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Ernst, aber nicht hoffnungslos: BVDM präsentiert aktuelle Branchendaten

Bundesverband erwartet für 2013 eine Stagnation
 

BVDM-Pressesprecherin Gaby Schermuly-Wunderlich und Hauptgeschäftsführer Dr. Paul Albert Deimel (im Bild, v.l.) haben gemeinsam mit Rolf Schwarz (BVDM-Präsident) und Matthias Zwanzig (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BVDM, sowie Geschäftsführer der Bundesinnungen für das Flexografen- sowie für Siebdruckerhandwerk) aktuelle Zahlen zur Druckbranche herausgegeben.

Die Druckindustrie befindet sich in einer schwierigen Lage. Überkapazitäten, Strukturwandel und moderne digitale Technologien haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Druckindustrie schrumpft. Weniger Betriebe und Mitarbeiter, sinkende Umsätze, fallende Preise – dennoch bleibt Print im Konzert der Medien der größte Werbeträger. Trotz aller Einflüsse erwartet der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) eine Stagnation für 2013 und präsentierte auf seiner gestrigen Jahreshauptversammlung aktuelle Zahlen.

Im Jahr 2012 erwirtschafteten die rund 9.400 Unternehmen der Branche einen Umsatz von circa 20,5 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Minus von 2,5 Prozent zum Vorjahr (21,05 Mrd. Euro). Bis April 2013 sind die Umsätze um weitere 3,4 Prozent gesunken. Für das Gesamtjahr 2013 erwartet der Bundesverband der deutschen Druckindustrie allenfalls Stagnation, bzw. keine wirkliche Besserung der wirtschaftlichen Lage. BVDM-Präsident Rolf Schwarz führte dies unter anderem auf den starken Preisverfall zurück: „Anderen Branchen gelingt es besser, höhere Preise durchzusetzen." Die Erzeugerpreise für Druckleistungen stiegen im Jahr 2012 um +1,1 Prozent. Sie deckten, so der BVDM, allerdings bei weitem nicht die seit Jahren stark steigenden Kosten insbesondere für Energie und Rohstoffe ab.

Trotz allem stieg in der Branche die Kapazitätsauslastung und verbesserte sich geringfügig im Jahresdurchschnitt 2012 auf 81,8 Prozent, nach 81,4 Prozent im Vorjahr. Insgesamt befindet sich die Branche immer noch in einem Strukturwandel, der sie zunehmend industrieller und technologieintensiver werden lässt. Rolf Schwarz: „Gleichzeitig geht dies mit Betriebsschließungen und Arbeitsplatzabbau einher. In der deutschen Druckindustrie arbeiten derzeit rund 151.385 Menschen, das sind zwei Prozent weniger als im Vorjahr (2011: 154.524). Die Zahl der Betriebe verringerte sich um 3,5 Prozent auf 9.403 Betriebe (2011: 9.746). Die größten Verluste mit –7 Prozent und 2.179 Beschäftigen verzeichnen die Betriebe mit 20 bis 49 Beschäftigten.“

Im Jahr 2012 lernten in den drei Ausbildungsjahren 14.722 Auszubildende einen Beruf in der Druck- und Medienwirtschaft. Die Zahl aller Ausbildungsverhältnisse sank analog zur Gesamtentwicklung der Branche um 2,22 Prozent (2011: 15.057 Azubis). Die Ausbildungsquote der Druckindustrie bleibt mit aktuell 8,89 Prozent nach wie vor überdurchschnittlich. Allerdings sind die Betriebe angesichts der unsicheren Wirtschaftslage mit der Neueinstellung von Auszubildenden zurückhaltend. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse fiel im Jahr 2012 gegenüber 2011 mit 5.445 Neuverträgen um 8,5 Prozent. Im Vorjahr 2011 hatten die Betriebe ihre Ausbildungsbemühungen noch um 3,4 Prozent (2011: 5.951) gesteigert. „Bereits mit der Ausbildung gilt es, auf neue zusätzliche Geschäftsfelder zu setzen und kurzfristig das erforderliche Know-how aufzubauen“, erklärte Rolf Schwarz.

Die langfristige Zukunft von Print sieht der BVDM dennoch positiv. Print ist mit einem Anteil von 68 Prozent größter Werbeträger in Deutschland. Studien belegen die Vorzüge von Print gegenüber elektronischen Medien hinsichtlich Reichweite, Werbewirkung, Effizienz und Nachhaltigkeit.

Einen eindringlichen Appell richtete BVDM-Hauptgeschäftsführer Dr. Paul Albert Deimel an die Tarifpartner: „Arbeitgeber und Gewerkschaft müssen gemeinsam in kommenden Tarifverhandlungen die notwendigen Änderungen am Tarifwerk anpacken, um die Branche zukunftsfähig auszurichten und den Flächentarifvertrag zu erhalten. Gemeinsames Ziel der Tarifpartner muss es daher sein, die Branche durch zeitgemäße Arbeitsbedingungen insgesamt zu stärken.“

Kritik äußerte der Bundesverband zur geplanten EU-Datenschutz-Grundverordnung. Der vorgeschlagene Entwurf beschneide die Werbemöglichkeiten der Industrie so enorm, dass dies gravierende Auswirkungen auf die Druckindustrie hätte. Die Forderung des BVDMs lautet: Direktmarketing und die dafür notwendige Datenverarbeitung über externe Druckdienstleister muss auch weiterhin möglich bleiben. Unternehmen müssten zum Zwecke der Neukundengewinnung auch künftig auf spezialisierte Dienstleister zurückgreifen können.

Ein weiterer Irrweg seien die Forderungen in der Politik nach einer Vermögenssteuer. Deimel: „Die Belastung für die Unternehmen wäre wettbewerbsgefährdend und ruinös. Print ist ein Kulturgut und unersetzlicher Informationsträger. Statt Restriktionen und Marktbarrieren muss die Politik für Stabilität von Print in seiner ganzen Vielfalt, wie Zeitungen, Zeitschriften und Büchern in Deutschland sorgen“, forderte der Hauptgeschäftsführer des Spitzenverbandes.

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Leserkommentare (1)

hans | Donnerstag, 04. Juli 2013 12:26:01

Werbeträger

Kein bracheninterner Bericht, ohne auf den Aspekt Werbung einzugehen....... Alle die diesen Aspekt nicht für wichtig halten werden in der Zukunft mit Print auch Geld verdienen.

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