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Schneller, höher, Hightech: Eine Branche passt sich an

Die Zahlen sprechen für sich. Mit einer Bahnbreite von 2,86 Metern und einer Geschwindigkeit von 45 000 Umdrehungen produziert die 96-Seiten-Rotation von Manroland 270 000 16-seitige Prospekte pro Stunde. Weiss-Druck in Monschau hat sie in der vergangenen Woche in Betrieb genommen.

Eine Leistungssteigerung von 20 Prozent verspricht wiederum die neue Speedmaster XL 105, die die Heidelberger Druckmaschinen AG zur Drupa präsentieren will. 18 000 Bogen pro Stunde soll sie im Wendebetrieb drucken. Und eine jüngst in den Niederlanden installierte dreifachbreite KBA Commander CT schafft pro Stunde im Doppelnutzen bis zu 94 000 vierfarbige Zeitungen.
Die bevorstehende Drupa wird in dieser Hinsicht noch weitere Rekordmeldungen bringen. Produktivitätssprünge von 10 bis 20 Prozent gehören für die technologische Leistungsschau in Düsseldorf zur Tagesordnung.

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Es sind die Druckbetriebe selbst, die immer schnellere Maschinen, kürzere Rüstzeiten und mehr Automatisierung fordern.

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Angesichts dieser Aussichten ist die Frage berechtigt, welche Auswirkungen dieser dauerhafte Zuwachs an Geschwindigkeit und Leistungsfähigkeit haben kann und wird. Es ist ja nicht so, dass Überkapazitäten in der Druckindustrie aktuell kein Thema wären. Es ist auch nicht so, dass derartige Leistungssprünge, wie der Maschinenbau sie vollbringt, den Absatz der Hersteller befeuern würden – im Gegenteil. Denn bei Investitionszyklen, die sich in der Regel irgendwo zwischen sieben und zehn Jahren bewegen, werden meist nicht zwei alte durch zwei neue Maschinen ersetzt. Vielmehr überrundet ein neues System die beiden Vorgängermodelle an Leistungsfähigkeit und Produktivität.
 Das klingt nach der sprichwörtlichen Katze, die sich in den Schwanz beißt oder – schlimmer noch – nach einer Branche, die sich selbst vernichtet. Um hier gegenzusteuern, müssten wir theoretisch zurückschrauben oder wenigstens auf dem jetzigen Stand anhalten. Wie illusorisch das ist, wissen wir alle. Denn immerhin sind es die Druckbetriebe selbst, die immer schnellere Maschinen, kürzere Rüstzeiten und immer mehr Automatisierung fordern.

 Sicher erlebt die Druckbranche derzeit einen dramatischen Umbruch – den andere Branchen, wie zum Beispiel die Automobilindustrie oder auch die Lebensmittelindustrie bereits hinter sich haben, nämlich von der handwerklich geprägten Branche zur Hightech-Industrie. Damit schafft sich aber die Druckindustrie nicht ab. So hart es klingt und für viele Betriebe ist – sie passt sich an. Im Zuge dieses Umbruchs aber entwickelt sie sich zu einer modernen und leistungsfähigen Industrie, die alles andere als am Ende ist.

Herzlich, Ihre

Erschienen in DD 4/2012

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