienverbänden sind (und damit via BVDM dem Dachverband Intergraf angehören), kostenlos zur Verfügung:

  • Prüfen Sie, welche persönlichen Daten Sie verarbeiten, wo Sie diese Daten speichern und wie sie in Ihr Unternehmen einfließen
  • Überprüfen Sie datenschutzrelevante Dokumente, Verträge mit Subunternehmen/Partnern und Verkaufsbedingungen
  • Passen Sie die technischen und administrativen Abläufe so an, dass Datenschutzverletzungen vermeidbar bzw. zu korrigieren sind
  • Erwägen Sie, entsprechende Verhaltensmaßregeln zu erstellen oder Audits einzuführen um die entsprechende Reputation Ihres Unternehmens zu verbessern
  • Erwägen Sie, einen Datenschutzbeauftragten zu ernennen (ein leitender Angestellter des Betriebs, der direkt an die Geschäftsleitung berichtet)
  • Versetzen Sie sich in die Lage, alle Datenschutzvorgaben und -maßnahmen dokumentieren zu können

Parallel zur Umsetzung der dazu nötigen Maßnahmen, können Druckunternehmen die neue Gesetzeslage aber auch dazu nutzen, um ihr entsprechendes Renommee zu unterstreichen. Kunden erwarten berechtigterweise das höchste Sicherheitsniveau, wenn es um den Schutz ihrer persönlichen Daten geht. Warum vermarkten Sie also nicht Ihre sämtlichen Bemühungen zur Verbesserung von Privatsphäre und Sicherheit? Die volle, transparente und außen darstellbare Einhaltung der neuen EU-Datenschutz-Verordnung sollte für Druckereien einen Wettbewerbsvorteil darstellen.

In Zeiten einer rasanten Digitalisierung der europäischen Wirtschaft wird Datenschutz schnell zu einem Werkzeug, das erheblich an Bedeutung und Vermarktungswert gewinnt. Die Zeit ist reif für eine europäische Druckindustrie, welche sich diese Chance zunutze zu macht, und die die Datenschutz-Verordnung als Katalysator benutzt.

Für weiterführende Informationen zum Thema kontaktieren Sie bitte den Bundesverband Druck und Medien (BVDM) oder dessen Landesverbände.
→ Ihre Meinung?  insider@print.de

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