Weiterempfehlen Drucken

Bayreuth Druck + Media stellt Geschäftsbetrieb ein

Sanierung war erfolglos

2009 wurde Bayreuth Druck +  Media neu positioniert. Jetzt stellt das Unternehmen seinen Geschäftsbetrieb ein.

Die Rollendruckerei Bayreuth Druck + Media (Bayreuth) plant, ihren Geschäftsbetrieb zum 31. März einzustellen. Das gab die Geschäftsleitung auf einer Mitarbeiterversammlung und in einem Brief an die Kunden bekannt. 88 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen. Eine Transfergesellschaft soll den Druckereimitarbeitern die Möglichkeit geben, sich während eines Jahres zu qualifizieren.

Als Begründung für das Aus wird den Kunden gegenüber die „tiefe Krise“ der „Druckbranche“ genannt: „Die Nachfrage nach einem gedruckten Informationsträger aus dem Bereich Zeitschriften, Kataloge sowie Beilagen nimmt immer weiter ab“, heißt es dort. Angesichts der Tatsache, dass die Werbeausgaben in den ersten zehn Monaten des Jahres 2011 zumindest bei Publikumszeitschriften um 2,0 % und bei Fachzeitschriften um 3,1 % über dem Vorjahreswert lagen und das deutsche Produktionsvolumen im Bereich Werbedrucke/Kataloge in den ersten sechs Monaten um 7,6 Prozent zugenommen hat, muss man hinter diese Erklärung zumindest ein Fragezeichen machen.
 
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nennt auch Managementfehler als Ursache. In der Tat war das Unternehmen erst 2009 von der Unternehmensberatung Pütz & Partner umstrukturiert worden. Consultant Michael Schütt sowie Jürgen Groth, der in Hamburg die Marketingagentur La Marca betreibt, sind damals nach Bayreuth entsandt worden. Groth war erst im Jahr zuvor bei Arquana als Vorstand ausgeschieden. Noch heute wirbt Pütz & Partner auf ihrer Website mit der „erfolgreichen“ Komplettsanierung: „Diese Ergebnisse führten zu einer signifikanten Verbesserung des operativen Ergebnisses bereits im ersten Jahr sowie einer zukunftsorientierten Positionierung im Markt.“
 
Ganz anders klingt, was Matthias Linnekugel, Geschäftsführer des Gesellschafters Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG), gegenüber dem Nordbayerischen Kurier sagte: Demnach sei Bayreuth Druck + Media seit der Übernahme des operativen Geschäfts des Druckhauses Bayreuths im Jahre 2009 nie aus den roten Zahlen herausgekommen. Vergeblich hatten die Mitarbeiter damals auf Weihnachtsgeld, Jahresleistung und Tariferhöhungen verzichtet. Die 2009 entwickelte neue Unternehmensstrategie habe darin bestanden, sich mit einer Nischenstrategie dem preisintensiven Rollendruckwettbewerb „zu entziehen“. Bayreuth Druck + Media fokussierte sich deshalb vor allem auf hochwertige Rotationsprodukte und setzte stark auf das Internet zur Akquisition von Druckaufträgen. "Wir werden uns nun bemühen, gemeinsam mit dem Betriebsrat möglichst soziale Härten zu vermeiden und unseren Mitarbeitern Perspektiven aufzuzeigen,“ so der DDVG-Geschäftsführer Matthias Linnekugel.
 
Produziert wird in Bayreuth mit einer 32-Seiten-Rotation KBA C 408, auf der Falzungen, Längsleimungen, Inline-Heftungen oder Lackierungen realisiert werden. Auf einer 16-Seiten-Anlage KBA C 217 können im 5/5-farbigen Druck mit Lack-Option, der Kombinationsmöglichkeit mit Umschlägen in hoher Grammatur und Inline-Individualisierung aufwändige Publikationen oder Werbebroschüren hergestellt werden.

Anzeige

Firmen-Suche

Leserkommentare

Noch keine Kommentare. Geben Sie den Ersten ab!

Markt & Management

Druckfarben: Siegwerk kauft Van Son Liquids

Siebwerk dehnt sein Geschäft mit wasserbasierten Druckfarben weiter aus
Siegwerk kauft Van Son

Die Siegwerk Druckfarben AG & Co. KGaA (Siegburg) hat einen Vertrag über den Kauf der Van Son Liquids B. V. (Hilversum/Niederlande) unterzeichnet. Van Son stellt wasserbasierte Flexo- und Tiefdruckfarben her. Mit diesem Zukauf will Siegwerk sein Produktangebot im Geschäftsbereich Paper & Board weiter ausbauen und die Präsenz in der Benelux-Region stärken. Über die finanziellen Einzelheiten der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.

» mehr

print.de-News jetzt auch per Whatsapp

Die besten Events von print.de – Jetzt Tickets ordern!

Deutscher Druck- und Medientag 2017

Jetzt NEU

Die print.de-Karte der wichtigen Branchenkontakte

Mehr Details zu den einzelnen Anbietern in Ihrer aktuellen Ausgabe des Deutschen Druckers unter Service/Das Branchenverzeichnis A-Z
mehr

Top-Themen

Geschäftsführer Christian Aumüller (Aumüller Druck) hinterfragt den ökologischen Sinn von Forstwirtschaftszertifikaten für Druckereien.

"Fürs FSC/PEFC-Zertifikat werden Druckereien ordentlich gegängelt!"

Am Rande eines Interviews mit „print.de“ über das Engagement der Industriedruckerei Aumüller Druck in Regensburg in Sachen betrieblicher Umweltschutz berichtete Geschäftsführer Christian Aumüller über seine jahrelangen Praxiserfahrungen mit der FSC/PEFC-Zertifizierung und hinterfragt deren Sinnhaftigkeit für die Druckindustrie.
mehr

Ganz so unbedeutend ist die Druckbranche gar nicht

Wenn das Geschäft einer Druckerei nicht mehr auskömmlich ist, hört man immer wieder dieselben Begründungen: „Das Internet macht uns das Leben schwer.“ Oder: „Wegen des ruinösen Preiskampfes haben wir keine Chance.“ Warum solche negativen Statements der Printbranche nicht gerecht werden und warum Zeitschriften als Premiumprodukte auch häufiger als alle zwei Monate erscheinen können, erläutert Bernhard Niemela, Geschäftsführer Deutscher Drucker.
mehr

Aktuell bei Top 10

Die 10 besten Schriften 2016

Das sind die 10 besten Schriften des Jahres 2016 – zumindest wenn es nach der britischen Type Foundry "HypeForType" geht. Das britische Versandhaus für Schriften hat die aus seiner Sicht besten Schriften des vergangenen Jahres gekürt.
mehr

Ganz großes Kino für Print: Wie die Creatura-Initiative begeistert

CGI – So sieht die Zukunft der Bildbearbeitung aus

Umfrage

Rechnen Sie mit einem starken Jahresendgeschäft?

Jetzt abstimmen

Kommentare

Services

Bitte warten...