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Alle Unternehmen der RT-Gruppe stellen Insolvenzanträge

Kurzfristig bestellter Geschäftsführer will Eigenverwaltung

Michael Schoor

Der Insolvenzantrag der Print-64 Druckwerkstätten GmbH in Norderstedt war nur der Anfang: Wenige Tage später hat nun Geschäftsführer Dr. Christian Heintze für die Reprotechnik Beteiligungsgesellschaft mbH, die RT Reprotechnik.de GmbH, die in Österreich tätige Pavlu Kopie-Druck-Repro Gesellschaft mbH und die Mainzer Tochterfirma RT Druckwerkstätten GmbH ebenfalls Insolvenzanträge gestellt.

Als vorläufigen Insolvenzverwalter für die vier Unternehmen  bestellte das Amtsgericht Leipzig Rechtsanwalt Michael Schoor von der Kanzlei Pluta Rechtsanwalts GmbH.
Der selbst als Insolvenz-Spezialist bekannte Rechtsanwalt Dr. Heintze war erst wenige Tage zuvor – am 18. März 2011 – von der Gesellschafterversammlung zum neuen Geschäftsführer mehrerer Unternehmen der RT-Gruppe ernannt worden. Nach Prüfung der Geschäftslage stellte er die Insolvenzanträge.
Die Löhne und Gehälter der insgesamt knapp 250 betroffenen Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld für die Monate März bis Mai gesichert. Wie es in einer Pressemitteilung der RT-Gruppe heißt, läuft der Geschäftsbetrieb „uneingeschränkt weiter“. Heintze wird mit der Aussage zitiert, dass er „gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter daran arbeite, die Unternehmen wieder fit zu machen für die Anforderungen des Marktes“. Ziel sei die dauerhafte Fortführung der Firmen der RT-Gruppe.
Derzeit würden „zahlreiche intensive Gespräche mit Lieferanten, Dienstleistern und Banken“ geführt. Die Fortführung des Geschäftsbetriebes deren Unterstützung sei das Hauptziel des vorläufigen Insolvenzverfahrens.

Dr. Christian Heintze hat mit den Insolvenzanträgen auch Anträge auf Anordnung der Eigenverwaltung gestellt. Stimmt das Insolvenzgericht diesen zu, würden wesentliche Pflichten des Insolvenzverwalters auf den Geschäftsführer übergehen Es wird dann außerdem ein Sachwalter bestellt, der die Einhaltung der insolvenzrechtlichen Pflichten kontrolliert. Die Entscheidung des Amtsgerichtes erwarten Dr. Heintze und Schoor für Ende Mai oder Anfang Juni 2011. Anschließend würde den Gläubigern ein Insolvenzplan zur Abstimmung vorgelegt.
Die RT-Gruppe mit Sitz in Leipzig ist nach eigenen Angaben einer der größten Reprografie-Dienstleister  Deutschlands. In der Unternehmensgruppe, die zahlreiche Dienstleistungen im Bereich Print anbietet, arbeiten rund 250 Mitarbeiter in 30 Filialen.
Die beiden Druckunternehmen Print 64 in Norderstedt bzw. Druckwerkstätten Dieter Hoffmann GmbH (Mainz) waren 2009 durch die RT-Gruppe erworben worden. RT wolle sich nach eigenen Angaben dadurch „ein deutlich breiteres Produktangebot erschließen – bei gleichzeitiger Bündelung des Vertriebs“.
Die RT-Gruppe hatte ihren Umsatz zwischen 2000 und 2007 von 3,2 auf 16,5 Mio. Euro gesteigert gehabt. Vor Dr. Christian Heintze lag die Geschäftsführung bei Petra Wallasch, die im vergangenen Jahr dann von Riccardo Heise abgelöst worden war. Wallasch hat die Tochterfirma RT Reality Service erworben, die 3D-Druckdienstleistungen anbietet.

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