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Wer investiert denn noch in die Zeitungstechnik?

Insider-Kolumne von Manfred Werfel aus DD5/2017

Die Münsteraner Unternehmensgruppe Aschendorff zählt zu den 20 größten Verlagen in Deutschland. Hauptprodukte sind die Tageszeitungen der Zeitungsgruppe, Gratiszeitungen, digitale Medien und Zeitschriften. Geschäftsführer Thilo Grickschat vertritt eine Wachstumsstrategie. Das Konzept heißt: Wir wollen auch in einem sich konsolidierenden Markt zu den Gewinnern gehören.

Dazu passt, dass die Anzahl eingesteckter Werbebeilagen stark wächst und sich allein im letzten Jahr um 30 Prozent erhöht hat. Der Produktionsbetrieb des Medienunternehmens hat sich in den letzten Jahren zum dominanten Druckzentrum entwickelt, das auch überregional aktiv ist. Das Druckzentrum produziert 28 verschiedene Zeitungstitel pro Nacht mit einer täglichen Gesamtauflage von etwa 250 000. Pro Jahr werden rund 1 Million Druckplatten hergestellt. Gedruckt wird an allen Tagen der Woche, nachts und an den Werktagen arbeitet man im Dreischichtbetrieb.

Für diese komplexe Struktur werden entsprechend flexible und automatisierte Maschinen benötigt. Deshalb wurde 2016 der Maschinenpark durch eine neue KBA Commander CL erweitert. Die 32-Seiten-Maschine kann aufgrund der kürzeren Rüstzeiten durch Plattenwechselvollautomaten die kleinteiligen Zeitungstitel in der Nachtproduktion drucken. Das hohe Qualitäts- und Leistungspotenzial mit bis zu 50 000 vierfarbigen Zeitungen pro Stunde wird außerdem in der Tagesproduktion für hochwertige Druckprodukte mit hohen Auflagen genutzt. Die Achterturmrotation mit zwei Rollenwechslern, zwei H-Drucktürmen und einem Falzwerk ist auf eine maximale Papierbahnbreite von 1 400 mm und einen Zylinderumfang von 1 020 mm ausgelegt. Im Januar 2016 begann der Aufbau und bereits im Mai konnte die Maschine in Betrieb gehen.

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Die Entwicklung der "Druckfabrik" geht weiter – mit Investitionen in die Zukunft.

Manfred Werfel

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Seit 2002 ist das Druckzentrum Aschendorff Mitglied im International Newspaper Color Quality Club und erreichte 2016 sogar den weltweiten Spitzenplatz im exklusiven „Star Club“ der besten Zeitungsdrucker. Das Bemühen um konstant hohe Druckqualität ist keineswegs Selbstzweck, sondern Teil der Geschäftsstrategie. Denn im Fokus der „Druckfabrik“ stehe der Kunde, dem Ergebnis und Erfahrungsgewinn unmittelbar zugute kämen, so der Technische Betriebsleiter Thomas Wenge. Die Vorbereitung und Planung der Druckmaschinen-Erweiterung des Jahres 2016 war über fünf Jahre vorbereitet worden, um eine Anlage zur Verfügung zu stellen, die den Idealen eines industriellen und weitgehend automatisierten Druckprozess zur Herstellung hochqualitativer Zeitungsprodukte möglichst nahe kam.

Bereits jetzt – kurz nach der Inbetriebnahme der neuen Druckmaschine – wird die Erweiterung von Versandraum und Druck bis zum Jahr 2020 besprochen. Die Entwicklung der „Druckfabrik“ geht weiter – mit Investitionen in die Zukunft.

→ Ihre Meinung?  insider@print.de

Der Autor 

Manfred Werfel (63) ist stellvertretender CEO der WAN-IFRA und zuständig für die Messeaktivitäten des Verbandes, die IFRA-Expo und die Digital Content Expo (DCX). Seit Herbst 2014 baut Werfel zudem das World Printers Forum auf. 

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