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60 Jahre Edelmann in Beerfelden

Der südhessische Druckmaschinenhersteller wurde 1953 als Nähmaschinen-Reparatur- und -Ersatzteilservice gegründet
 

60 Jahre Edelmann wurde auf der Labelexpo Europe in Brüssel gefeiert (von links): Birgit Sauer; der Vertreter der Umur Group Alp Evrenosoğlu; Dr. Stefan Wilhelm; Geschäftsführer Norbert Wilhelm; Willi Kirchner und Frank Seibert.

In 2013 jährt sich der Geburtstag des in Beerfelden ansässigen Rollendruckmaschinen-Herstellers zum 60. Male. Bewegte Zeiten liegen hinter dem Unternehmen, das im Jahre 2011 von einem seiner größten Kunden, der türkischen Umur Group, übernommen worden ist.

„Die Firma ist ein Lebenswerk für mich. Es gab gute und schlechte Zeiten, aber man ist tagtäglich mit den Maschinen aufgestanden und wieder mit ihnen ins Bett gegangen“, beschreibt Geschäftsführer Norbert Wilhelm, der seit 1968 im Unternehmen mitwirkt, seine Verbundenheit mit dem Unternehmen. Wie Wilhelm weiter ausführt, hänge die Entwicklung der Firma auch stark mit der Branche zusammen, weshalb Edelmann nun versucht, sich auf anderen Märkten zu positionieren. 

Gute und schlechte Zeiten zeigt auch der Werdegang der Firma auf: Das im Jahr 1953 gegründete Unternehmen stellte damals noch keine Druckmaschinen her. Vielmehr arbeiteten unter der Leitung von Gründer Ernst-Ludwig Edelmann fünf Angestellte daran, defekte Nähmaschinen zu reparieren und Einzelteile für diese zu produzieren. Bereits ein Jahr später betätigte sich die Firma in ihrem heutigen Metier, der Produktion von Einzelteilen für Druckmaschinen, hier noch als Zulieferer für Roland. Danach folgte bis 1970 die Herstellung von Strickmaschinen-Aggregaten für Mayer-Cie in Tailfingen. Nach dem Tod von Gründer Ernst-Ludwig Edelmann wurde das Geschäft 1966 von dessen Schwiegersohn Dr. Ing. Walter Wasserbäch übernommen. 

Unter dessen Leitung standen dem Unternehmen blühende Jahre bevor. Walter Wasserbäch schaffte es, die Mitarbeiterzahl wesentlich zu erhöhen. Im Jahr 1991 arbeiteten schließlich 300 Personen in der Firma. Auch der Jahresumsatz stieg bis zu 100 Mio. DM. Der Inhaber regelte ab 1967 auch die Lizenzfertigung von Zusammentragmaschinen für US-Unternehmen und  gründete 1975 die Form All GmbH für Formular-Druck- und -Verarbeitungsmaschinen, die weltweit aufgebaut wurde und 52 Vertretungen hatte. 

Edelmann beschickte ab den 70er-Jahren bis heute die weltgrößte Druckmaschinenmesse „Drupa“ mit bis zu 500 m2 Standfläche. Aber auch andere Messen wurden besucht, so zum Beispiel Labelexpo, Ipex und viele andere. Im Jahr 1979 wurde die  Lizenzproduktion von Bogenoffsetmaschinen des Typs „Practica“  im Auftrag von Roland begonnen und weltweit über 10 000 Druckwerke verkauft. 

Mangels Nachfolger erfolgte 1991 der Verkauf der Firma Edelmann an das US-Unternehmen Didde. Aus dem Verkaufspreis der Firma schüttete Dr. Wasserbäch 7 Mio. DM an seine Belegschaft aus. Danach begab er sich in den Ruhestand und wurde für seine Taten 2013 von der Stadt Beerfelden zum Ehrenbürger ernannt. 

Nach fünf Jahren Didde erfolgte die erste Insolvenz, von 1996 bis 2003 führte der Insolvenzverwalter Dirk Pfeil die Firma. Ein firmeninternes Management wurde in dieser Zeit von ihm aufgebaut. Dieses Management und die Belegschaft gründeten 2003 die Edelmann Graphics in Form einer Beteiligungsgesellschaft mit nun mehr noch 100 Beschäftigten. Nach acht Jahren ging diese in die zweite Insolvenz über. Mit 17 Mitarbeitern wurde die Edelmann Printing Machines 2011 vom heutigen türkischen Inhaber Umur gegründet. Die Umur Group, die ihren Hauptsitz in Istanbul hat, zählt in der Türkei mit etwa 1000 Mitarbeitern zu den 500 größten Unternehmen im Land. Ihr Hauptbetätigungsfeld ist die Herstellung von Druckerzeugnissen und der Vertrieb von Schul- und Bürobedarf. 

Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Druckbranche hat sich die Umur-Group durch den Kauf von Edelmann noch weiter in der Branche etablieren können. Nach Informationen der Edelmann-Printing-Machines-Geschäftsleitung legt der türkische Eigner großen Wert darauf, die gewachsenen Strukturen im Hause Edelmann bestehen zu lassen, weshalb im Bereich der Zulieferindustrie nahezu keine Veränderungen vorgenommen wurden. 

Umstrukturierungen erfolgten in der Führungsebene: Lokaler Geschäftsführer ist Norbert Wilhelm; der Vertreter des türkischen Firmeninhabers ist Alp Evrenosoğlu und für Sales & Konstruktion ist Frank Seibert verantwortlich. Weiterhin konnte Edelmann Printing Machines nun Dr. Stefan Wilhelm für den Marketing-Bereich gewinnen. Von 1976 bis 2011 hat die Firma etwa 14 Maschinen entwickelt. 

Zurzeit beschäftigt sich das Unternehmen neben der Herstellung von schmalbahnigen Offsetdruckmaschinen (neben der Star-Print-Maschine mit Sleeve-Wechsel-System und Schmitzringtechnologie – maximale Bahnbreiten: 520 mm, 760 mm, 920 mm – bietet das Unternehmen auch Kleinserien mit geringerer Bahnbreite an. Diese werden als Evo-Print 43/52, Color Print 52/72/76 und Web Print 39 bezeichnet. Je nach Kundenwunsch können sie Geschwindigkeiten zwischen 250 und 400 m/min. erreichen) und Offline-Maschinen (zum Beispiel „Fast-Paper-Prozessor“) auch mit dem Ankauf, der Reparatur und dem Verkauf von Gebrauchtmaschinen sowie dem Ersatzteilgeschäft (www.edelmann-printing-machines.com).

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