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Bereitschaft zum Abstellen von Maschinen wächst

Rollenoffset-Organisation EWA traf sich zur Herbstkonferenz

Unternehmensberater Michael Dömer, Organisator der EWA

Bei der Herbstkonferenz der Rollenoffset-Organisation European Web Association (EWA) in Hamburg berichteten die Inhaber und Geschäftsführer der vertretenen Firmen davon, dass die Auslastungssituation im Herbst 2010 wesentlich besser als erwartet und die Kapazitäten vollständig belegt seien. Besser als erwartet habe sich der Zeitschriftenmarkt erholt, die Beilagenproduktion sei stabil und auch im Kataloggeschäft ergäben sich für den Rollenoffset zwar einige Verschiebungen im Bereich Auflagen und Umfang, doch das sei kein Anlass zur Besorgnis.

Die Ertragssituation spiegele allerdings dieses Bild nicht wieder. Den anhaltenden Preisdruck des Marktes halten die Unternehmer für gefährlich. Er habe allerdings eine Grenze erreicht. Immer mehr Unternehmer seien bereit, Maschinen kurzzeitig abzustellen oder Schichten zu reduzieren statt ruinöse Preise zu akzeptieren, heißt es in einer EWA-Pressemitteilung.

„Mit Sorge“ kommentiert die Gruppierung, deren 35 Mitgliedsfirmen nach eigenen Angaben ein Umsatzvolumen von über 3,5 Milliarden Euro und damit rund  2/3 der deutschen Maschinenkapazität repräsentieren, die Preisentwicklung insbesondere für Papier und Farbe. Wenn die Papierindustrie keine Preissicherheit für 2011 gebe, könne niemand mit Verantwortungsgefühl für sein Unternehmen zu Festpreisen anbieten. „Preissteigerungen müssen 1:1 am Markt weitergegeben werden, alles andere ist existenzgefährdend", so die Empfehlung des Beraters Michael Dömer, der auch Organisator der EWA ist.

Die Fusionen auf Lieferantenseite beobachten die Unternehmer mit großer Aufmerksamkeit. „Bei Farbe und Papier sind marktbeherrschende Oligopole entstanden und bedenklich", wird ein Teilnehmer zitiert.

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war das Statement zur Diskussion um eine mögliche Koordinierungsfunktion der EU zum Strukturwandel der Branche. Dazu war auch John Caris, Vorstandsvorsitzender bei Roto Smeets, eingeladen worden. Er habe sich, teilt die EWA mit, in der Diskussion „ohne Wenn und Aber" hinter die Forderung der deutschen Unternehmer und Geschäftsführer gestellt, Subventionen ebenso abzulehnen wie jegliche Einmischung von EU-Kommissionen zur Investitionssteuerung einer Branche. Man müsse gemeinsam mehr Präsenz in Brüssel zeigen und deutlich machen, dass der Markt das entscheidende Regulativ zur Kapazitätsanpassung ist.

Ein klares Votum der Teilnehmer gab es deshalb auch zu einer verstärkten Lobbyarbeit für Print und insbesondere für den Rotationsdruck. Print müsse mehr als wichtiger Bestandteil auch für die Zukunft im Multichannel-Zeitalter Position beziehen. Um das zu erreichen wurden diverse Beschlüsse gefasst und Arbeitsgruppen gebildet. 2011 will die EWA als Rotationsbranche in die Offensive gehen.

Nikolaus Broschek, Präsident der Tiefdruckorganisation ERA, und ERA-Generalsekretär James Siever führten als Gäste mit den EWA-Unternehmern ebenfalls Gespräche. Ein gemeinsamer Arbeitskreis aus EWA und ERA soll kurzfristig ein Konzept erarbeiten, wie beide Organisationen ihre Arbeit gemeinsam für die Branche verstärken können.

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