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BVDM warnt EU-Kommission vor einseitiger Förderung des E-Invoicing

Elektronische Rechnungsstellung schadet Druck- und Medienbranche

BVDM-Hauptgeschäftsführer Dr. Paul Albert Deimel.

Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) warnt vor der elektronischen Rechnungsstellung (E-Invoicing) als ausschließlichem Standard, den die Europäische Kommission bis zum Jahre 2020 erreichen will. Damit unterstützt der BVDM einen offenen Brief der Verbände an die EU-Kommission. Insgesamt elf Verbände und Institutionen aus der europäischen Papier-, Druck- und Medien­industrie, der Direkt-Marketing- und Versandlogistik haben die EU-Kommission zu einem offenen und konstruktiven Dialog zu deren "Digital Agenda" aufgefordert.

 

In ihrem Brief forderten die europäischen Partnerverbände die EU-Kommission zu einem ausgewogenen Vorgehen auf. Die Pläne der Kommission hätten für die gesamte Druck- und Medienindustrie sowie für die werbetreibenden Dienstleistungsunternehmen massive wirtschaftliche Auswirkungen. Aber auch die Interessen der Beschäftigten und Nutzungsgewohnheiten der Endverbraucher dürften dabei nicht vernachlässigt werden.

Laut BVDM haben Rechnungen auf Papier einen Anteil von 95 Prozent. Die Zahl der elektronischen Rechnungen, insbesondere bei den mittelständischen Unternehmen, sei nach wie vor gering. BVDM-Hauptgeschäftsführer Dr. Paul Albert Deimel erläuterte: „Das Stellen elektronischer Rechnungen – vor allem über Grenzen hinweg – ist insbesondere für die mittelständischen Betriebe ein komplexer und kostenintensiver Vorgang. Zudem ist die Regelung der elektronischen Rechnungsstellung in Europa nicht harmonisiert.“

Echte Vorteile hat E-Invoicing laut BVDM nur bei einer vollständigen Integration der elektronischen Rechnung in die Buchhaltungssysteme der Unternehmen. Der elektronische Versand alleine reiche daher nicht aus. Nach Ansicht des Verbandes werden wesentliche Aspekte bei der Betrachtung der angeblichen Kostenvorteile und der Umweltaspekte von E-Invoicing nicht berücksichtigt. „Letztendlich werden die Kosten auf den Verbraucher abgewälzt“, so Deimel. Viele Unternehmen nutzten zudem die Rechnungsstellung auf Papier um ihre Kunden regelmäßigen zu informieren.

Der BVDM betonte außerdem, dass für die Verbraucher das Medium Print einen besonderen Stellenwert habe. Es weise eine große Glaubwürdigkeit auf und erfahre eine starke Beachtung. Dr. Paul Albert Deimel erklärte: „Print gehört in der Kommunikation auch im Jahre 2020 zu einem gesunden ausbalancierten Medienmix. Druckprodukte – auch in der Geschäftskommunikation – haben einen hohen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Wert. Diesen muss die EU-Kommission wahren.“

Die "Digital Agenda" der EU-Kommission umfasst rund 100 geplante Maßnahmen und 31 Gesetzesvorschläge für einen "digitalen Binnenmarkt" für Inhalte und Dienste. Der BVDM will gemeinsam mit seinem europäischen Dachverband Intergraf die weitere Behandlung des Themas durch die EU-Kommission kritisch beobachten und sich für einen sensiblen Umgang mit E-Invoicing auch an die Bundesregierung und an Abgeordnete des Europäischen Parlaments wenden.

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