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Supply-Chain-Plattformen: Partnerschaften als Chance

Insider-Kolumne von Joachim Haas aus DD3/2016

Die Übernahme von Wir-machen-Druck durch die niederländische Aktiengesellschaft Cimpress war ein kräftiger Schlussakkord zum Jahresende 2015. Dabei handelt es sich nicht um eine übliche Fusion, im Zuge derer Produktionskapazitäten zusammengefasst und optimiert werden. Das Geschäftsmodell von Wir-machen-Druck ist die Steuerung einer riesigen Supply-Chain aus spezialisierten, eigenständigen Fertigungsbetrieben. So lässt es eine virtuelle Allround- und Spezialdruckerei entstehen, die letztlich flächendeckend in der Nähe ihrer Kunden vertreten ist.

Am einen Ende der Kette finden wir eine Verkaufsplattform mit einer sehr breiten Produktauswahl zu günstigen Preisen, ein Schaufenster in die Vielfalt der Druckmedien. Eben diese Vielfalt benötigt automatisierte, industrielle Fertigungswege, damit die Produkte erschwinglich bleiben, individualisierbar sind und sich in engen Qualitätsstandards bewegen. Und auch, damit Printprodukte generell wettbewerbsfähig gegenüber digitalen Medien bleiben.

Am anderen Ende der Kette bietet sich für spezialisierte Produzenten die Möglichkeit, ihre Produktionskompetenz online anzubieten, ohne selbst in eine aufwändige Plattform investieren zu müssen. In letzter Konsequenz bedeutet das dann, weitgehend oder komplett auf eine eigene Verkaufsorganisation zu verzichten und zugleich die Kosten dafür einzusparen.

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Die vor einigen Jahren oft zitierte Feindschaft zwischen Online-Druckereien und konventionellen Druckereien ist nicht mehr zeitgemäß.

Joachim Haas

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Meines Erachtens ist es für kleinere und mittlere Druckereien mit Nischenschwerpunkten auf jeden Fall eine zu prüfende strategische Option, sich partnerschaftlich einer Supply-Chain-Plattform anzuschließen. Die vor einigen Jahren oft zitierte Feindschaft zwischen Online-Druckereien und konventionellen Druckereien ist nicht mehr zeitgemäß.

→ Ihre Meinung? insider@print.de

Der Autor 

Joachim Haas (54) war über 20 Jahre in Führungspositionen in der Druck- und Verlagsbranche tätig. Seit 2010 ist er Berater und Interim Manager mit den Schwerpunkten Change Management, Projektmanagement und Einkauf. Daneben zählt er als Verhandlungstrainer und Einkaufscoach Unternehmen aus verschiedenen Branchen zu seinen Mandanten.

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