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60 Stellen sollen erhalten bleiben

Kessler versucht Druckerei Auer fortzuführen

Das Hauptaugenmerk bei dem Versuch die Druckerei Auer weiter zu führen, will Caspar Kessler wohl auf die Buchherstellung legen.

In der Druckerei Auer in Donauwörth sollen nach Insolvenzantrag und Verkauf 60 der rund 100 ehemaligen Arbeitsplätze erhalten bleiben. Das hat der neue Inhaber Caspar Kessler kürzlich nach Angaben der Augsburger Allgemeinen erklärt.

Vier weitere Auer-Mitarbeiter seien demnach im Stammhaus der Kessler Druck+Medien GmbH & Co. KG in Bobingen eingestellt worden. Der Unternehmer arbeite an einem Konzept, mit dem der Betrieb in Donauwörth gehalten werden solle.

Halten, was zu halten ist

Deshalb sei Caspar Kessler empört über Äußerungen der Gewerkschaft Verdi. Diese behaupte eine Rettung der Firma Auer sei angesichts der jüngsten Entwicklung nicht abzusehen. Kessler betone hingegen, dass ihm versuche, möglichst viele Stellen zu erhalten. Was noch machbar sei, werde er unternehmen. „Es muss von Grund auf radikal alles geändert werden,“ sagte Caspar Kessler. Denn zuletzt habe die Druckerei Auer nicht einmal mehr das Geld für die Löhne erwirtschaften können. So soll das Hauptaugenmerk auf die Buchherstellung gelegt werden. „Wenn es so läuft, wie wir es uns vorstellen, dann geht es in Donauwörth weiter“, sagt Kessler.

Verdi übt Kritik

Der Verdi-Ortsverein Donauwörth befasst sich nach Angaben der Augsburger Allgemeinen in einer Pressemitteilung mit der Sanierungsphase bei der Druckerei Auer vor dem Insolvenzantrag. Schon damals sei die Belegschaft von 180 auf 120 Mitarbeiter abgebaut worden. Einen Großteil der Sanierungskosten habe wohl die von den Geschäftsführern beauftragte Beraterfirma verursacht. Die Beschäftigten hätten finanzielle Opfer gebracht.

Verdi zufolge bekamen die Mitarbeiter, an denen Kessler offenbar Interesse habe, statt eines Arbeitsvertrags nur ein Schreiben zugestellt, in dem mitgeteilt worden sei, dass sie sich bei der Firma Kessler bewerben könnten. Diese Kollegen müssten sich nun neu beweisen, vermutlich zu schlechteren Bedingungen, kritisiert die Gewerkschaft. „Wir finden das ungerecht“, meint Bernd Niemczak vom Verdi-Ortsvorstand. Der zweifelt auch die von Kessler genannte Zahl von 60 Stellen an. Zudem sei deutlich geworden, dass anscheinend alle Betriebsräte, Behinderte und ältere Mitarbeiter vorher aus der „Einstellungsliste“ ausgenommen worden seien.

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