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Adam GmbH und Adam Nord GmbH melden Insolvenz an

Druckereien sollen zusammen fortgeführt werden
 

Die Adam Nord GmbH nahm im September 2006 mit zwei koppelbaren 48-Seiten-Maschinen die Produktion auf. Der ursprünglich angekündigte zweite Bauabschnitt wurde nie realisiert.

Die Rollenoffsetdruckereien Adam GmbH im badischen Bruchsal und Adam Nord GmbH in Laage (bei Rostock) haben Insolvenz angemeldet. Zu vorläufigen Insolvenzverwaltern sind vom Amtsgericht Karlsruhe die beiden Karlsruher Rechtsanwälte Andreas Fischer (für Adam in Bruchsal) bzw. Carsten Buderer (für Adam Nord) bestellt worden. Laut Insolvenzantrag sind in Bruchsal 84 und in Laage 57 Mitarbeiter betroffen.

Wie der Firmenchef Walter Adam und Insolvenzverwalter Andreas Fischer gegenüber print.de erklärten, hätte das Unternehmen Forderungen einer Finanzgesellschaft nicht mehr bedienen können. Adam zufolge hätte ein Rechtsstreit mit der früheren Manroland AG – nachdem der Maschinenbauer in die Insolvenz gegangen war – zu einem erheblichen finanziellen Verlust geführt. Darauf hin habe man bei einer Bank Kredite aufnehmen müssen. Aufgrund „einer anwaltlichen Fehlberatung“, so Adam, seien die monatlichen Zahlungen an das Kreditinstitut eingestellt worden. Es kam zum Rechtsstreit. Nachdem am 21. Dezember 2012 die Sichtweise des Finanzierungsunternehmens gerichtlich bestätigt worden war, ist die Rückzahlung des Kredits sofort fällig geworden. Dies habe das Unternehmen nicht realisieren können.
 
Bereits der veröffentlichte Jahresabschluss 2011 der Adam GmbH offenbart Probleme bei der Vermögenslage: „Die Finanzlage der Gesellschaft ist wesentlich geprägt von der wirtschaftlichen Verbindung zu der Schwestergesellschaft Adam Nord GmbH (Laage). Während die Adam GmbH mit -0,2 Mio. Euro einen nahezu ausgeglichenen Cash-Flow (Jahresergebnis zzgl. Abschreibungen und vor Sondersachverhalten) erwirtschaftete, war der Cash-Flow der Adam Nord GmbH mit 1,8 Mio. Euro negativ. Die Adam GmbH hat in 2011 die Finanzierung wesentlicher Teile des negativen Cash-Flows der Adam Nord übernommen.“ Im Jahresabschluss 2011 der Adam Nord GmbH wird ein negatives Jahresergebnis von -3,8 Mio. Euro vor Sondereinflüssen (2010: -1,7 Mio. Euro) ausgewiesen. Ebenfalls im Geschäftsjahr 2011 „hat ein nahe stehendes Unternehmen zum Zwecke der Bereinigung einer Überschuldungssituation einen Forderungsverzicht mit Besserungsschein auf langfristig zur Verfügung gestellte Finanzmittel von 3.000 Teuro zu Gunsten der Adam Nord GmbH ausgesprochen.“
 
Wie Insolvenzverwalter Andreas Fischer ankündigte, sollen nun beide Unternehmen saniert werden. Dabei will man versuchen, den Firmenverbund aufrecht zu erhalten. Aufgrund des „guten Auftragsbestandes“ sehe man gute Chancen, die Geschäftstätigkeit fortzuführen.
 
Gegründet wurde die Bruchsaler Rollenoffsetdruckerei 1987 unter dem Namen Web Arts. 1993 bezog das Unternehmen einen Neubau und firmierte in Adam GmbH um.  2005 erfolgte die Gründung des Schwesterunternehmens Adam Nord GmbH in Laage bei Rostock. Dort nahmen 2006 zwei 48-Seiten Rollenoffset-Druckmaschinen von Manroland die Produktion auf.

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Leserkommentare (6)

Kenner | Dienstag, 05. März 2013 16:46:01

Wer übernimmt?

Was ist nach 2 Monaten nun passiert, was tut sich? Steigt die Konkurrenz ein? Ein Holländer vielleicht?

TF3 | Montag, 04. Februar 2013 16:46:01

Managmentfehler?

Jeder Häuslebauer weiß, das wenn die Raten nicht gezahlt werden die Bank den Kredit kündigen kann.....
Ein Geschäftsführer oder Anwalt weiß das nicht?

Bruchsal | Montag, 21. Januar 2013 09:16:04

man sollte einfach nicht nach den Sternen greifen :-(

Wenn man bedenkt, dass so viele Menschen ausbaden müssen, was ein Mensch an Fehler gemacht hat, einfach nur schrecklich ! Man kann nur hoffen und beten, dass es nicht schon zu spät ist!

Realist | Montag, 21. Januar 2013 09:16:02

drum werfe den ersten Stein, wer ohne Schuld

Nun geht es drum, Schadensbegrenzung zu betreiben. Mit Beschuldigungen kommt man jetzt nicht weiter! Ich kann nur hoffen, daß aus den Fehlern gelernt wird und endlich bodenstaendiges Management diese Firma wieder aus dem Dreck zieht. Ich druecke die Daumen, daß die vielen Menschen nicht ihren Arbeitsplatz verlieren.

Fragender | Freitag, 18. Januar 2013 16:56:02

Wo hin sind die Millionen?

30 Millionen Subventionen - einfach so verpufft? Oder an den Himmel verschwunden...?

Bruchsaler | Donnerstag, 17. Januar 2013 19:26:03

Ist Herr Adam immer frei von Schuld?

Die Stellungnahme von Herr Adam: Es sind nur andere Leute Schuld! Wie konnte ein Rechtsstreit seine Firma in die Insolvenz bringen? Dann noch falsche Berater.....mir kommen die Tränen.

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