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Baden-Württembergs Umweltminister besucht KBA-Metal-Print

Energieeffizienz braucht Rückendeckung aus der Politik
 

Auf einer Metal-Star-Blechdruckmaschine (v.l.): Ralf Schechowiz (GF KBA-Metal-Print), Dr. Helmut Baur (Vorstand BVMW), Franz Untersteller (Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg), Kerstin Andreae (MdB; stellv. Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag), Ralf Gumbel (GF KBA-Metal-Print) und Dr. Ulrich Köppen (Landesbeauftragter BVMW).

Die KBA-Metal-Print GmbH ist weltweit als Marktführer für Blechdruckmaschinen bekannt. Doch es war die zusätzliche Kompetenz in der Abluftreinigung und Energietechnik, die dem Stuttgarter Unternehmen prominenten Besuch ins Haus brachte: Beim Treffen Ende Februar mit Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller, Politikern der Grünen und interessierten Unternehmern ging es vor allem um Energieeffizienz. 

Den Besuch von Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft im grün-roten Landeskabinett sowie der stellv. Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag, Kerstin Andreae, zusammen mit Lokalpolitikern, Unternehmern und Technik-Experten war vom Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) organisiert worden, dem auch KBA-Metal-Print Geschäftsführer Ralf Gumbel angehört. Denn das Unternehmen aus Stuttgart-Zuffenhausen nutzt sein Know-how aus dem Blechdruck auch für die Entwicklung effektiver Abluftreinigungs- und Energietechnik.

Lackieren, Trocknen und das Reinigen der dabei entstehenden Abluft ist seit Jahrzehnten Teil des Metalldrucks. Deshalb gehören seit den 1960er Jahren Abluftreinigungsanlagen zum Produktportfolio von KBA-Metal-Print. Dabei weist die in Stuttgart entwickelte Technologie laut KBA Metal-Print beeindruckende Werte auf: Die Thermisch-Regenerative Abluftreinigung (TRA) soll beispielsweise Schad- und Geruchsstoffe zu nahezu 100 % mit einer deutlichen Energieeffizienz oxidieren. Bei optimierten Produktionsbedingungen soll das System autotherm arbeiten und dabei zusätzlich noch extern nutzbare Energie erzeugen.

Seit den 1990er Jahren projektiert und baut die Tochtergesellschaft der Koenig & Bauer AG (KBA) derartige Abluftreinigungsanlagen auch für andere Branchen mit VOC-Emissionen. So z.B. für die Automobilindustrie oder selbst für reine Geruchsbeseitigung wie bei der Tierkörperverarbeitung. Neben dem TRA-Verfahren bieten die Stuttgarter unter dem Label KBA-Clean-Air auch Systeme für die Thermische Nachverbrennung sowie die katalytische Abluftreinigung an. An die heimische Wirtschaft appellierten Geschäftsführer Ralf Gumbel und der zuständige Bereichsleiter Dietmar Decker: „Lösemittel hat einen Heizwert fast wie Heizöl. Wenn Abluft nur gereinigt wird, um gesetzliche Bestimmungen zu erfüllen, ist dies die falsche Philosophie.“ Mit der Technologie von KBA-Metal-Print sollen sich bis zu 82 Prozent der Lösemittel-Energie wieder für die Produktion zurückgewinnen lassen.

Auf Grund des Know-hows in punkto Energieeffizienz hat KBA-Metal-Print unter der Leitung von Matthias Hänel zudem Wärmespeicher-Technologie entwickelt, die beispielsweise im Solarturm-Kraftwerk in Jülich zum Einsatz kommt. Die Lösung von KBA-Metal-Print hat inzwischen das F&E-Stadium verlassen und könnte für die Speicherung von Solarenergie und deren Nutzung während der sonnenlosen Tageszeit eingesetzt werden. Doch das Stuttgarter Unternehmen vermisst die politische Rückendeckung für neue Konzepte im Bereich Energienutzung. Dietmar Decker: „Die Förderung von Investitionen in Wärmerückgewinnung könnte ebenso helfen wie die Honorierung von Energieeinsparung“.

Umweltminister Franz Untersteller bemängelte, dass sich die Energiewende-Diskussion nur noch als Strompreis-Diskussion bemerkbar macht. Das Thema Energieeffizienz sei „eines der unterschätztesten Themen überhaupt in der ganzen Energiedebatte“. Er bat aber auch um Verständnis, dass er als Politiker mit den unterschiedlichsten Wünschen aus der Industrie konfrontiert werde: Die Hersteller von Umwelttechnik hoffen auf deren Förderung, andere Industriezweige wehren sich aber gegen noch mehr einengende Vorschriften. Man müsse aber helfen, Energieeffizienz zu einem Geschäftsmodell zu machen. Das würde aber nur über öffentliche Fördermittel gelingen. Als einen Ansatz aus seiner eigenen Arbeit nannte Untersteller ein Programm, das kleinen und mittelständischen Unternehmen verbilligte Kredite gewährt, wenn sie alte Elektromotoren oder Pumpen gegen effizientere Technologie austauschen. „Das Programm ist ein absoluter Renner“, so Untersteller.

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