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Allaoui übernimmt den Maschinenpark von Werbedruck Schreckhase

Fast 100 Maschinen kommen jetzt auf den Markt
 

In der Weiterverarbeitung von Werbedruck Schreckhase stehen mehrere moderne Maschinen.

Nachdem die bundesweit tätige Druckerei Werbedruck Horst Schreckhase (Spangenberg) im April 2017 Insolvenz anmelden musste, war es dem Insolvenzverwalter Carsten Koch (Kassel) trotz zahlreicher Gespräche nicht gelungen, einen Investor zu finden. Schreckhase stellte deshalb im September seine Geschäftstätigkeit ein (print.de berichtete). Jetzt wurde der komplette Maschinenpark an den Gebrauchtmaschinenspezialisten Allaoui Graphic Machinery (Aachen) verkauft.

„Das oberste Ziel war für uns natürlich, das Unternehmen an einen Investor zu bringen“, erklärte der Insolvenzverwalter Carsten Koch gegenüber print.de. „Wir mussten aber erfahren, dass dies in dem speziellen Marktsegment, in dem sich Schreckhase befand, nicht möglich war. Der Markt ist doch sehr von Überkapazitäten geprägt. Das sehen Sie auch daran, dass die Druckaufträge der Kunden von Schreckhase mit einem Gesamtvolumen von mehr als 20 Mio. Euro ohne Schwierigkeiten von anderen Druckereien übernommen werden konnten. Und dann mussten wir das machen, was ein Insolvenzverwalter nicht gerne macht, nämlich das Unternehmen zerschlagen.“ Koch suchte nun nach einem Käufer für den Maschinenpark. Letztlich wurden sechs Interessenten eingeladen, ein Angebot abzugeben. Drei kamen in die engere Auswahl. Carsten Koch: „Wir haben uns für das Angebot von Allaoui Graphic Machinery entschieden, da Allaoui der einzige Bieter war, der alle Kriterien erfüllen und bei Vertragsabschluss eine Bankgarantie über die gesamte Kaufsumme vorlegen konnte.“ Außerdem waren die Aachener auch bereit, neben den Maschinen das restliche Anlagevermögen zu erwerben.

 
 

Fünf gebrauchte Bogenoffsetmaschinen kommen jetzt auf den Markt.

Nach dem Erwerb des Maschinenparks von Stürtz hat Allaoui nun mit dem Kauf der Maschinen von Werbedruck Schreckhase eine weitere größere Übernahme realisiert. Der Maschinenpark wird in den nächsten Wochen von dem Aachener Unternehmen abgebaut. Bis Ende Dezember müssen die Räumlichkeiten leer sein. Die übernommenen Maschinen und Geräte umfassen fast 600 Einzelpositionen, darunter knapp 100 Maschinen. Gegenüber print.de betont Allaoui-Geschäftsführer Ammar Allaoui: „Wir haben uns über den Zuschlag sehr gefreut, zumal Räumlichkeiten und Maschinen äußerst sauber und gepflegt sind. Dies ist bei einer Insolvenz eher selten der Fall. Ferner sind die meisten Schreckhase-Maschinen noch recht jung.“ Der Maschinenpark beinhaltet unter anderem:

  • 2 CTP-Anlagen
  • 5 Druckmaschinen (8 Druckwerke Heidelberg Speedmaster XL 105 und 17 Druckwerke Heidelberg Speedmaster XL 106), alle mit AutoPlate XL und InPress Control. Herzstück der Druckmaschinen ist eine Heidelberg Speedmaster XL 106-8-P+L 18k (2014).
  • 11 Falzmaschinen
  • 1 Kolbus Klebebindelinie KM600.C (9.000/h), gekoppelt an eine Kolbus Buchstraße BF530 (70 Takte/min).
  • 1 Fadenheftlinie
  • 3 moderne 137er-Schneidelinien von Polar
  • 3 Heidelberg-Sammelhefter
  • 1 Kuvertiermaschine
  • 1 Stanzmaschine
  • über 60 weitere Kleinmaschinen und Systeme wie Stapelwender, Plotter, Heftmaschinen, Stanzen, Banderoliermaschinen, Auslagen, Densitometer, Palettenwickler etc.
 
 

Werbedruck Schreckhase hatte elf Falzmaschinen im Einsatz.

Wie geht es mit den Schreckhase-Mitarbeitern weiter? Carsten Koch: „Die Mitarbeiter haben sich natürlich zunächst darauf eingerichtet, dass wir einen Investor finden. Das hat sich leider nicht realisieren lassen. Knapp 100 Mitarbeiter wechselten nun in eine Transfergesellschaft. Davon konnten wir 28 bereits vermitteln. Druckereien, die an Fachkräften interessiert sind, können sich gerne an uns wenden.“

 

In Deutscher Drucker 20/2017, ab Seite 24, erfahren Sie mehr über den Aachener Gebrauchtmaschinenhändler Allaoui Graphic Machinery. Diese DD-Ausgabe steht zum Download im print.de-Shop bereit.

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