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Arquana-Druckerei Sochor meldet Konkurs an

Wenig Wechsel-Bereitschaft nach Innsbruck

Die zur Arquana-Gruppe gehörende Druckerei Sochor (Zell am See/Österreich) hat am 8. November beim Landesgericht Salzburg Konkurs angemeldet. Dies berichtet das österreichische »Wirtschaftsblatt«, das von knapp 27 Mio. Euro Schulden spricht, die sich angehäuft haben sollen. Das freie Vermögen von Sochor soll demzufolge 3,04 Mio. Euro betragen.
Betroffen sind 156 Mitarbeiter. 70 Mitarbeitern habe man bereits gekündigt, heißt es in einem Bericht der »Salzburger Nachrichten«. Über das Schicksal der restlichen Belegschaft entscheide der künftige Masseverwalter.
Bereits im Juli kündigte der deutsche Arquana-Konzern (seit Ende 2005 der Besitzer von Sochor) die Übersiedlung eines Großteils des Unternehmens nach Innsbruck an. Nur 15 Mitarbeiter sollten in Zell am See bleiben. Allen anderen wurde das Angebot gemacht, mit nach Innsbruck zu gehen. Nur sechs Zeller Mitarbeiter haben sich aber zur Übersiedlung entschlossen. Dies sei »ein Grund für den Konkurs«, zitieren die Salzburger Nachrichten den Sochor-Geschäftsführer Andreas Walka. Durch die geringe Wechselbereitschaft seien die Kosten für den Abbau der Arbeitnehmer nicht mehr finanzierbar. Es würden mehrmonatige Lohnfortzahlungen und die Kosten für einen mit dem Land ausgehandelten Sozialplan anfallen.
Seit der Übernahme 2005 soll Arquana 9,2 Mill. Euro in die Druckerei in Zell am See gesteckt haben, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Mit den früheren Besitzern gibt es wegen angeblich geschönter Bilanzen einen Rechtsstreit.
Die Mitarbeiter wurden am Montag in einer Betriebsversammlung informiert. Arquana strebt offenbar einen sogenannten Zwangsausgleich an. Die Gehälter zahlt der Insolvenzausgleichsfonds. Der Sozialplan soll zu 20 Prozent aus der Konkursmasse erfüllt werden.
Am 24. Oktober hatte bereits die ehemalige Arquana-Druckerei Colordruck Pforzheim Insolvenzantrag gestellt. Sie war kurz zuvor durch die Arquana-Holding an einen ungenannten »strategischen Investor« verkauft worden.
Zur Vorgehensweise von »Arquana« lesen Sie auch das Editorial in der aktuellen Ausgabe von DEUTSCHER DRUCKER.

Arquana International Print & Media AG http://www.arquana.com

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