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Vier praktische Wege zur B2B-Kundenintegration

Trends der Medienkommunikation und die Digitalisierung von Geschäftsprozessen erfordern mehr Nähe zum B2B-Kunde
 

Digitalisierung, Multichannel, Globalisierung: Medienhäuser rücken näher an B2B-Kunden heran.
(Bildquelle: VDM Baden Württemberg)

Ein Weg zur erfolgreichen Marktpositionierung von Druck- und Mediendienstleistern liegt in der B2B-Kommunikation. Dies beinhaltet die Entwicklung automatisierter IT- und Geschäftsprozesse sowie das Zusammenspiel von Drucksachen mit digitalen Kommunikationsmedien. Im Zuge dessen entwickeln sich vermehrt Medienhäuser, die ihre Fertigungstiefe erweitern, Produkte diversifizieren oder sich spezialisieren. print.de-Autorin und Web-to-Print-Spezialistin Ira Melaschuk zeigt auf, welche Strategien und Umsetzungswege dafür in der Regel verfolgt werden.

Eine mögliche Strategie für Druck-und Mediendienstleister, sich diesen Voraussetzungen zu stellen, besteht darin, die eigenen Produktbereiche zu erweitern. Beispielsweise kann die Kompetenz zum Aufbau von Web-to-Print-Portalen für Geschäftskunden um das Angebot zur Entwicklung von Websites erweitert werden. Oder es werden digitale, interaktive Versionen der Printprodukte in Form von E-Papern hergestellt.
Eine weitere Strategie besteht darin, die Fertigungstiefe in den Bereichen Kreation, IT oder Distribution auszubauen. Das kann durch den Aufbau eigener, am Markt unabhängig agierender Unternehmen, oder durch die Kooperation mit Partnerfirmen geschehen. Beim Aufbau von Netzwerken sollte es sich um zuverlässige Partner handeln, bei denen es keine Überschneidungen im Leistungsspektrum gibt. In der Praxis werden zum Beispiel Crossmedia-Kampagnen-Projekte realisiert, bei denen eine Kreativagentur, eine Softwarefirma und ein Druckunternehmen zusammenarbeiten.
Um der Entwicklung in Industrieunternehmen zur Automatisierung und Digitalisierung von Beschaffungsprozessen entgegenzukommen, können sich Druck- und Medienunternehmenals Partner innerhalb der IT-Landschaften der Kunden positionieren und zusätzliche Leistungen in den Bereichen Lager und Logistik anbieten.

Um die Kundenintegration im Business-to-Business-Bereich (B2B) praktisch umzusetzen, gibt es verschiedene Wege:

  • Online-Zugriff auf Webportale: Geschäftskunden erhalten über einen Log-in Zugriff auf Webportale mit Produkten oder Services. Dies können Abstimmungsportale sein, in denen PDF-Druckdaten kommentiert oder freigegeben werden. Weitere wichtige Tools für die Integration in Geschäftskundenprozesse sind Web-to-Print-Systeme. Die Benutzer erhalten ebenfalls Zugang per Log-in und können Corporate-Design-konforme Vorlagen individualisieren, Angebote kalkulieren, Wiederholbestellungen auslösen oder Lagerbestände verwalten.
     
  • Schnittstellen zu Kundensystemen: Web-to-Print-Systeme, die auch Non-Print-Artikel beinhalten können, lassen sich per Schnittstelle in die IT-Infrastruktur des Kunden integrieren. Eine häufig angewendete Methode der Integration in das Unternehmens-Intranet ist Single-Sign-On (SSO). Dabei melden sich die Mitarbeiter des Unternehmens nur einmalig in ihrem Unternehmensnetzwerk an und können unter anderem den Web-to-Print-Shop nutzen. Aber auch Schnittstellen zu SAP, dem gängigen Enterprise-Resource-Planning-System (ERP) in Unternehmen, können gefordert sein. Hierbei bestellen Mitarbeiter in dem Web-to-Print-Shop, der als „externer Katalog“ im SAP-System eingebunden wird. Freigabe- oder kaufmännische Abläufe können innerhalb des SAP-Systems unternehmensintern abgewickelt werden.
     
  • Export/Import von Daten: Abhängig davon, welche Systeme zu verbinden sind, kann die Entwicklung von Schnittstellen relativ aufwendig sein. Eine praktikablere Lösung ist daher in manchen Fällen der Export von Daten aus Kundensystemen. Dies können beispielsweise Adressdaten aus einer Kundendatenbank oder Produktdaten aus einer Produktdatenbank sein. Diese Daten werden dann in die Publishing- Systeme beim Mediendienstleister importiert, entweder zur Mailingproduktion oder Katalogerstellung.
     
  • Datenmanagement als Kundenservice: Die strukturierte Verwaltung und Pflege von Daten erlangt als Basis für die Ansteuerung mehrerer Medienkanäle immer mehr an Bedeutung. Diesen Service können Mediendienstleister im Rahmen des Aufbaus von Datenbanken leisten.

Am 29. Juni 2017 veranstaltet der Verband Druck und Medien in Baden-Württemberg (VDM) genau zu diesem Thema in Zusammenarbeit mit Melaschuk-Medien das „After Work Special: Herausforderungen im B2B“ im Haus der Druckindustrie, Ostfildern-Kemnat (nahe Stuttgart). Nähere Informationen zum Thema auch im aktuellen Deutschen Drucker Nr. 13/2017  ... ab sofort online bestellbar.
[980]

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