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B.O.S.S. Medien will sich in Eigenverwaltung sanieren

Zahlungsunfähigkeit nachdem große Kunden Aufträge anderweitig vergeben hatten
 
B.O.S.S. Medien

Das Druckunternehmen B.O.S.S. Medien will in Eigenverwaltung einen Weg aus der finanziellen Schieflage finden.

Die B.O.S.S Medien GmbH (Goch/Landkreis Kleve) hat am 2. Dezember 2015 beim Amtsgericht Kleve wegen Zahlungsunfähigkeit Antrag auf eine Planinsolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Dieses Verfahren soll dem Unternehmen im Rahmen eines Sanierungsplans und mit den Instrumenten der Insolvenzordnung eine zügige Restrukturierung ermöglichen. Grund für die Zahlungsunfähigkeit ist ein Umsatzeinbruch, verursacht durch drei große Kunden, die "ihre Aufträge teilweise neu platziert hatten", wie es in einer Pressemitteilung des Unternehmens heißt.

Das Gericht hat Rechtsanwalt Horst Piepenburg von der Kanzlei Piepenburg-Gerling zum vorläufigen Sachwalter bestellt, der die wirtschaftliche Situation des Betriebs prüft und die Sanierungsschritte der Geschäftsführung überwacht. "Ich bin zuversichtlich, dass unsere Druckerei durch dieses Planverfahren die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft neu stellen wird. Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden ziehen hier gemeinsam an einem Strang“, sagt Dirk Engelen, Geschäftsführer und seit 2014 Inhaber der Druckerei, die 80 Mitarbeiter beschäftigt. Der Geschäftsbetrieb werde uneingeschränkt fortgeführt.

Engelen schreibt in der Pressemitteilung, das Unternehmen selbst sei "im Kern gesund". Die Chancen für eine Sanierung in Eigenverwaltung über ein Planverfahren würden von der Geschäftsleitung positiv beurteilt. Zwei der abgesprungenen Kunden habe man in der Zwischenzeit zurückgewinnen können. Gegenüber der Rheinischen Post hatte Engelen erwähnt, dass die finanzielle Lage auch auf die "schwache Zahlungsmoral einiger Kunden und damit verbundene hohe Außenstände" zurückführen sei.

Nun will die B.O.S.S. Medien GmbH die Sanierungsmöglichkeiten nutzen, die das 'Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG)’ anbietet. Damit könne, so Engelen, "die Kostenstruktur angepasst, der Geschäftsbetrieb stabilisiert und die Basis für einen Neustart gesetzt werden". Bis Mitte des ersten Quartals 2016 will die Geschäftsleitung einen Sanierungsplan vorlegen, über den die Gläubiger – nach Prüfung durch das Gericht – abstimmen werden. „Ich bin zuversichtlich, dass diese unser Vorhaben unterstützen werden“, so Dirk Engelen.

Wie die Rheinische Post weiter berichtet, gründete Franz Engelen, der Vater des heutigen Geschäftsführers, die B.O.S.S. Medien GmbH vor 19 Jahren nach der Insolvenz von Boss Druck und Verlag. Im August 2004 war die Klever Firma G. W. Bösmann mit ihren 23 Mitarbeitern übernommen worden. Hergestellt werden seitdem unter anderem Bücher, Prospekte, Kataloge, Plakate und Aufsteller und weitere Medien. 2006 wurde ein Neubau in Goch bezogen. Besonders erfolgreich sei die Druckerei mit ihren Kunstbildbänden und Kunstreiseführern, die mehrfach ausgezeichnet wurden.

Franz Engelens Pagina-Verlag ist von der Zahlungsunfähigkeit nicht betroffen.

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